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Gartencenter-Kette Kölle strebt vermehrt in Richtung Norden

Die Gartencenter-Kette Kölle plant, in Hannover einen neuen, großen Standort zu eröffnen. Der neue Markt soll auf dem ehemaligen Expo-Gelände der Landeshauptstadt, im sogenannten „Expo-Park“, genau neben einem großen Ikea-Markt entstehen, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) meldet. 

Hier im Hannoverschen Expo-Park könnte bald ein neues Kölle-Gartencenter entstehen. Foto: Christian Link

Geplant ist, dass dort unter anderem mehrere Tausend Quadratmeter Schaugärten gebaut werden sollen. Laut HAZ-Informationen ist das Thema bereits Gesprächsgegenstand im Aufsichtsrat der städtischen Expo-Grund GmbH, auch die Genehmigungsbehörden von Stadt und Region sollen dem Projekt aufgeschlossen gegenüberstehen.

Während es bei früheren Ansiedlungsplänen, etwa von Möbelhäusern, viele Vorbehalte gab, sehen die Verantwortlichen ein Gartencenter weniger als Konkurrenz für die Innenstädte von Hannover und dem nahen Laatzen, heißt es. Die Region Hannover achtet sehr darauf, dass sich an dem Expo-Standort keine Handelssortimente ansiedeln, die die Innenstadt gefährden – Gartenbauprodukte sieht man hier allerdings nicht als Konkurrenz wie beispielsweise Kleidung oder Accessoires. „Wir haben aber noch nicht genug Unterlagen vorliegen, um das Vorhaben im Detail zu prüfen“, wird Regions-Planungsdezernent Axel Priebs zitiert.

Derzeit verfügt Kölle über zwölf Standorte bundesweit, vor allem im Süd-Westen Deutschlands und rund um Berlin. Nun strebt die Gartencenter-Kette verstärkt gen Norden – im Hamburger Stadtteil Volksdorf erwarb das von Angelika Kölle geführte Familienunternehmen die Immobilie des bisherigen Pflanzenforums und eröffnete nach umfangreichen Umbau im Frühjahr 2011 die erste Kölle-Filiale in der Hansestadt. 75 neue Stellen schuf das Heilbronner Unternehmen an dem neuen Standort, das Gartencenter dort umfasst 12.000 Quadratmeter und 400 Parkplätze.

Laut Kölle-Expansionsleiter Christian Hans wünscht sich das inhabergeführte Unternehmen nach Hamburg aus logistischen Gründen einen weiteren Standort in der Nähe – da sei Hannover erste Wahl. Der Expo-Park, in dem zur Weltausstellung viele Nationenpavillons standen, hätte nach Wunsch der Stadt eigentlich ein Hightech-Gewerbestandort Hannovers werden sollen.

Inzwischen haben sich dort Möbelhändler von Ikea bis Klingenberg und Autohäuser von BMW über Ferrari bis zu einem Auto-Technik- und Lack-Zentrum angesiedelt. Bei Pflanzen Kölle ist man sicher, dass Hannover ein weiteres großes Gartencenter verträgt. Dem Unternehmen wäre allerdings eine alleinige Ansiedlung im Expo-Park „zu weit außerhalb“, wird Hans zitiert. Deshalb plant man, zusätzlich ein Geschäft in Citynähe zu eröffnen. „Ich habe mir gerade Angebote für verschiedene Standorte zuschicken lassen“, sagt Hans gegenüber der HAZ.

Der letzte große Expansionsschritt von Kölle vor Hamburg war die Eröffnung des Kölle-Gartencenters in Wiesbaden 2008. Mehr als 20 Millionen Euro haben die Heilbronner in dieses Center investiert. (kla)