Garten- und Heimtiermarkt setzen Wachstum fort

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

In- und Outdoor-Pflanzen bleiben bei den deutschen Verbrauchern beliebt und konnten auch im vergangenen Jahr Umsatzzuwächse verzeichnen. Symbolbild: Green Solutions

Die deutschen Verbraucher haben auch 2021 in ihre „Wohnzimmer im Freien“ investiert und den Gartenmarkt damit um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen lassen, wie neue Daten des IFH Köln zeigen. Ebenfalls weiter auf Wachstumskurs befindet sich der deutsche Heimtiermarkt, der laut dem ZZF im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von rund sechs Milliarden Euro verbuchen konnte.

Rekordumsatz von 2020 nochmals übertroffen

2021 habe sogar den Rekordumsatz des Gartenmarktes im ersten Pandemie-Jahr übertroffen, gibt das IFH Köln aktuell bekannt. Laut den „Markt- und Distributionsdaten Garten“, die das Marktforschungsinstitut in Zusammenarbeit mit dem Industrieverband Garten (IVG) veröffentlicht, bescherte die auch im vergangenen Jahr anhaltende Sonderkonjunktur aufgrund von Corona dem Gartenmarkt erneut einen Zuwachs von 2,7 Prozent. Das Marktvolumen belaufe sich demnach auf 21,4 Milliarden Euro (zu Endverbraucherpreisen). Mit zu diesem Ergebnis beigetragen hätten neben der Corona-Pandemie auch die deutlichen Preissteigerungen, ohne die der Gartenmarkt 2021 vermutlich mit einem Minus von rund zwei Prozent abgeschlossen hätte, wie das IFH Köln erklärt.

Einzelne Warengruppen als besondere Gewinner

Als Gewinner im vergangenen Jahr haben sich den Betrachtungen zufolge insbesondere jene Bereiche erwiesen, die dem heimischen Garten mehr Gemütlichkeit und eine ansprechendere Optik geben. Konkret genannt werden die Segmente Gartenausstattung, Holz im Garten (darunter fallen Spielgeräte, Boden-Konstruktionshölzer, Zäune/Sichtschutz, Gartenhäuser, Carports und Sonstige) sowie Outdoor-Pflanzen. Aber auch Indoor-Pflanzen konnten demnach einen überraschend starken Zuwachs verbuchen, der laut IFH Köln jedoch weniger in einem Mengenzuwachs, sondern vielmehr in den sichtbar gestiegenen Preisen zu begründen sei.

Gartenfachhandel kann Abwärtstrend zumindest temporär stoppen

Im Gegensatz zu den Bau- und Heimwerkermärkten, die nach dem Rekordplus von 17 Prozent im ersten Jahr der Corona-Pandemie 2021 einen Umsatzrückgang von knapp sieben Prozent verzeichneten, konnte der Gartenfachhandel seinen Abwärtstrend im vergangenen Jahr zumindest vorübergehend stoppen. Zugleich nehme auch in dieser Branche die Bedeutung des Online-Handels weiter zu, der nicht nur innerhalb der vergangenen beiden Jahre die höchsten Wachstumsraten vorzuweisen hatte, sondern zudem seinen Marktanteil 2021 auf 7,5 Prozent steigern konnte. In einzelnen Warengruppen sei diese Entwicklung sogar noch deutlicher zu beobachten, wie das IFH Köln erklärt – insbesondere bei Garten- und Balkonmöbeln nähere sich der Marktanteil online demnach der 30-Prozent-Marke.

Umsatzwachstum auch in der Heimtierbranche

Deutliche Zuwächse im Online-Handel konnte ebenso die deutsche Heimtierbranche im vergangenen Jahr verzeichnen, wie der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF) aktuell meldet. Demnach wurde 2021 mit online verkauften Heimtierprodukten ein Umsatz von geschätzt rund 1,055 Milliarden Euro erzielt, was einem Plus von 233 Milliarden Euro oder 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche. Hinzu kommen ein Gesamtumsatz von 4,786 Milliarden Euro, die im stationären Fach- und Lebensmitteleinzelhandel verzeichnet wurden (plus sechs Prozent gegenüber 2020), sowie 162 Millionen Euro für Wildvogelfutter. Der Umsatz der deutschen Heimtierbranche liege somit bei insgesamt rund sechs Milliarden Euro.

