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Fachtagung in Hannover-Ahlem: energieeffizient sein, aber wie?

Lassen sich Zierpflanzen energieeffizient und gleichzeitig in guter Qualität produzieren? Dieser Frage ging die Fachtagung Energieeffizienz an der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Hannover-Ahlem nach. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „Effizienter Energieeinsatz im Gartenbau“ statt, das von verschiedenen Bundesministerien gefördert wird.

Über Erfahrungen mit dem Einsatz einer Gasabsorptions-Wärmepumpe in Kombination mit einem Bohrloch-Energiespeicher berichtete Bert Schamp vom Proefcentrum voor Sierteelt im belgischen Destelbergen. Das Prüfzentrum arbeitet mit einem 1.250 Quadratmeter großen, hochisolierten Gewächshaus mit einem Wärmedurchgangswert U-Wert von 2,75 W/m?K, Luftentfeuchtung und großen Heizflächen. Das Besondere: Die Wärmezufuhr erfolgt über drei Gasabsorptions-Wärmepumpen, die Wärme kommt aus 28 Bohrloch-Energiespeichern in je 100 Metern Tiefe im Boden.

Eine kurzfristige Energiespeicherung der Wärme im Sommer erfolgt über zwei 45 Kubikmeter-Tanks, langfristig erfolgt eine Wärmespeicherung in den Rohren in der Tiefe, die mit einer Wasser-Glykol-Mischung befüllt sind. Unterhalb von 20 Metern liegt die Temperatur bei zwölf Grad und erhöht sich alle 100 Meter um drei Grad.

Schamps Fazit: Die Wirksamkeit des Erdspeichers erreichte im ersten Versuchsjahr zwischen 50 bis 90 Prozent. Im vergangenen Sommer konnten die Belgier bei einer Durchschnittstemperatur von 20 Grad rund acht MWh speichern. Der Anbau von Paprika in diesem hochisolierten Gewächshaus benötigte insgesamt 43 Prozent weniger Energie, der von Tomaten 41 Prozent im Vergleich zum Anbau im Referenzgewächshaus, wobei die Wärmepumpe prozentual mehr zur Energieeinsparung beitrug als die Gewächshausisolierung.

Erfahren Sie mehr darüber, was eine dynamische Lichtsteuerung an Einsparung bringt und welche Art der Klimaführung ratsam ist, in unserer aktuellen TASPO Ausgabe 08/2013. (kla/ts)