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Gartencenter Augsburg: alle Filialen laufen

Die Geschäfte laufen weiter, alle sechs Standorte bleiben erhalten, alle Mitarbeiter weiter beschäftigt, das kündigte der neue Geschäftsführer des Gartencenters Augsburg an. Rechtsanwalt und Restrukturierungsexperte Burkhard Niesert stellte am Donnerstag vergangener Woche in einer Pressekonferenz im Schwerter Gartencenter von Augsburg seine Pläne vor.

Attraktiv präsentiert bei Augsburg. Foto: Gabriele Friedrich

Der Verkauf gehe in allen sechs Gartencentern wie gewohnt in vollem Umfang und mit allen Sortimenten weiter. Seit Anfang Februar schwebt die familiengeführte Gartencenter-Kette im vorläufigen Insolvenzverfahren. Dank guter Kontakte zu Lieferanten seien alle Standorte für die bevorstehende Saison gut gerüstet.

Die drei Zentraleinkäufer bekämen bestellte Mengen und auch zu gleich guten Konditionen. Hier garantieren und überwachen die vorläufigen Sachwalter Rechtsanwalt Achim Thiele von der Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen und Partner aus Dortmund für die Bezahlung. So sollen die kommenden Monate entscheidend für die positive Kehrtwendung werden.

Dafür würden alle 383 Mitarbeiter, davon 177 geringfügig Beschäftigte gebraucht, eventuell sollen sogar zusätzliche eingestellt werden. Für drei Monate fallen für das Unternehmen keine Personalkosten an, es wird Insolvenzgeld bezahlt. Somit sei das Gartencenter Augsburg in der Lage, mit engagierten Mitarbeitern, mit breiten Sortimenten, guten Qualitäten und einer ansprechenden Warenpräsentation das Ruder wieder herumzureißen.

Denn die Massen- und Billigstrategie der Vergangenheit habe letztlich zu der Insolvenz geführt. Das zuletzt 2011 eröffnete Gartencenter in Krefeld habe diese Preiskampfstrategie nicht vertragen. Die Umsätze waren zu gering, die Miete im Leasingmodell zu hoch, so Niesert. Auch darüber sei mit den Beteiligten noch zu verhandeln.

Die Gläubigerbanken hätten Massekredite gewährt, sodass die Liquidität auch für die kapitalintensive Saisonzeit gewährleistet sei. Niesert sprach von 30 bis 35 Millionen Euro für alle Standorte, manchmal seien bis eine Million Euro pro Tag für Hartwaren und Pflanzen in der Saisonspitze nötig. Schon jetzt war im Gartencenter in Schwerte eine deutliche Umkehr zu erkennen.

Früher wurde viel Massenware auf Tischen übersichtlich zu Niedrigpreisen angeboten. Jetzt haben sich die Sortimente in Breite und Tiefe entwickelt, hin zu mehr Auswahl und zur Qualität. Überall sind jetzt dekorative Präsentationen zu sehen. Hinzugekommen ist auch viel Markenware wie Weber-Grill, Kiepenkerl, Kettler, Sandra Rich, eine größere Gartenmöbelabteilung, Keramik, Boutique-Artikel sowie eine Weinecke.

Für Mai ist laut Niesert die Insolvenzeröffnung geplant, im Juni, hofft er, bei der Gläubigerversammlung einen Insolvenzplan verabschieden zu können und damit die Zukunft des gesamten Unternehmens zu sichern. Im Insolvenzfall dürfen keine Gutscheine der Kunden mehr eingelöst und auch keine neuen verkauft werden. Niesert bezifferte die ausstehende Summe auf gut 300.000 Euro für alle sechs Filialen. Er möchte sie später zu 100 Prozent einlösen, voraussichtlich ab Herbst, damit die Liquidität erhalten bleibt. (fri)