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Erstes Treffen: Zineg und Indega im Gedankenaustausch

Auf der Zusammenkunft zwischen „ZukunftsInitiative NiedrigEnergieGewächshaus“ (Zineg) und Interessensvertretung der deutschen Industrie für den Gartenbau (Indega) diskutierten über 30 Wissenschaftler und Unternehmen die bisher vorliegenden Ergebnisse und tauschten sich über die chancenreichsten Entwicklungen aus. „Eine gelungene Veranstaltung“ resümierten Prof. Dr. Hans-Jürgen Tantau und Prof. Dr. Matthias Diezemann am Ende des ersten ZINEG-INDEGA Treffens in Hannover-Ahlem. 

Die Untersuchungen zum Niedrigenergie-Gewächshaus bieten eine Vielzahl von Ansätzen für die Praxis, Energie zu sparen. Foto: INDEGA

Klar wurde dabei laut Indega sehr schnell, dass die Untersuchungen zum Niedrigenergie-Gewächshaus eine Vielzahl von Ansätzen für die Praxis bieten, die dem Gärtner helfen, Energie zu sparen. Dabei gehe es nun vor allem darum, zum Beispiel bei Regelstrategien die gärtnerische Praxis davon zu überzeugen, sich auf neue Wege einzulassen und auf die neuen Erkenntnisse zu vertrauen. Einen Teil dieser Arbeit müssen die Indega-Unternehmen tragen, wenn sie neue Programme auf den Regelcomputern installieren.

Weitaus technischer ging es bei der Frage zu, welche Antworten die Industrie geben kann, um Energieschirme zu möglichst kleinen Paketen zusammenzuschieben oder sie in der schon vorhandenen Gewächshauskonstruktion verschwinden zu lassen. Ohne Widerspruch blieb die Aussage, dass heute in jedes Gewächshaus ein doppelter Energieschirm gehört, und wenn es aus konstruktiven Gründen ein doppellagiger Schirm ist.

Unterstützung sagten die Indega-Unternehmer für die Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu. Hier geht es darum, Daten für die Investitionskosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Großanlagen nach den neuen Mustern zu liefern. Schließlich ist durchaus fraglich, ob alles, was dem Ziel eines Gewächshauses mit minimalem Energieeinsatz dient, auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Für die Berechnungen fehlen noch eine Reihe von Eckdaten, die Indega-Unternehmen liefern können.

Zu den eher etwas überraschenden Aussagen gehörte, dass es trotz der sehr dichten Häuser in den Versuchen keine zusätzlichen Probleme mit der Luftfeuchte oder durch Pilzkrankheiten gab. Als Grund dafür wird eine bessere Luftzirkulation durch Gebläsekonvektoren und eine andere Verteilung der Heizrohre im Bestand vermutet, die Niederschlag an den Blättern und Früchten verhindern.

Dies gilt auch für die in Schifferstadt in die Untersuchungen einbezogenen „guten Folienhäuser“, wobei sich „gut“ auf die technische Ausstattung und Inneneinrichtung mit dem zwingend notwendigen Energieschirm unter Doppelfolie bezog. Eine Zwangsentlüftung mit Ventilator und Schlauch führte hier zu einer gleichmäßigen Temperatur- und Feuchteverteilung.

Noch nicht ganz einheitlich ist die Einstellung zur Lichtgläubigkeit des Gartenbaus, die dazu führt, dass viele Maßnahmen mit der Forderung nach möglichst hohem Lichteintritt in Einklang gebracht werden müssen. Aus Sicht der Wissenschaft stellt sich hier auch die Frage, wieso eigentlich? In Monaten mit hohem Energiebedarf ist Licht eh Mangelware und es muss Zusatzlicht für ausreichendes Wachstum gegeben werden. Im Sommer hingegen muss bei vielen Kulturen schattiert werden, um Pflanzenschäden zu vermeiden. Bei den Versuchen stellte sich zudem bei einigen Kulturen heraus, dass Qualitätsunterschiede bei zeitweisem Lichtmangel meist nicht feststellbar waren.

Der Präsident der Indega, Prof. Dr. Matthias Diezemann, dankte den Wissenschaftlern für den sehr intensiven und offenen Informationsaustausch in „fast schon familiärem Rahmen“. „Wir rechnen es ihnen allen hoch an, dass sie auch so offen über zum Teil noch nicht endgültig abgesicherte Ergebnisse gesprochen und uns so auf alle wichtigen Tendenzen hingewiesen haben“, sagte Diezemann. Einig waren sich Wissenschaft und Indega darin, dass der angefangene Weg Fortsetzungen finden soll. (ts/ind)