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Gartenbau-Versicherung: später Hagel und ein Großfeuer prägten 2011

Anlässlich der Mitgliedervertreter-Versammlung der Gartenbau-Versicherung VVaG (GV) am 3. Juli 2012 in Wiesbaden, berichtete der Vorstandsvorsitzende Michael J. Baumeister über den Verlauf des 165. Geschäftsjahrs und gab Einblicke in die Unternehmensplanung. Die Gartenbau-Versicherung weitete 2011 ihr Geschäft auf Großbritannien aus und steigerte die Beitragseinnahmen um 8,5 Prozent. 

Wie in früheren Jahren sei der Gartenbau auch 2011 von den weltwirtschaftlichen Entwicklungen weitgehend unberührt geblieben, resümierte Baumeister. Vielmehr zeigte sich der Verlauf der Witterung wieder als wichtigster Einflussfaktor. In vielen Gemüsebau-Betrieben bestimmte die EHEC-Krise das wirtschaftliche Ergebnis.

Das Geschäftsjahr der Gartenbau-Versicherung war im Wesentlichen geprägt von der Erweiterung der Geschäftstätigkeit auf Großbritannien zum 1. Januar 2011 und die Weichenstellung zur Einführung von „Hortisecur“ in Frankreich und Italien im Jahr 2012.

Auf der Schadenseite war 2011 als ein spätes, aber schadenreiches Hageljahr gekennzeichnet mit hohen Entschädigungssummen, insbesondere bei Baumschulen. Mit 8,6 Millionen Euro schlug ein Feuerschaden in den Niederlanden als bisher höchster Einzelschaden der Gartenbau-Versicherung zu Buche.

Ein wichtiges Thema war die Prüfung der Gesellschaft durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die zufriedenstellend abgeschlossen werden konnte. Das Interne Risikomanagement wurde durch den Ende 2011 fertiggestellten Risikobericht und das Risikohandbuch weiter optimiert. Die Gartenbau-Versicherung erzielte im Berichtsjahr einen Beitragszuwachs von 8,5 Prozent. Die Gesamt-Beitragseinnahmen beliefen sich auf 68,2 Millionen Euro. Auf das Direktgeschäft entfielen 52,5 Millionen Euro. Dieses Wachstum ist von folgenden Faktoren geprägt:

  • Beitragsanstieg im Kerngeschäft Deutschland von 35,2 auf 35,9 Millionen Euro (plus 2,0 Prozent)
  • Anstieg der verdienten Beiträge im Europageschäft von 14,2 auf 14,8 Millionen Euro (plus 4,1 Prozent)
  • Beitragsanstieg im übernommenen Geschäft von 13,3 auf 15,7 Millionen Euro (plus 17,9 Prozent)

Mit einer Brutto-Schadenquote (die Brutto-Schadenquote beschreibt die Schadenquote vor Rückversicherung) von 74,2 Prozent im Gesamtgeschäft und 70,1 Prozent im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gehörte 2011 gerade noch zu den Jahren mit zufriedenstellender Schadenquote, sagte Baumeister. Diese gehe vor allem auf hohe Schäden durch Hagel in Deutschland und eine Rekordschadenquote bei Feuer zurück. Zusätzlich wirkten sich beachtliche Hagelschäden beim AgroRisk-Partner Vereinigte Hagelversicherung VVaG aus. Dass die Gesamt-Schadenquote dennoch vergleichsweise moderat blieb, lag an einer erfreulich niedrigen Schadenquote im Zweig Sturm.

Der absolute Schadenaufwand im Direktgeschäft der GV betrug brutto 35,5 Millionen Euro (Vorjahr 33,6 Millionen Euro). Nach Rückversicherung lag die Netto-Schadenquote bei 57,9 Prozent, sie bewegt sich damit im Bereich eines mittleren Schadenjahrs.

Ausführliche Informationen zum Schadensverlauf in den einzelnen Bereichen wie Hagel- , Feuer- oder Sturmversicherung lesen Sie in der aktuellen TASPO Ausgabe 28/2012. (dre/gv)