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Fachgruppe Zierpflanzenbau: Gesündere Pflanzen aus eigener Produktion

Bei der Wintertagung der Fachgruppe Zierpflanzenbau im Württembergischen Gärtnereiverband Ende letzten Jahres in Stuttgart stand der Absatz im Vordergrund. Hierbei rückte auch einer der jüngeren württembergischen Betriebsleiter mit einem interessanten Vortrag in den Blickpunkt. 

Da die Tagung in einem Sport- und Bildungszentrum stattfand, war zwischen zwei Vorträgen Körperbewegung angesagt! Foto: Edgar Gugenhan

Gebhard Stöferle (Jahrgang 1971) hatte 2003 die elterliche Gärtnerei in Delmensingen übernommen. 13 Gewächshäuser waren es damals. 2006 folgte das 14. Gewächshaus und die Produktionsfläche erweiterte sich auf über 6.000 Quadratmeter. In 2011 folgte das 15. Gewächshaus und die Hochglasfläche umfasst jetzt 10.000 Quadratmeter.

Mit der Betriebserweiterung ging es Stöferle vor allem darum, den Kunden eine noch größere Auswahl an eigen-produzierten Pflanzen anbieten zu können sowie mit Hilfe neuester Kulturverfahren noch bessere und gesündere Pflanzen zu produzieren.

Fünf „Weisheiten“ stellte Stöferle in seinem Vortrag heraus:

  • Achte auf anständige Preise und bedenke, dass Du Pflanzen, Heizöl und Zeit nicht geklaut hast!
  • Verabscheue das „Billige und Schlechte“!
  • Schiele nicht auf die Wettbewerber, sondern sei besser als sie!
  • Schaue nicht auf Fabriken, sondern lerne von ihnen!
  • Investiere nur das, was Du auch erwirtschaftest!

Etwa 40 Prozent der Personalausgaben des Betriebs Stöferle sind in der Produktion verankert, der überwiegende Anteil aber im Absatz. Dieser findet in erster Linie in der eigenen Gärtnerei statt, außerdem, dies betrifft ein Viertel des Umsatzes, in einem weiteren Fachgeschäft in Erbach.

Gemeinsam mit den Mitarbeitern würden Leitlinien entwickelt. So steht im Betrieb die Kultur von qualitativ hochwertigen Produkten an erster Stelle. Es geht um „Pflanzen aus der Region für die Region“ ebenso wie darum, eine „Gärtnerei für Jung und Alt“ zu sein. Die Beratung und der Verkauf sollen durch gut geschultes Fachpersonal erfolgen. Das starke Team – so betonte Stöferle – sei durch ein verantwortungsvolles Miteinander geprägt. Im Endverkauf setzt er auf eine breite Sortenvielfalt, doch nimmt er auch auftragsabhängige Sortimente ins Betriebsprogramm auf. Immer wieder Neuheiten zu berücksichtigen, zählt mit zu seinen Grundsätzen.

Tobias Fischer von BCS Öko-Garantie mit Sitz in Nürnberg referierte über die Labels im Zierpflanzenbau. Die Nachfrage von Betrieben nach einer Zertifizierung nehme zu. Die Zertifizierung erfolge durch unabhängige Kontrollstellen. Die Kunden der zertifizierten Unternehmen könnten sicher sein, dass die Produkte umweltgerecht produziert wurden. Das Schlagwort „fairer Handel“ spielt eine große Rolle bei jenen Produkten, die aus afrikanischen und südamerikanischen Ländern nach Europa eingeführt werden. Fischer stellte hierzu sowohl den Verein TransFair als auch FLP vor. Fischer geht davon aus, dass im Marketing die Bedeutung von Labels immer mehr zunimmt und zur Image-Pflege der Zierpflanzenprodukte in einer globalisierten Welt entsprechende Labels wichtig sind.

„Lassen Sie ihre Kunden aufblühen!“ Stefan Grassmann von der Simonis Service Agentur (Augsburg) stellte vor, wie man souverän und sympathisch seine Produkte auf dem Markt, im Fachgeschäft oder am Telefon verkaufen kann. Der Referent selbst ist seit dem Jahr 2000 Trainerpartner der Serviceagentur und Spezialist in der Verkäuferschulung. Wie er anmerkte, wollen 50 bis 70 Prozent der Kunden immer persönlich angesprochen werden.

Im Verkauf sei die aktive Kundenansprache – möglichst verbunden mit einem Lächeln – besonders wichtig. Sehr wichtig ist auch eine optimale Präsentation der gewünschten Produkte. Und: „Denken Sie immer an Möglichkeiten des Zusatzverkaufes, der oft den Umsatz deutlich erhöht!“ Wichtig während des gesamten Verkaufsprozesses sei die optimale Kommunikation, wobei nicht nur die Stimme eine große Rolle spielt, sondern auch die Körpersprache, Gestik und Mimik. (Edgar Gugenhan)