TASPO GartenMarkt

European Spring Pack Trials in sechs Betrieben

Nach einer von Fleuroselect – Internationale Organisation des Zierpflanzenbaus – zusammengestellten Übersicht (www.fleuroselect.com) finden vom 27. bis zum 29. April an sechs Standorten in den Niederlanden die sogenannten European Spring Pack Trials statt.

Sie sind das Gegenstück zu den größer angelegten California Spring Trials in Kalifornien, die in diesem Jahr mit 33 teilnehmenden Firmen vom 26. März bis 1. April abliefen.

Außerdem lädt die Firma Dümmen für 26. bis 29. April in ihren Betrieb nach Rheinberg ein.

 

Pack Trials – was ist das?

Die European Spring Pack Trials mit dem Ende April-Termin dienen vor allem den auf samenvermehrte Beetpflanzen ausgerichteten Züchtungshäusern dazu, den Samenhandel und die Jungpflanzenproduzenten auf internationaler Ebene frühzeitig über aktuelle Entwicklungen in ihrem Sortiment und damit nicht zuletzt über die Neuzüchtungen zu informieren.

Außerdem geht es darum, mit den Kunden über deren Anforderungen und Wünsche zu sprechen, und zwar direkt im eigenen Betrieb.

Die Züchtungshäuser zeigen den Kunden hierbei neben dem verfügbaren Sortiment auch kommende Sorten („Experimentals“), deren Markteinführung eventuell in ein, zwei oder drei Jahren bevorsteht. Gleiches gilt für neue Linien zu bestehenden Sorten.

Man nennt dies dann „Verbesserungen“ oder „Improvements“. Die Vor- und Nachteile entsprechender neuer und experimenteller Linien werden ebenso wie die eigentlichen Neuheiten anhand fertig kultivierter Pflanzen zur Diskussion gestellt.

Die betreffenden Pflanzen sind bei den Pack Trials in jenem Zustand zu sehen, wie sie im gärtnerischen Einzelhandel verkauft werden. Dies führte zu dem Namensbestandteil „Pack“, also abgeleitet von den Pflanzpacks (= Töpfe, die zu Einheiten zusammengefasst sind und worin viele Beetpflanzen kultiviert werden).

Dies schließt natürlich nicht aus, die Pflanzen statt in Pflanzpacks in normalen Rund- oder Vierecktöpfen, teils auch in speziellen Displays oder Ampeln zu zeigen. Der andere Namensbestandteil – „Trials“ – basiert auf dem englischen Wort trial (= Versuch, Probe, Test, Prüfung, Studie …).

Dass auch Strafprozesse in der englischen und amerikanischen Sprache „trials“ sind, sei hier nur am Rande erwähnt und hat mit den Pack Trials nichts zu tun.

Ehemals zeigten die meisten der an den Pack Trials teilnehmenden Züchtungshäuser neben ihren eigenen Sorten auch genauso kultivierte vergleichbare und damit konkurrierende Sorten aus anderen Züchtungshäusern.

Dies erfolgte natürlich mit dem Ziel, die Vorzüge der eigenen Sorte plakativ sichtbar zu machen. Da jedes Züchtungshaus die kulturtechnischen Anforderungen seiner Sorten gut kennt, wurde natürlich so kultiviert, dass die eigenen Sorten im besten Licht erschienen. Dementsprechend unterschiedlich waren die Ergebnisse je nachdem, in welchem Züchtungshaus man die Sorten besichtigte.

Von diesen Vergleichsprobe-Präsentationen sind die meisten Pack Trials-Teilnehmer in den letzten Jahren abgekommen und haben sich darauf konzentriert, die eigenen Sorten – teils im Vergleich zu experimentellen Linien – zu zeigen.

Nebenbei gab es auch den einen oder anderen kulturtechnischen Versuch rund um die jeweiligen Sortimente, so zu Hemmstoffbehandlungen oder den Einflüssen von Licht und Temperatur. Dies spielte bei den Pack Trials aber stets eher eine Randrolle.

Aufgekommen war in den letzten Jahren, die Pflanzen auch in verkaufsfördernden Displays zu präsentieren. Aus „Trials“ wurden teilweise regelrechte „Blumenschauen“.

 

Die Flower Trials folgen im Juni

Für deutsche Zierpflanzenproduzenten war der Ende April/Anfang Mai-Termin stets ein Hindernis, die Pack Trials zu besuchen. Fiel dieser Termin ja genau in die Hauptverkaufszeit für Beet- und Balkonpflanzen. Trotzdem zählte stets auch mancher gärtnerische Produzent zum Besucherkreis.

Von ihnen und den Jungpflanzenbetrieben ging dann die Initiative aus, in ähnlichem Stil eine Veranstaltungsreihe im Juni – nach der Hauptverkaufssaison – zu schaffen. So entstanden in den Niederlanden die Flower Trials und in Deutschland die Euro Trials.

Ähnlich wie bei den Pack Trials liegt die Organisation im Wesentlichen bei den Betrieben selbst, also ohne Einbeziehung einer Messegesellschaft oder Veranstaltungsagentur. Die Koordination erfolgt durch eine Art Steuerungsgruppe. Die Präsentationen sind nicht an einem Ort, sondern in einzelnen teilnehmenden Betrieben.

Dies wiederum schließt aber nicht aus, dass in einem Betrieb mehrere Betriebe ihre Sorten zeigen. Was die Produkte angeht, so konzentriert man sich auf Topf- und Beetpflanzen.

Dass sich Flower- und Euro-Trials nach der Probephase vereinen, zeichnete sich schnell ab. Seit letzten Jahr wird auf die Euro Trials verzichtet und bei den Flower Trials kamen neben den zwei holländischen Regionen – zum einen die Gegend um Aalsmeer, zum anderen das Westland rund um den FloraHolland-Standort Naaldwijk – mehrere Standorte in Deutschland dazu.

Hierbei geht es vor allem um die Region Niederrhein. Ein Unternehmen – Kientzler – zeigt seine Flower Trials aber in seinem Betrieb im rheinland-pfälzischen Gensingen.

An den Flower Trials 2011 vom 14. bis 17. Juni beteiligen sich 35 Unternehmen. Innerhalb Deutschlands werden es die Präsentationen in den Betrieben der Firmen Kientzler (Gensingen), Dümmen (Rheinberg), Westhoff (Südlohn) sowie Gartenbau Bongartz (Korschenbroich) sein.

Im Betrieb Bongartz geht es um die Präsentation der Firma Geranien Endisch, deren eigener Hauptbetrieb – Hagenbach (bei Karlsruhe) – recht weit entfernt von Holland ist. Im Betrieb Westhoff wird sich außer dem Gastgeber auch wieder die Firma Elsner pac (Dresden) präsentieren.

Mehrere deutsche Jungpflanzen- und Blumensamenanbieter zeigen ihre Flower Trials in Holland. Dies betrifft Benary, Brandkamp, Volmary, Grünewald und Selecta Klemm. Erstmals sind dieses Jahr auch französische Unternehmen (Morel, Lannes) dabei. Zu den weiteren Flower Trials-Newcomern zählt der bekannte Topforchideenproduzent Sion mit seinem Sitz in De Lier.

Ausführliche Vorabinformationen zu den Flower Trials finden Sie in der TASPO-Ausgabe 22.

Namen und Adressen der Teilnehmer sowie weitere Infors zu den Flower Trials unter: www.flowertrials.nl)