TASPO GartenMarkt

Gartencenter: Event-Flächen von Anfang an einplanen

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Das Erfolgsrezept des Local Heros liegt heute in der Vernetzung mit anderen – auch wenn dies ein wenig paradox klingen mag. Darüber waren sich jedenfalls die Teilnehmer des aktuellen Round-Table-Talks einig. Das Thema des vom Unternehmen K.U.L.T.OBJEKT veranstalteten Cross Innovation Talks (CIT) am 24. April lautete: Local Hero – fest verwurzelt abseits des digitalen Dschungels.

Erfolgreiche Local Heros vernetzen sich

Ganz abseits des digitalen Dschungels zu agieren, das kann sich heute auch ein noch so lokal eingebundener Platzhirsch nicht mehr leisten, das wurde schnell klar. Die Diskussion machte deutlich, wie stark die Folgen der Digitalisierung und das dadurch veränderte Verbraucherverhalten auch lokale Einzelhändler zwingen, dynamisch zu reagieren.

Die erfolgreichen Local Heros vernetzen sich mit ihrem Umfeld und übernehmen Leistungen von Anbietern aus ihrem unmittelbaren Umfeld. So schafft der Modehausbetreiber eine Plattform für eine regionale Theatergruppe, oder beim Buchhändler gibt es eine Weinverkostung eines regionalen Weingutes. Näher befasst mit der Frage Events & Gastronomie im Einzelhandel als Antwort auf den digitalen Handel hat sich Jens Fischer, CEO des Planungsbüros K.U.L.T.OBJEKT.

Lokale Kooperation als Teil des eigenen Geschäftsmodells

Wie er beobachtet, haben erfolgreiche Einzelhändler die lokale Kooperation mit anderen Anbietern als Teil des eigenen Geschäftsmodells erkannt, und neben dem Modeeinkäufer einen Eventmanager angestellt, der auch die zeitlichen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommt, zugkräftige Events im Handel zu planen.

„Da gibt es unter den erfolgreichen Local Heros Unternehmen, die diese Karte bereits erfolgreich spielen, um sich vom digitalen Handel abzuheben“, so Fischer. Keine Branche sei davon ausgenommen, hier aktiv werden zu müssen. Mit Bausteinen, die den Kunden unterhalten, seine Aufenthaltsdauer zu verlängern, werden Frequenzen erhöht und Synergien geschaffen die aus Kundensicht gedacht sind, hebt Fischer im Gespräch mit TASPO GartenMarkt hervor.

Kundenbesuch im Gartencenter interessanter machen

Den Kundenbesuch im Gartencenter noch interessanter zu machen, nach dem Motto: „Hey, iss etwas und hab‘ eine schöne Zeit im Markt“, den Kunden also zu unterhalten, diese Dinge würden unter dem Druck des Online-Kanals noch viel bewusster gespielt, meint Fischer und: „Die erfolgreichen Unternehmen haben auch Spaß dran.“

Im Gartenbereich verpasst man seiner Meinung nach im Moment „so ein bisschen diese Sehnsucht“, die bei den Leuten entsteht nach Begegnungsstätten. „Die Freude die darin steckt, Menschen zu treffen, miteinander zu reden, das kann Online nicht.“ Online trage nur von einem Webklick zum anderen, „es kann dich zwar emotional touchen, aber dringt nie durch zum Herz.“

An Orten, die von vorneherein so positiv geladen sind wie ein Gartenmarkt, seien positive „Vibrations“ ja schon vorhanden. „Wer es versteht solche Orte zu einem Ort zu machen, der es dem Kunden ermöglicht: Ich will mal raus aus dem alltäglichen Umfeld, ich will mal eine schöne Zeit haben“, sei für die Zukunft gut aufgestellt.

Shop-Flächen im Gartencenter rechtzeitig planen

Den Gartenmarkt zum Treffpunkt mit anderen zu machen, und diese Nuance auch bewusst zu spielen, sollten die Betreiber nicht nur verstehen, sondern auch anfangen entsprechend danach zu handeln. „Ich glaube jedes große Gartencenter braucht heute schon einen Eventmanager.“

Das hat, wie Fischer weiß, Auswirkungen auf die Infrastruktur im Gartencenter: Es müssen dynamische, temporäre Eventflächen ganz bewusst in der Planung schon von Anfang an mit einbezogen werden. Der Aufwand, so ein Event durchzuführen muss so niedrig wie möglich sein und der Nutzen so groß wie möglich, urteilt Fischer.

Einzubeziehen seien Themen wie: Wie leite ich die Besucher an die richtigen Orte, wo können sie ihre Bekleidung abgeben bei der Abendveranstaltung und: Wie läuft das mit der Versorgung – gibt es temporäres Catering? Was ist mit der Technik: ist bespielen mit Ton geplant? Und was ist mit einem permanenten Pop-up-Store im Laden: eine dauerhafte Shop-Fläche, die aber ständig wechselt, in dem was sie präsentiert?

Kooperationen mit lokalen Anbietern suchen

Für eine lokale Kooperation im Gartencenter gibt Fischer ein Beispiel: Warum kann ein Hochzeitsausstatter nicht im Gartenmarkt seine tollsten Hochzeitskleider zeigen? Blumen und Hochzeit gehören doch zusammen!

„Dies alles sind Dinge“, so Fischer, „die ein anderes Planungs-Know-how brauchen, bezogen auf Innenarchitektur, technische Ausstattung etc. Wenn man Eventflächen bewusst von vornherein berücksichtigt, kommt dabei nur eine andere Art von Investition heraus, die aber nicht zwangsläufig höher ist.“

Mehr zum Thema Event & Gastronomie im Einzelhandel lesen Sie in der TASPO 17/2018, die am 27. April erscheint.