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FloraHolland will Genossenschaftsstruktur verstärken

Am 6. Juni hält FloraHolland ihre Allgemeine Mitgliederversammlung ab. Ein wichtiges Thema ist der niederländischen Vermarktungsorganisation zufolge die Gewährleistung des Mitgliedereinflusses. Auf der Tagesordnung steht ein Antrag zur Verstärkung der Genossenschaftsstruktur, für den eine Mehrheit von zwei Dritteln erforderlich ist. Wenn der Vorschlag angenommen wird, schließen sich der Vorstand und der Aufsichtsrat zu einem neuen Aufsichtsrat zusammen. 

Bernard Oosterom. Foto: FloraHolland

Der Vorschlag für eine Zusammenlegung kam gemeinsam von Vorstand und Aufsichtsrat und wurde in einer Konzeptgruppe ausgearbeitet, heißt es zum Hintergund. Diese Gruppe bestand aus Mitgliedern der Beiräte und aus Mitgliedern, die sich kritisch zu früheren Vorstandsvorschlägen geäußert hatten. Die Empfehlungen wurden von den Beiräten, dem Vorstand und dem Aufsichtsrat übernommen.

Der FloraHolland-Vorsitzende Bernard Oosterom erläuterte nun in einer Unternehmensinformation, warum das Thema Führungserneuerung so wichtig ist. Laut Oosterom bringe dieses Thema die Mitglieder mit ihrer Genossenschaft zusammen. Bei anderen Beschlüssen wie der Fusion und der Zulassung ausländischer Mitglieder habe jedes Mitglied für sich selbst bestimmen können, was es für ihn bringt. Jetz gehe es um den Mitgliedereinfluss und um Beschlussfassungsprozesse; um die gesamte Genossenschaft und ihre Zukunft.

Der jetzige Vorschlag ist laut Oosterom in einem sorgfältigen Prozess entstanden und er betonte ausdrücklich, dass sich der „neue Aufsichtsrat in Zukunft genauso für unser genossenschaftliches Unternehmen einsetzt wie der Vorstand heute.“ Die Konzeptgruppe habe die ursprünglichen Ideen zur Führungsgliederung mit wichtigen Ansichten ergänzt. Einige davon sind nach Angaben des FloraHolland-Vorsitzenden:

  • Die Führungspraxis darf sich nicht von den Inhalten der Satzungen und Vorschriften entfernen.
  • Mit der Einberufung von Kommissionen stärkt der Aufsichtsrat die Reichweite seiner Arbeit.
  • Die Allgemeine Mitgliederversammlung erhält das Instrument einer Notbremse gegenüber dem Aufsichtsrat.
  • Mitglieder können schneller Tagesordnungspunkte für die Allgemeine Mitgliederversammlung einbringen.
  • Höherer Stellenwert für Schulung und Kaderbildung für aktive Mitglieder.
  • Der Mitgliedereinfluss innerhalb der Beiräte wird auf verschiedene Weise intensiviert.
  • Die vorgeschlagene Struktur wird nach ein oder zwei Jahren evaluiert.

Zur Allgemeinen Mitgliederversammlung soll auch der Jahresabschuss besprochen werden. Laut Oosterom könne die Verteilung des Guthabens wie üblich vorgenommen werden. Die eine Hälfte fließe damit in die allgemeine Reserve und die andere Hälfte (auf Termin) über die Teilnahmereserve an die Mitglieder zurück. Außerdem könne die Hälfte des über 2012 einbehaltenen Liquiditätsbeitrages an die Mitglieder zurückgehen.

In den Mitgliedsbetrieben sind die Zeiten schon seit Jahren spannend. Diese Spannung gehe auch an FloraHolland nicht vorbei. FloraHolland führe deshalb auch schlagkräftig und gezielt Kosteneinsparungen durch. Manchmal entfielen dadurch Dienstleistungen und man müsse Mitglieder in der Organisation enttäuschen. Aber viel öfter entstehe bei den Mitgliedern und in der Organisation ein neuer Elan so Oosterom, „ein Elan, der uns in die Zukunft mitnimmt“.

„Die kommende Allgemeine Mitgliederversammlung ist äußerst wichtig“, hebt Oosterom hervor. „Wir fällen Entscheidungen, die unsere Zukunft bestimmen. Wer nicht persönlich auf der Versammlung anwesend sein kann, hat die Möglichkeit, den Verlauf live im Internet zu verfolgen. Aber ich hoffe natürlich, dass möglichst viele Mitglieder am 6. Juni nach Aalsmeer kommen und an der Abstimmung teilnehmen. Ob es nun ja oder nein wird, der Beschluss soll auf jeden Fall möglichst breit getragen werden.“ (ts/hlw)