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Gartencenter: Blogs als Mittel der Kundenbindung

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Ein öffentlicher Blog-Beitrag über die eigene Preisgestaltung? Ungewöhnlich, ist das doch eher ein sensibles Thema, über das man nicht spricht. Für Christian Dinger von Dinger‘s Gartencenter in Köln war jedoch gerade das ein Erfolgsrezept – genauso wie sein Blog als Ganzes.

Sensibles Thema, perfekt umgesetzt: Im Blog klärt Dinger's Gartencenter über seine Preisgestaltung auf. Foto: Screenshot

Dinger macht seine Preisgestaltung im Blog transparent

Vermeintlich hohe Preise, aber komfortabel und gut sortiert: Dinger‘s Gartencenter in Köln-Vogelsang hat bei vielen Kunden das Image einer „Apotheke“. Grund genug für Inhaber Christian Dinger, seine Preisgestaltung im Blog-Artikel „Sieben gute Gründe für die ‚Pflanzenapotheke‘“ öffentlich darzustellen. Schließlich soll dieses hochpreisige – oder besser teure – Image möglichst wenig potenzielle Kunden vom Besuch im Gartencenter abschrecken.

Ob Qualität, Service oder Preisstabilität – Christian Dinger setzt ganz auf Transparenz und Überzeugung und der Blog-Artikel zeigt anschaulich, was gerade für seine „Pflanzenapotheke“ spricht. Und der Kunde kann alles nachvollziehen.

Der Beitrag soll laut Christian Dinger explizit keine Rechtfertigung für irgendwelche Preise sein, was wegen der hohen Qualität der Produkte auch nicht nötig sei. Das Gartencenter stehe schließlich hinter seinen Produkten, die zudem oft mit denen in Baumärkten verglichen würden, die in puncto Qualität kaum mithalten können.

Gartencenter-Kunde fühlt sich durch Blog bestätigt und damit gut aufgehoben

„Du hast die richtige Entscheidung getroffen, die Pflanze oder das Produkt bei uns erworben zu haben.“ Mit dem Blog kann Christian Dinger dem Kunden sozusagen auf die Schulter klopfen und ihn in seiner Kaufentscheidung bestätigen, dass er alles richtig gemacht hat und dafür mit gutem Gewissen auch etwas mehr gezahlt hat.

Der Kunde wird seine Zufriedenheit auch im Bekanntenkreis weitergeben und auch selber wieder ins Gartencenter kommen. So gesehen liefert der Blog eine perfekte Argumentationsgrundlage, warum man gerade bei Dinger‘s Gartencenter vermeintlich teure Sachen gekauft hat.

„Dabei liegen die realen Preise im Vergleich zu anderen eigentlich noch im Mittelfeld und sind verglichen mit der guten Produktqualität sogar eher noch zu billig“, so Christian Dinger. Der hohe Pro-Kopf-Umsatz im Gartencenter zeige aber, dass er mit seinem Konzept richtig liege, und auch die Resonanz der Kunden auf den Blog-Artikel sei sehr gut.

Ein Blog als Instrument der Kundenbindung

In einem Blog kann ein Händler sein Geschäft drum herum bestens präsentieren, was einen eigenen Blog für Gartencenter interessant macht. Ob Produktinformationen, Pflanzenwissen, Hinweise auf aktuelle Rabatt-Aktionen, Anleitungen zur Gartenpraxis, Videos zu bestimmten Produkten oder auch einfach nur tolle Garten-Ideen – die Möglichkeiten an Inhalten sind riesig.

So macht es auch Dinger‘s Gartencenter, dessen Blog für den Inhaber als zusätzliche Möglichkeit der Kundenbindung gesehen wird. „Wir wollten neben der Social-Media-Schiene noch ein weiteres Instrument haben, das die eher traditionellen Kunden anspricht, die tiefer in die jeweiligen Themen eintauchen möchten“, so Christian Dinger. „Im Blog haben wir bessere Gestaltungsmöglichkeiten was Design, Inhalt und Länge des Themas angehen.“ Kein Wunder also, das viele der Leser bereits überzeugte Kunden von Dinger sind.

Daneben dient der Blog auch zur Werbung für einzelne Produkte oder Produktgruppen aus dem Sortiment und vermittelt dem Kunden gleich den richtigen Umgang damit, sodass der Erfolg gesichert ist. Somit hat sich der Blog nach nur zwei Jahren zum festen Bestandteil der Internetpräsenz entwickelt.

Lohnt sich ein Blog für Gartencenter?

Ganz klar, ja. Wenn man es ernst meint. Auch wenn sich der Erfolg wie bei vielen Werbeaktionen nicht unbedingt in konkreten Zahlen ausdrücken lässt, sieht Christian Dinger seinen Blog als wertvolles Element der Werbung und nimmt dafür auch den im Vergleich zu Facebook & Co. höheren Aufwand in Kauf. Schließlich wurde eigens ein Mitarbeiter für den Blog engagiert, der sich aber auch um Social Media kümmert. Aber fachkundige Erstellung, Lektorat und professionelle Gestaltung der Blog-Artikel erfordern Zeit und Wissen, weshalb diese Beiträge auch seltener erscheinen als etwa die Facebook-Einträge.

Aber, so Christian Dinger: „Möchte ich hochwertig, edel und kompetent dastehen, sollte sich das auch im Blog so darstellen und der Aufwand ist dann höher.“ Darüber müsse man in sich im Klaren sein, bevor man mit einem Blog startet.

Wie das Beispiel der Preisgestaltung zeigt, bleibt man mit außergewöhnlichen Themen und/oder solchen mit hohem Nutzwert im Gespräch und der Blog-Inhaber wird mit Garten-Kompetenz und guten Ideen in Erinnerung gebracht.