Gärtner im Tierpark Hagenbeck: „Jeder Tag bringt Abwechslung“

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Frank Fuchs ist mit seinem Team für die Pflege des Tierparks Hagenbeck und die Bepflanzung der Gehege zuständig. Foto: privat

Frank Fuchs hat einen Traumjob, wie er selbst sagt. Seit 1997 ist der gelernte Baumschuler und Gärtnermeister im Hamburger Tierpark Hagenbeck für die Bepflanzung der Gehege und die Pflege des riesigen Parks zuständig. Wir sprachen mit dem Gärtner über seine Arbeit zwischen Pinselohrschweinen, Mandrills und Kängurus.

Herr Fuchs, haben Sie einen „Traumjob“?

Ja, ich habe in jedem Fall einen Traumjob. Erstens, weil ich jeden Tag mit der Natur zu tun haben darf. Zweitens, weil ich der einzige Gärtner weit und breit bin, der einen 19 Hektar großen Park gestalten darf. Und drittens, weil Gärtner sein kein Beruf ist, sondern eine Berufung!

Was ist das Besondere bei der Tätigkeit eines Gärtners im Tierpark?

Die Konstellation Park und Tiere, sogar exotische, zum Teil wilde Tiere – das ist eine einmalige Kombination. Ich muss mich mit den Bedürfnissen der Tierpfleger auseinandersetzen, das geht über die rein botanischen Anforderungen weit hinaus. Bepflanze ich zum Beispiel ein ganzes Gehege neu, dann erfüllt jede Pflanze eine bestimmte Funktion und ich muss unter anderem die Gefahren, Standortanforderungen, Bodenbeschaffenheit und mögliche Toxizität bedenken. Darüber hinaus handelt es sich bei Hagenbeck um einen historischen Tierpark mit einer botanischen Historie, die auch weitergeführt werden soll – also eine zusätzliche Herausforderung!

Wie müssen sich unsere Leser einen ganz normalen Tag eines Gärtnermeisters in einem Tierpark vorstellen?

Jeder Tag ist anders und bringt Abwechslung. Oft weiß ich nicht, was mich erwartet, wenn ich morgens in den Tierpark komme. Aber meist beginnt der Tag mit einer Team-Besprechung mit meinen insgesamt 15 Gärtnern. Dann steht meistens die Parkreinigung auf dem Plan – Rasenmähen, Wegepflege, Baum- und Strauchschnitt, notwendige Pflegearbeiten wie Baumkontrollen, um unserer Wegesicherungspflicht nachzukommen. Zusätzlich kümmern wir uns in den Sommermonaten um die Futterbeschaffung für einige Tierarten. Wir organisieren und schneiden zum Beispiel Zweige für die Elefanten, ernten die eigene Luzerne von den Feldern, beschaffen sogenanntes Raufutter wie Gras vom Flughafen und den etwa 20 Hektar Grünfläche, die wir zu diesem Zweck bewirtschaften.

Womit sind Sie zurzeit beschäftigt?

Nachdem wir die Gehege bei den Pinselohrschweinen und den Mandrills erneuert haben, werden wir in naher Zukunft das Känguruhaus neu gestalten. Die Sandwege sollen gepflastert und etliche Pflanzen und Büsche erneuert werden.

Was macht Ihnen besondere Freude?

Wenn ich ganz früh morgens durch den Park gehe und mir die unterschiedlichen, zum Teil sehr alten und exotischen Bepflanzungen ansehe, dann macht es mich glücklich, wenn alles so frisch und grün ist. Und wenn alles gelungen ist, so wie ich es mir vorgestellt habe, dann macht mich das auch sehr froh.

Was sind unangenehme Arbeiten?

Wenn ich einen Baum fällen muss, der vielleicht schon mehr als hundert Jahre alt ist, dann ist das schrecklich für mich. Und es macht weniger Spaß, ein Gehege zu bepflanzen, von dem ich weiß, dass die Tiere, die dort leben, es innerhalb kurzer Zeit wieder verwüsten, wie zum Beispiel die Pinselohrschweine.

Gibt es Geschichten zu erzählen?  

Naja, als ich vor vielen Jahren aus dem Urlaub kam, wollte ich wilde Schösslinge an einem Graben am Tahrfelsen ausstechen. Ich steche den Spaten mit aller Kraft in den Boden und verursache damit einen kompletten Erdrutsch des halben Grabens. Da steht neben mir mein ehemaliger Chef, Dr. Claus Hagenbeck, und meint nur ganz trocken: „War der Urlaub nicht so erholsam?“

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