Garten Eden: „Kunden haben sich einen Onlineshop gewünscht“

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky

Gestartet als kleines Ladengeschäft, reagierte der Garten Eden auf die Nachfrage der Kundschaft nach einem Online-Shop. Foto: Garten Eden

Urban Gardening und der Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern hat nicht zuletzt durch Corona einen enormen Boom erlebt. Schon vor der Pandemie ist in Baden Württemberg der kleine Laden „Garten Eden“ entstanden, aus dem dann auch ein Online-Shop speziell für „Indoor-Growing“ entstand. TASPO Online unterhielt sich mit Eric Schröter, Gründer und Geschäftsführer von Garten Eden und eden-grow.de.

In Zeiten von Preisdruck durch Riesen wie Amazon und vom Kunden erwartetem kostenlosen Versand, „lohnt“ sich E-Commerce denn noch?

Ja. Man könnte sagen „E-Commerce ist stärker denn je”. Natürlich sind die großen Gewinner auch die großen Online-Versandhändler, die ihre Waren zu günstigen Preisen anbieten können. Nichtsdestotrotz ist es für uns möglich, Kunden zu erreichen, die das Konzept unseres Ladens verstehen. Über unsere Erklärvideos und unseren Social-Media-Auftritt möchten wir dem Kunden einen qualitativen Service bieten, den er bei herkömmlichen Online-Shops nicht findet. Wer an einer nachhaltigen und langfristigen Zusammenarbeit interessiert ist, wird sich bei uns wohl fühlen.

Welche Zielgruppen peilen Sie mit Ihrem Online-Shop an?

Im Grunde genommen all diejenigen, die einen grünen Daumen haben, oder diesen noch bekommen möchten. Wir begleiten sie gerne dabei. Spezialisiert sind wir in erster Linie auf Pflanzen im Indoor Bereich und somit auf Menschen, die sich selber versorgen möchten. Manche Tomatensorten bekommen Sie einfach nicht im Supermarkt und Zuhause schmeckt es doch am besten, oder nicht? Neben Privatkunden arbeiten wir aber auch mit Gärtnereien und Universitäten zusammen. 

Gerade in den letzten Jahren haben wir aber auch Schweizer Kunden, die sich auf den Anbau von medizinischem Cannabis spezialisiert haben, dazu gewonnen. Da wir seit über einem Jahrzehnt Erfahrung mit dem Indoor-Anbau haben, hat sich diese Kooperation gut ergänzt.

Welche Produkte verkaufen sich momentan besonders gut?

Diesen Sommer haben wir eine erhöhte Anfrage an Bewässerungssystemen. Wir vermuten, dass die Leute wieder längere Urlaube planen und entsprechend dafür sorgen müssen, dass ihre grünen Lieblinge darunter nicht leiden.

Welche Produkte werden Ihrer Ansicht nach in den nächsten Jahren auf wachsendes Interesse stoßen?

Wir denken, dass Nachhaltigkeit aktuell und notwendig wie nie ist. Dieses Thema wird sich auch im Kaufverhalten der Leute widerspiegeln. Beispielsweise gibt es mit Living Soil nachhaltigere Methoden zu Düngen, als es die herkömmlichen Varianten ermöglichen. Im Amazonasgebiet haben wir mit unter die fruchtbarsten Böden und dort kippt auch niemand Phosphor ins Wasser.

Weshalb habe Sie sich gerade für den E-Commerce entschieden? Gibt es noch weitere Standbeine außer www.eden-grow.de?

Wahrscheinlich müsste man korrekterweise sagen, dass unsere Kunden diese Entscheidung für uns getroffen haben. Wir hatten zuerst nur einen lokalen Shop. Nach einiger Zeit haben sich unsere Social-Media-Kanäle allerdings stark entwickelt und unsere Follower haben sich einen Onlineshop gewünscht. Es ging sogar so weit, dass die Leute uns Briefe mit ihren Bestellungen gesendet haben, da Sie unbedingt bei uns einkaufen wollten. Eine verrückte Zeit. Nun wissen Sie, dass wir einfach Gärtner sind und es lieben, wenn die Dinge sich organisch entwickeln.

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