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Gartencenter-Neubau: ein Stockwerk tiefer gelegt

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Eine echte Punktlandung schaffte das Unternehmerpaar Ulla und Robert Baumer mit Gewächshaus-Neubau und völliger Umgestaltung ihres Gartenbau-Betriebs im bayerischen Oberviechtach: Fast auf den Tag genau nach einem Jahr Planungs- und Bauzeit wurde das neu gestaltete „grün erleben“-Gartencenter fertig – und das, obwohl das Projekt eine sehr ungewöhnliche Dimension hatte.

Komplettes Feld verlegt, um Parkplatz und Gartencenter auf eine Ebene zu bekommen

Für den Neubau wurde nämlich ein ganzes Feld um einige Meter tiefer gelegt, um den neuen Parkplatz auf eine Ebene mit dem Gartencenter zu bekommen. „Früher lag unser Parkplatz unterhalb des Betriebs. Es gab bei den Kunden auf dem Weg zum Auto immer mal wieder Unfälle mit den Einkaufswagen“, blickt Diplom-Kauffrau und Inhaberin Ulla Baumer zurück.

Als die mit den Jahren immer mehr erweiterte Einzelhandelsgärtnerei schließlich für die wachsende Kundenzahl zu klein wurde, zudem einige weitere Schwachstellen wie ein zu kleiner Kassenbereich, der gleichzeitige Ein- und Ausgang und die geringen Verkaufs- und Wegeflächen immer offensichtlicher wurden, entschieden sich die Unternehmer für einen kompletten Neu- und Umbau an gleicher Stelle. Hauptziele: ein großzügiges Gartencenter mit ausreichend Platz für alle Sortimente sowie ein ebenerdiger Parkplatz und Eingangsbereich.

Gewächshausbau-Unternehmen plant Betrieb komplett um

Einen passenden Planungspartner fanden die Baumers im Gewächshausbau-Unternehmen Rabensteiner aus Esslingen. Das machte Nägel mit Köpfen und plante den Betrieb komplett um. In kurzen Worten fasst Rabensteiner-Geschäftsführer Karl Bärlin das Projekt so zusammen: „Kalthaus mit 3.500 Quadratmetern angebaut, Kundenrundlauf gedreht mit neuem Parkplatz, Eröffnung am 14. März 2019.“ Das klingt eher einfach – aber „es war ein Turbo-Projekt“, sagt Bärlin.

Innerhalb von elf Monaten entstanden 103 ebenerdige Parkplätze, ein neues Saisonhaus, mehr Platz für die Baumschule, komfortable Produktionsflächen für einen regionalen Pflanzenanbau, ein großzügiger Zimmerpflanzen- und Boutique-Bereich und ein Kinderspielhaus. Baubeginn des Rohbaus war Ende Mai 2018, Eröffnung des Gartencenters dieses Jahr im März.

Gesamte Kundenführung ändert sich im umgestalteten Betrieb

Einer der spektakulärsten Bauabschnitte war der Abtrag des hinter der Gärtnerei gelegenen Felds – insgesamt ein Geländeabtrag von rund 20.000 Kubikmetern – für den neuen Parkplatz, der nun samt neuem Haupteingang auf die andere Seite des Betriebs gekommen ist. Eine Stützmauer sichert das Gebäude auf der Hangseite, dadurch entstand außerhalb des Gewächshauses noch eine Lagerfläche für Pflanzen.

Durch die Verlegung änderte sich auch die gesamte Kundenführung, die nun durch den neuen, auffälligen, holzverschalten Eingangsbereich des Gartencenters, dann durch den Neubau und die umgebauten Altbauten zum neuen Kassenbereich und Ausgang führt.

Junge Kunden sind „geflasht“ vom neuen Gartencenter

Weil der Verkauf während des Neubaus im alten Teil weiterging, bekamen viele Kunden vom Bau nicht einmal groß etwas mit, weil er hinter der alten Gärtnerei stattfand. Spätestens, als dann aber zum Jahreswechsel 2018/2019 auch der Umbau des alten Bereichs erfolgte, dieser deshalb geschlossen wurde und alles über den Neubau lief, mehrten sich anfangs schon die skeptischen Stimmen vor allem der älteren Stammkunden. Nach weiteren acht Wochen war dann aber auch der Umbau des alten Traktes vorbei – und begeisterte viele Kunden: Vor allem junge Menschen unter 40 seien „geflasht“ gewesen vom Neubau, sagt Ulla Baumer.

Die Kunden mittleren Alters zwischen 40 und 50 hätten sich erst einmal abwartend verhalten – die über 60-Jährigen hätten fast ein bisschen ärgerlich gewirkt, sich angesichts der weiten Wege und der ungewohnten Sortimentsaufbauten erst einmal leicht überfordert gezeigt. „Aber spätestens beim dritten Besuch hatte sich eigentlich jeder daran gewöhnt“, lacht die Unternehmerin.

Mehr zu dem spektakulären Neu- und Umbauprojekt sowie dem bewusst langsamen Wachstum des Betriebs von der ehemaligen Produktionsgärtnerei mit kleinem Einzelhandel hin zum großzügigen Gartencenter lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von TASPO GartenMarkt, die Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.