Heimtier-Fertignahrung wächst um 6,5 Prozent gegenüber 2020

Das Vorjahresergebnis mit nunmehr 3,685 Milliarden Euro um 6,5 Prozent übertroffen habe laut ZZF der Umsatz mit Heimtier-Fertignahrung im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel. Stärkster Absatzweg in diesem Segment bleibe demnach der LEH einschließlich Drogeriemärkten und Discountern, wo im vergangenen Jahr mit einem Umsatzanteil von 61 Prozent 2,245 Milliarden Euro umgesetzt wurden. Das nach wie vor größte Futtersegment bilde der Markt für Katzenfutter, wo im vergangenen Jahr ein Gesamtumsatz von 1,787 Milliarden Euro und somit ein Plus von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet wurde. Stärkster Wachstumstreiber war dabei erneut das Segment Snacks (einschließlich Katzenmilch), das sich dem ZZF zufolge um neun Prozent auf einen Umsatz von 292 Millionen Euro steigerte. Deutliche Zuwächse verzeichneten darüber hinaus auch die Bereiche Feuchtfutter mit 1,170 Milliarden Euro (plus 5,9 Prozent) und Trockenfutter mit 325 Millionen Euro (ebenfalls plus 5,9 Prozent).

Hundefutter als zweitstärkstes Futtersegment

Das zweitstärkste Futtersegment ist laut ZZF der Markt für Hundefutter, der 2021 weiter gewachsen sei – im stationären Handel konnten demnach 1,677 Milliarden Euro Umsatz erzielt werden, was einem Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche. Noch einmal zugelegt habe vor allen der Bereich Snacks, der das Vorjahresergebnis mit jetzt 672 Millionen Euro und einem Plus von 11,6 Prozent übertroffen habe. Wie der ZZF weiter ausführt, war im Bereich Feuchtfutter ein Umsatz von 525 Millionen Euro (plus 4,6 Prozent) zu verzeichnen, während der Umsatz im Bereich Trockenfutter um 3,7 Prozent auf nunmehr 480 Millionen Euro stieg.

Umsatz mit Wildvogelfutter steigt auf 162 Millionen Euro

Ein Aufwärtstrend sei aber auch bei der Nahrung für weitere Heimtiere sowie Wildvogelfutter zu verzeichnen, freut sich der ZZF. So sei das Kleintierfutter hinter Katzen- und Hundefutter das drittstärkste Segment bei den Futtermitteln geblieben und habe nach dem Umsatzplus in den beiden Vorjahren in den klassischen Vertriebswegen erneut zulegen können (98 Millionen Euro/plus 7,7 Prozent). Auch der Umsatz am Markt für Zierfischfutter (56 Millionen Euro/plus 1,8 Prozent) ist 2021 demnach leicht angestiegen, während der Bereich Ziervogelfutter mit einem Umsatz von 67 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben sei. Im Segment Wildvogelfutter stieg der Umsatz gegenüber 2020 hingegen um ganze 26,6 Prozent auf 162 Millionen Euro, wie der ZZF erklärt.

Bedarfsartikel und Zubehör legen ebenfalls merklich zu

Ebenfalls merklich zugelegt habe im vergangenen Jahr das Segment Bedarfsartikel und Zubehör, wo mit einem Umsatz von 1,101 Milliarden Euro ein Plus von 4,6 Prozent zu verzeichnen war. Den größten Umsatzanteil in diesem Bereich konnte wie schon in den Vorjahren Katzenstreu mit 305 Millionen Euro erreichen (plus 4,5 Prozent). Wachstumsgewinner mit einer Steigerung um 6,7 Prozent auf 240 Millionen Euro ist laut ZZF Hundezubehör, gefolgt von Zubehör für Katzen (230 Millionen Euro/plus 5,5 Prozent). Weiter angestiegen ist demnach auch der Umsatz mit Bedarfsartikeln und Zubehör für Kleintiere (98 Millionen Euro/plus 3,2 Prozent) sowie Zierfische (195 Millionen Euro/plus 2,6 Prozent). Das Segment für Ziervögel habe das Jahr mit einem gleichbleibenden Ergebnis von 33 Millionen Euro abgeschlossen.

Fachhandel wichtigster Absatzweg für Bedarfsartikel und Zubehör

Während – wie oben erwähnt – für Heimtier-Fertignahrung der LEH stärkster Absatzweg ist, hat bei Bedarfsartikeln und Zubehör weiterhin der Fachhandel die Nase vorn: Hier wurden im vergangenen Jahr insgesamt 875 Millionen Euro umgesetzt, womit der Fachhandel mit einem Umsatzanteil von 79 Prozent der wichtigste Absatzweg in diesem Segment bleibe.