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Fachtagung: GaLaBau-Techniker dürfen bald in Weihenstephan studieren

Die beiden Landespflegetage unter dem Thema "Profis, Profile, Profit" erfreuten sich mit jeweils weit über 700 Besuchern eines regen Interesses. Am ersten Tag spannte sich der Themenbogen von der Pflanzplanung über die Begrünung von Schattendächern bis zur Sanierung alter Rasenflächen. Der zweite Tag war vor allem der Technik beim Bau von Trockenmauern und der Anlage von Schotterrasen sowie dem Marketing gewidmet.

In seinen Grußworten kündigte Ulrich Schäfer, Präsident des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL), an, dass Landschaftsbau-Techniker schon bald an der Fachhochschule Weihenstephan ein verkürztes Studium zum Bachelor "Landschaftsbau und -management" aufnehmen können. Auch ein weiterführender Masterstudiengang ist in Vorbereitung, gab Schäfer bekannt. Was heute schon mit der Fachhochschule in Geisenheim als Kooperationspartner möglich ist, soll den Veitshöchheimer Technikern zukünftig auch in Bayern angeboten werden.

"Mit Pflanzen profilieren" war der erste Themenblock überschrieben, und den Anfang dazu machte Prof. Dr. Wolfgang Borchardt von der Fachhochschule Erfurt mit dem Referat "Mut zur Farbe". Wie sich mit den Farben von Blüten und Blättern Gärten und Parks lebendiger gestalten lassen, zeigte er anhand vieler Beispiele. Sein Fazit: "Hauptsache bunt" ist out. Wer anspruchsvolle Staudenbeete gestalten will, muss viel über Farbharmonien, Blühhöhepunkte, Wuchsverhalten und Standortansprüche der Pflanzen wissen, um ganzheitliche Farb- und Strukturkonzepte verwirklichen zu können.

Prof. Dr. Wolfram Kircher (Fachhochschule Bernburg) gab Tipps zur kostengünstigen Pflege von Staudenflächen. Ein wichtiger Teil der Arbeit beginnt dabei bereits bei der Anlage. Vor allem ein unkrautfreier Boden ist wichtig, der bezüglich Wasserspeicherfähigkeit und Nährstoffgehalt dem Konzept der Pflanzenauswahl gerecht wird. Damit Unkräuter nicht über die Topfballen eingebracht werden, empfiehlt er das "Abrandeln" gegen das Anfliegen eine mindestens fünf Zentimeter dicke Mulchschicht aus Kies. Außerdem betont er, dass bei der Unkrautregulierung das Ausstechen vorteilhaft sei, weil es die Keimung der Samen weniger fördere als das Hacken.

"Von Pflanzen profitieren" die Bauherren, wenn sie bei der Bepflanzung von Schattendächern die Ratschläge berücksichtigen, die Dr. Philipp Schönfeld gab. Nach zwei Vegetationsperioden hat sich im Versuch gezeigt, dass viele "Sonnenanbeter" nicht nur unter Schattiergewebe mit 19 Prozent Abdunkelung, sondern sogar auch noch bei 60 Prozent gut wachsen. Dazu gehören zum Beispiel Buphthalmum salicifolium und Sesleria caerulea. Aber auch Bergenia crassifolia, Sedum ellacombianum, S. hybr. 'Immergrünchen', S. floriferum 'Weihenstephaner Gold' und Thymus serpyllum 'Magic Carpet' haben sich bei allen Schattiergraden als vital und zudem als besonders ausbreitungsstark erwiesen.

Nikolai Kendzia servierte zum Abschluss des ersten Tages ein "Rollrasensandwich": Bei seinem Test zur Sanierung alter Rasenflächen konnte er zeigen, dass das Ausrollen von Rasensoden direkt auf der alten, kurzgemähten Wiese gute Erfolge verspricht. Staunässe und Bodenverdichtungen kann man so zwar nicht beseitigen, aber es bietet einen Zeitvorteil von bis zu zehn Minuten pro Quadratmeter gegenüber anderen Renovationsverfahren.

"Mit Fachkunde profilieren" lautete das Motto am darauffolgenden Tag. Johannes Pitzer erläuterte zum Auftakt Regeln für den fachgerechten Trockenmauerbau. Obwohl die DIN 1053 vor allem für vermörteltes Mauerwerk konzipiert wurde, gelten die dort definierten Verbandsregeln auch bei Trockenmauern. Aber auch auf die Steinformate rät der Fachmann zu achten, da zu kleine Abmessungen die Stabilität verringern und zu große Blöcke ein unförmiges Aussehen verursachen.

Die wichtigsten Erkenntnisse eines internationalen Forschungsvorhabens über Schotterrasen aus Recycling-Material stellte schließlich der Geologe Jochen Böker vor. Zu Beginn des Versuches hat man zwar deutliche Sulfat-Auswaschungen aus den Recycling-Parzellen beobachtet, nach einem Jahr aber waren im Sickerwasser keine Qualitätsunterschiede zum Vergleichsmaterial aus Kalkschotter mehr zu erkennen. Da nach einem Jahr mit praxisgerechter Belastung auch keine Stabilitätsunterschiede auszumachen waren, kann des Recycling-Gemisch mit FLL-konformer Kornverteilung und zehn Volumen-Prozent Kompostanteil als Schotterrasenvariante empfohlen werden, da es die beste Begrünbarkeit aufweist. "Von Profis profitieren" war möglich, als zum Abschluss der Tagung drei erfolgreiche Praktiker ihre Rezepte für einen Marketing-Mix offenlegten. Die 42. Landespflegetage finden vom 3. bis 4. März 2010 statt. Mehr unter www.lwg.bayern.de/landespflege