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Feuerbrand-Verordnung: Fluch oder Segen?

Nach Einschleppung des Feuerbrandes nach Deutschland hat der Gesetzgeber im Jahr 1985 die Feuerbrand-Verordnung zur Eindämmung und Begrenzung der Krankheit erlassen. Da der Feuerbrand seit Jahren praktisch im gesamten Bundesgebiet verbreitet ist, wurde die Verordnung seitdem mehrfach angepasst. Die Verordnung ist auch weiterhin gültig, auch wenn sie meist nicht mehr flächendeckend umgesetzt wird.

Ihre wichtigsten Inhalte sind:

  • Wirtspflanzen: Als Wirtspflanzen werden folgende Rosacea-Gattungen eingestuft: Amelanchier, Chaenomeles, Cotoneaster, Crataegus, Cydonia, Malus, Pyracantha, Pyrus, Sorbus und Stranvesia.
  • Meldepflicht: Pflanzenbesitzer müssen beobachteten Befall ihrer Pflanzen der zuständigen Behörde (amtlicher Pflanzenschutzdienst) melden.
  • Einschränkung der Anzucht und des Pflanzenhandels: Auf Anordnung der Behörde muss die Anzucht von Wirtspflanzen der Behörde gemeldet werden. Wenn es nach Maßgabe der Behörde erforderlich ist, kann die Verbringung und der Vertrieb von Wirtspflanzen aus den Quartieren oder sogar die Anpflanzung von Wirtspflanzen untersagt werden.
  • Vernichtung von Wirtspflanzen: Die Behörde kann die Vernichtung von befallenen und gefährdeten Wirtspflanzen in einem begrenzten Areal anordnen. Auch die Nachpflanzung mit Wirtspflanzen kann hier untersagt werden.
  • Quarantänezonen um gefährdete Kulturen: Baumschulen, Reiserschnittgärten und Erwerbsobstbau-Anlagen sieht der Gesetzgeber als besonders schützenswert an. Die Behörde kann in einer Schutzzone von 500 Metern um die gefährdeten Kulturen herum die Freihaltung von befallenen Pflanzen, aber auch von Wirtspflanzen anordnen.
  • Ordnungswidrigkeit: Verstöße gegen die Verordnung können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Baumschulen, die Wirtspflanzen kultivieren, und Obstbaubetriebe müssen bei Feuerbrand-Befall mit unangenehmen Konsequenzen rechnen. Diese sind meist die Rodung befallener Pflanzen und benachbarter Wirtspflanzen, aber möglicherweise auch begrenzte Handelsverbote mit gefährdeten Gehölzen.

Die Feuerbrand-Verordnung bietet Obstbauern ebenso wie Baumschulern einen Schutz vor der gefährlichen Krankheit. Vorsicht ist natürlich beim Erwerb von Jungpflanzen gefährdeter Arten geboten. Für Obstbauern wie für Baumschuler ist es ratsam, nicht nur die eigenen Bestände, sondern auch die Umgebung 500 Meter um den Betrieb auf befallene Gehölze regelmäßig zu untersuchen. Bei Bedarf kann der Besitzer befallener Pflanzen auf die Notwendigkeit der Rodung angesprochen werden. Ist der Nachbar nicht kooperativ, kann eine Meldung bei der zuständigen Behörde angemessen sein. (nas)