TASPO GartenMarkt

Feldbewässerung: Beregnung automatisch gesteuert

Das Thema Bewässerung stand bei der Technikvorführung anlässlich des Hohenheimer Gemüsebautages dieses Mal im Fokus. Unter anderem ging es um die Feldbewässerung mit mobilen Geräten sowie um Besonderheiten bei der Bewässerungssteuerung.

„Primus Quattro“-Düsenwagen bei der Vorführung im Gelände des Hohenheimer Lehr- und Versuchsbetriebes. Foto: Edgar Gugenhan

Die Firma Thomas Lutz (Filderstadt) stellte beispielsweise einen 20 Meter breiten Gießwagen, der durch den exakten Rohreinzug über die Bewässerungsfläche gezogen wurde, vor. Es ist das System „Primus Quattro“ von Beinlich (Ulmen). Ein 580 Meter langes PE-Rohr (Durchmesser: 125 Millimeter) wird über das Feld gezogen, dann an das Beregnungsgerät angeschlossen.

Die Antriebseinheit besteht aus einem Vier-Gang-Getriebe. Dieses ist serienmäßig an ein Elektroniksystem angeschlossen und wird über eine Batterie mit Strom versorgt. Die gesamte Bewässerungsanlage lässt sich von einer Position aus bedienen, wobei die Steuerung über eine Funkfernbedienung vom Traktorsitz aus erfolgen kann. Die Steuerung selbst ist so ausgerichtet, dass sich die Anlage über das Handy steuern lässt.

Lutz stellte auch den polyGlas-Fasswagen vor. Er besteht aus einem Einachs-Fahrgestell mit Auflaufbremse und Rückfahrautomatik. Das Gestell trägt ein 5.500 Liter-Fass. Dieses Gerät ist für die Beetbewässerung gedacht und besitzt zur Bewässerung ein hydraulisch verstellbares Mittelrohr sowie links und rechts je einen Auslegarm, der hydraulisch abgeklappt und verschoben werden kann. So wird dieser Fasswagen am Schlepper angehängt und damit eine Beetbewässerung vorgenommen.

Der Rad-Abstand bemisst sich auf etwa 2,4 Meter. Die Gesamthöhe dieses Fasswagens beträgt ebenfalls 2,4 Meter, die Gesamtbreite 2,5 Meter und die Gesamtlänge vier Meter. Wie die Firma Lutz anmerkte, kann die Anfertigung nach Kundenwunsch erfolgen. Das vorgestellte Modell wurde zur Bewässerung von Freilandkulturen konstruiert.

Welche Möglichkeiten der automatisierten Bewässerung von Produktionsflächen heute möglich sind, zeigte auch die Firma MMM tech support aus Berlin. Sie entwickelte ein einfach bedienbares System zur Steuerung und Automatisierung von Bewässerungsanlagen. Es wurde unter der Bezeichnung NOW_SMS-Gerätesteuerung vorgestellt und besteht aus einem Grundgerät mit einem Mobilfunk-Modem zum Senden sowie Empfangen von SMS für alle gängigen Mobilfunk- und Prepaid-Karten.

Dieses System kann Bewässerungsanlagen automatisch steuern, wobei zur Stromversorgung nur eine Zwölf-Volt-Autobatterie benötigt wird. Mit einer dazu gehörenden Software nimmt der Nutzer über einen seriellen Kabelanschluss alle nötigen Einstellungen für das Gerät vor. Sie können Bodenfeuchtefühler, Temperaturfühler, Schalttensiometer oder auch Regenmesser anschließen. Die Regner zur Bewässerung werden über Magnetventile geschaltet.

Mit NOW_SMS kann also eine Bewässerungsanlage ein- und ausgeschaltet werden, auch schickt das System beim Unterschreiten einer Warnschwelle die im System festgelegte Information. Beispiel: „Alarm Salat trocken!“ In diesem Falle schaltet ein per SMS gesendeter Befehl „Rel ein“ das Gerät und damit die Bewässerung ein. Gleichzeitig misst der Bodensensor vom Gerät aus im Minutentakt die Bodenfeuchte und schickt bei Überschreitung der eingestellten Warnschwelle eine SMS „Alarm Salat trocken End“. In diesem Falle wird ebenfalls mit einer SMS und dem Befehl „Rel aus“ das Relais ausgeschaltet. In Hohenheim erläuterte Helmut Bergemann von MMM tech support die Anlage. Gleichzeitig wurden zwei Regner auf diese Weise per Handy und SMS automatisch ein- und ausgeschaltet.

Stephan Mayer vom Nürtinger Gutachterbüro TerrAquat stellte eine Besonderheit zur Nitratmessung vor. Er bereitet sich auf seine Promotion vor und entwickelt derzeit in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim eine Methode, um Langzeitmessungen des Nitratgehaltes im Boden kontinuierlich vorzunehmen.

Es ist ein Nitrat-Online-Messsystem, mit dem die Nitratkonzentration im Boden zu jedem Zeitpunkt abgerufen werden kann. Bisher war es in der Regel nur möglich, den N-Gehalt im Boden durch chemische Reagenzien zu ermitteln. Mit der vorgestellten Methode und dem dafür im Einsatz befindlichen „Nitrom“ lässt sich der Nitratgehalt über einen weiten Konzentrationsbereich kontinuierlich erfassen und bei festgestelltem Mangel sofort eine automatisch angepasste Düngung bei der nächsten Bewässerung ausführen. (gug)