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Gartencenter-Seminar für besseren Rosenabsatz

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W. Kordes‘ Söhne (Klein Offenseth-Sparrieshoop) ist die erste Rosenbaumschule, die für Verkaufsmitarbeiter in Gartencentern jetzt ein Rosen-Seminar anbietet. Ziel ist, das Wissen der Teilnehmer über die Rose zu bereichern und zu ergänzen. Denn nur Verkäufer, die ihr Produkt gut kennen, sind in der Lage, den Kunden optimal zu beraten.

Die Kleinstrauchrose ‘Topolina’ aus dem „Nektargarten“-Sortiment. Foto: Kordes Rosen

Züchtungsleiter Thomas Proll gab bei dem Seminar, das in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal stattfand, einen Einblick in die Züchtung und Selektion von Rosenneuheiten. Kriterien wie Containertauglichkeit oder CC-Fähigkeit würden inzwischen in die Züchtungsarbeit mit hineinspielen.

Rosen: Verkaufshilfen für Gartencenter

Wiederverkaufsleiter Otto Hartlieb stellte Angebotsformen der Rosen und Verkaufshilfen für die Gartencenter vor. „Aktuell ist zu beobachten, dass viele Rosen nur noch als reiner Saisonartikel angesehen werden, im Pflanzgefäß landen und im Herbst dann gegen Callunen ausgetauscht werden. Die Herbstpflanzung fällt immer mehr weg. Dabei gibt es im Spätsommer durchaus Potenzial, wenn die Verkaufsflächen entsprechend inspirierend gestaltet werden.“

Thomas Kruse, ebenfalls im Verkauf, berichtete über neue Konzepte aus dem Hause Kordes. Zum Beispiel eine Auswahl von Kleinstrauchrosen, die in Kombination mit Stauden als „Nektargarten“ vermarktet werden. Ein Ausflug an den ADR-Standort Ellerhoop zeigte, nach welchen Kriterien die Prüfung erfolgt oder dass es aufgrund der Witterung dieses Jahr Probleme mit Rost gäbe. Der Besuch in Ellerhoop ermöglichte zudem den direkten Sortenvergleich. Gartencenter-Mitarbeiter sehen die Ware nur im Container, aber kaum am Standort im Garten.

Gartencenter bei Rosen oft zu wenig innovationsfreudig

Die Fachleute bei Kordes Rosen beobachten schon seit längerem, dass die Gartencenter in Sachen Rosen zu wenig innovationsfreudig seien und eher an alten Sortimenten festhalten oder Rosen zu günstigen Preisen anbieten. Das Problem dabei: Man sieht der Ware im Container nicht an, welche inneren Werte sie hat. Dies zeigt sich erst beim Kunden.

Mit dieser Strategie würden sie dabei aber weder sich noch dem Kunden einen Gefallen tun. Denn wenn der Kunde keinen Erfolg mit seiner Rose habe, kaufe er sich keine Neue. „Die Sortimente der Züchter sind auf die aktuellen Bedürfnisse von Handel und Kunden optimal zugeschnitten. Die Empfehlungen haben Hand und Fuß“, sagt Wilhelm-Alexander Kordes.

Mengen und Sorten oft nach Schema F bestellt

Doch im hektischen Frühjahr werden Sorten und Mengen häufig nach Schema F bestellt. „Mit dem Seminar wollen wir aufklären, was es an guten, neuen Sorten gibt, an denen der Kunde zum Beispiel durch geringen Pflegeaufwand, lange Blütezeit und Robustheit mehr Freude hat. Denn viele trauen sich nicht an die Rose heran, weil ihr immer noch das Image der ‚Diva‘ anhaftet, die ständig umsorgt werden muss.“

Stark nachgefragt werden nach Angaben von Wilhelm-Alexander Kordes die sogenannten „Sunshine-Farben“ wie Apricot, Orange, Gelb und Gelborange, aber auch Eyecatcher-Farben wie Lavendeltöne, Bordeaux und Purpurrot. Nach wie vor spielt aber auch die Gesundheit der Pflanze ebenso eine Rolle wie der Duft, zum Beispiel bei den Parfuma-Rosen. An Arten werden laut Kordes Rosen derzeit Beetrosen, Kletterrosen und die neue Generation Edelrosen mit Doldenblüten gut verkauft. Auch würden Gartencenter Rosen bevorzugen, die sich selbst ausputzen, während der Privatmann sich gerne um seine Pflanze kümmert und verblühte Blütenstände abschneidet.

Kletter- und Hochstammrosen im Trend

Während der abschließenden „Feedback-Runde“ berichteten die Teilnehmer über den Saisonverlauf: Nach eher schleppendem Start aufgrund der kalten Witterung wurden Beet-, Duft- und Nostalgierosen gut nachgefragt. Kletter- und Hochstammrosen befänden sich aufgrund der zunehmenden Verstädterung im Trend. Der Kunde kaufe bevorzugt blühende Ware und sei bei kräftigen Pflanzen im großen Container auch bereit, einen entsprechenden Preis zu bezahlen.

Immer wichtiger sei es, das Thema Rosen aufzuarbeiten und zu inszenieren. Rosentage zeigen, dass die Rose keinesfalls „out“ sei und ein positives Image habe. Doch der Kunde wolle auch die Geschichte hinter der Rose. Er kaufe nicht nur ein Produkt, sondern wolle sich inspirieren lassen. Wiederverkaufsleiter Otto Hartlieb: „Der Markt hat sich stabilisiert. Es hat sich nicht bestätigt, dass Rosen nicht mehr nachgefragt werden. Doch in Zukunft braucht es entsprechende Marketing-Pakete um die Geschichte hinter dem Produkt zu erzählen.“

Das nächste Kordes Rosen Gartencenter Seminar findet am 28. Juli 2016 statt.