TASPO GartenMarkt

Gärtner demonstrieren in Hannover gegen neue Ladenöffnungszeiten

Niedersächsische Gärtner rufen zur „Protestaktion“ gegen die neuen Ladenöffnungszeiten in Niedersachsen auf. Bekanntlich dürfen dort Gartencenter und Gärtnereien mit mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche am Sonntag nicht mehr öffnen (siehe TASPO 20/11). Die Kundgebung ist in Planung und soll voraussichtlich am 21. Juni 2011 um 11 Uhr vor dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz 2, in 30159 Hannover stattfinden.

Aufruf zur Protestaktion gegen das Verkaufsverbot am Sonntag in Niedersachsen. Die Forderungen sind nachzulesen unter www.gaertner-demo.de.

Die für die Gärtner nachteilig geänderten Öffnungszeiten in Niedersachsen hatten landesweit für Schlagzeilen in den Medien gesorgt und damit eine große Aufmerksamkeit im Sinne der Gärtner erzielt. Nun wollen sich die Gärtner mit der Protestaktion direkt an die Politik wenden. Neben den Forderungen ist geplant, Blumen an die Abgeordneten zu übergeben.

Die Forderungen an die Politik lauten:

  • „Sofortige Abschaffung des Sonntagsverkaufsverbotes – Erlass komplett sofort zurücknehmen.
  • Die Grenze von 800 Quadratmetern ist willkürlich und muss abgeschafft werden. Größendifferenzierung ist unpraktikabel und ungerecht. In vielen Gartenbaubetrieben ist die Verkaufsfläche, Lagerfläche und Produktionsfläche gleich. In einem kleinen Betrieb wird die gleiche Ware verkauft wie in einem großen Betrieb.
  • Sofortige Beendigung der Ungleichbehandlung von gärtnerischen Verkaufseinrichtungen, auch um Wettbewerbsverzerrung zum Ausland (Holland) und anderen Bundesländern (NRW, Bremen) zu verhindern. In Holland werden die Gartencenter von den Gemeinden als touristische Zone anerkannt (Sonntagsöffnung) und dienen der Freizeitgestaltung. Daher: Abschaffung der Größenbegrenzung, Verhinderung der Wettbewerbsverzerrung
  • Sofortige Aufnahme der „Pflanze“ zu den Artikeln „Waren des täglichen Bedarfs“ (beispielsweise in NRW). Pflanzen gehören zu den Waren des täglichen Bedarfs, auch schon weil es sich um verderbliche, nicht stapelbare Ware handelt.
  • Respektierung der Kundenwünsche, am Sonntag in Freizeit und Familie einkaufen zu wollen. Protestlisten der Kunden ernst nehmen!
  • Politik muss verlässlich und berechenbar sein. Rechtssicherheit ist sehr wichtig. Der Unternehmer muss sich auf Marktveränderungen einstellen können, keine Überfallaktion. Durch die Rückdatierung auf den 1. Mai mitten in der Saison sind viele Kosten für Endverbraucher und die Branche sowie unnötige Abmahnungen entstanden.
  • Politik muss mit den Verbänden und Beteiligten vernünftige und zukunftsträchtige Vereinbarungen treffen und eine Gesprächsbereitschaft zeigen/nicht verweigern. Das Sozialministerium hat bisher keine Antwort auf das Schreiben von Lutz Arnsmeyer, Wirtschaftsverband Gartenbau, gegeben.“ (Anmerkung der Red.: Das Schreiben wird auf der Webseite www.gaertner-demo.de veröffentlicht.)

Die niedersächsischen Gärtner rufen alle betroffenen Betriebe auf, sich der Aktion anzuschließen. Viele hätten bereits Abmahnungen vorliegen, dass sie Sonntags schließen sollen. Damit müssten alle Betriebe rechnen, die unter die neue Ladenöffnungs-Regelung fallen, so die Gärtner.

Deshalb der Aufruf: „Kommt zur Demo und bringt die Unterschriftenliste eurer Kunden mit!“ Die Gärtner hoffen, dass sich möglichst viele Kollegen beteiligen und auch Kunden mit nach Hannover kommen.

Alle Betroffenen werden gebeten, sich auf der eingerichteten Webseite unter www.gaertner-demo.de zu registrieren, damit ein Austausch über die weiteren Schritte erfolgen kann.