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Gartenbau Rheinland: Einzelhandel ist mit dem Jahr 2012 ganz zufrieden

Mit der Schulnote „Befriedigend“ werten die Einzelhandelsgärtner im Rheinland die Umsätze im Jahr 2012. Reiner Höpken (Burscheid), Vorsitzender des Fachverbandes rheinischer Einzelhandelsgärtner, berichtete bei der Verbandsausschusssitzung des Landesverbandes Gartenbau Rheinland.

Liberale Öffnungszeiten bieten dem Facheinzelhandel mehr Chancen. Foto: Gabriele Friedrich

Durch die Kälteperiode sei der Februar fast komplett ausgefallen. Erhebliche Frostschäden hatten die Betriebe, aber auch die Konsumenten zu verzeichnen. Das konnte der März mit einem sehr guten Absatz von Frühjahrsblühern wieder aufholen, sagte er auf Schloss Dyck in Jüchen. Witterungsbedingt begann die Beet- und Balkonpflanzensaison nicht wie in den Vorjahren bereits im frühen April. Doch auch hier holten die Betriebe die Vorjahreszahlen durch einen sehr guten Mai und gute Juni-Umsätze in der Regel wieder ein. Das Herbstgeschäft sei zumindest für die kleineren Betriebe wieder schwächer verlaufen.

Negativ wirkten sich insbesondere die Herbstferien aus. Insgesamt leiden die Betriebsergebnisse der Einzelhandelsgärtner unter erheblichen Kostensteigerungen für Betriebsmittel, so Höpken. Günstig wirkten sich dagegen die viel zu niedrigen Erzeugerpreise aus, die sich auch im Jahr 2012 nicht erholt haben.

Wieder verstärkt habe sich die Tendenz in den klassischen Einzelhandelsgärtnereien, vermehrt im Dienstleistungsbereich tätig zu werden. Wenn sie investieren, dann zumeist in größere Flächen in Richtung Gartencenter. Das verändert die Wettbewerbssituation in einer Region für die kleineren Einzelhandelsgärtner dann erheblich.

Höpken begrüßte den derzeitigen Gesetzentwurf in NRW mit wieder eingeführten Öffnungszeiten an den ersten Hauptfeiertagen. Er gehe davon aus, dass die Möglichkeit einer fünfstündigen Öffnung am Sonntag erhalten bleibt. Und dass durch entsprechende Sortimentsauflagen branchenfremde Mitbewerber auch weiterhin nicht öffnen dürfen. Wenn die Landesregierung dies so bestätigt, könnte das Ladenöffnungsgesetz zumindest für die Branche das liberalste im Bundesgebiet sein, sagte er.

Das Erstellen von Werbematerial habe der Verband fast vollständig heruntergefahren, berichtete er weiter. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, das die Interessen der Mitglieder beim Marketing sehr unterschiedlich seien. Beispielsweise die Werbemittel für die „Abenteuer-Gärtnerei“ für Betriebsbesuche von Kindergärten und Schulklassen seien nur von einer Handvoll Betrieben nachgefragt worden. Allerdings informiere der Verband weiter über die Bezugsquellen von Werbematerial beispielsweise zurzeit für die Topfpflanzenkampagne des Blumenbüros Holland oder die Kampagne von „Stars for Europe“. Marketingmaßnahmen sieht er bei den Einkaufsverbünden und Beratungsringen besser aufgehoben.

Die Öffentlichkeitsarbeit laufe gut über das „Grüne Medienhaus“ und daneben soll die Internetseite „ihre-gaertnerei.de“ weiter ausgebaut werden. Geplant sei, die geforderte Imagewerbung mit der Nachwuchswerbung zu verknüpfen und eine eigene Präsenz über die Internet-Plattform Facebook zu starten.

Weiterhin sollen die Mitglieder noch besser informiert werden über den internen Bereich der Internetseite des Landesverbandes. Dort sollen auch spezielle Informationen für den Einzelhandel über die eigene Datenbank des Bundesverbandes per Internet abgerufen werden können. Statt allgemeine Wahlplakate in teuren Paketrollen zu schicken, so Höpken, sollen sich diese zusätzlichen virtuellen Maßnahmen eher für die Betriebe lohnen. (fri)