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Garteneinrichter Gudewer auf dem Weg zum Gartendiamanten

Die Garteneinrichter Gudewer in Hamburgs Westen setzen auf Qualität, Verlässlichkeit, Kreativität und Expertentum. Wohlfühl-Oasen aus aller Welt – dieser Slogan verbindet die einzelnen Marketingaktionen, die die John Gudewer & Sohn GmbH & Co. KG an jeweils einem Samstag in einem der Outdoor-Monate in 2011 für ihre Kunden geplant hat. Dabei geht es auf eine Weltreise, nacheinander in die Provence, nach Asien, Hamptons auf Long Island, New York, Mallorca, England und Sylt.

 

Angesprochen werden sollen mit der neuen Werbelinie alle Sinne der Kunden, sei es mit Salzluft, Möwengeschrei, Meeresrauschen oder Lavendelduft. „Mit seinen Lieblingsstücken verbindet man doch Erinnerungen“, erläutert Geschäftsführer Thies Gudewer, egal, ob es sich nun um Musik, Schmuck oder ein Möbelstück handelt. Deshalb sollen die Ambiente möglichst authentisch gestaltet werden, um eben solche Erinnerungen zu entfachen.“

Die angegebenen sechs „Stilrichtungen“ finden sich auch auf den professionell gestalteten, bewegten, aber nicht überfrachteten, sondern übersichtlichen Internetseiten des Unternehmens aus dem Hamburger Westen. Dabei dient die Homepage nur der Präsenz und der Aufmerksamkeit. Ganz entgegen dem Trend gibt es nämlich keinen Internet-Verkauf. Für das Einkaufserlebnis kommen die Kunden nicht nur aus den gut situierten westlichen Elb-Gebieten, sondern auch aus Stade, Flensburg oder Lüneburg nach Hamburg.

 


Schwerpunkt Outdoor-Möbel

Schon jetzt ergänzt der Titel „die Garteneinrichter“ den Firmennamen. Aber „Wir wollen für Norddeutschland der Gartendiamant werden“, sagt der Chef des Unternehmens selbstbewusst. Der Schwerpunkt liegt dabei ganz eindeutig auf den Outdoor-Möbeln, die auf einem Großteil der rund 2.400 Quadratmeter Verkaufsfläche präsentiert werden. Von Dedon über Manutti bis BarlowTyrie, von Royal Botania über Skagerak bis Triconfort und Tuuci – insgesamt 17 Hersteller des gehobenen Niveaus stehen zur Auswahl.

Trotz dieser vielen Marken gibt es gegenüber dem Kunden nur eine Aussage und eine gleichbleibende, solide und dauerhafte Qualität. Das hat sich herumgesprochen. Und so liefert Gudewer auf Anfrage seine Waren weltweit aus, weil der eine eben ein Ferienhaus auf Sylt, der andere auf Mallorca oder in Venedig oder der Dritte eine Eigentumswohnung in Boston oder London hat. Die gute, „durable“ Verarbeitungsqualität macht das Möbelsortiment auch tauglich für die Ausstattung von Yachten. Wie man an diese Absatzschiene kommt? „Das war eher Zufall“, erläutert der 44-jährige Diplomkaufmann, „und entstand beispielsweise über einen Kontakt zur heute nicht mehr existierenden Hamburger Werft Blohm & Voss.“ Alle diese besonderen Aufträge, auch Hotel- und Spa-Ausstattungen, werden gern erfüllt, natürlich nach Absprache mit den Lieferanten und zu anderen Konditionen, aber der Schwerpunkt liegt ganz eindeutig und zu 90 Prozent auf dem normalen Einzelhandel, den Garten- und Hausbesitzern.

Ein Beispiel für die ganzheitliche, Werbekonzeption – von der Anzeige über die Außenwände bis zur Ausstellung – ist die Grillkampagne im zeitigen Frühjahr, die gemeinsam mit einer Agentur erarbeitet wurde. Schon am Eingang hängen großformatige Plakate mit sommerlichen Grillmotiven.

„Die Werbung soll Geschmack machen, es soll lecker rüberkommen“, sagt Thies Gudewer. So gibt es auf den Plakaten beispielsweise keinerlei Preise zu lesen.


Der Experte kennt die Schwächen

Die Hauptklientel der Garteneinrichter ist zwischen 45 und 65 Jahren alt, ist eher traditionsbewusst und bevorzugt klassische, traditionelle Stilrichtungen. Das entspricht auch dem angebotenen Sortiment, das nicht jede Saison total ausgetauscht werden muss, um aktuell zu wirken. „So sind wir nicht aufgestellt“, sagt Thies Gudewer, „wir pflegen eher langfristige Beziehungen und müssen nicht jedes Jahr alles erneuern.“

Was nicht heißt, dass die Entwicklungen nicht beobachtet werden. Regelmäßig schaut sich Gudewer auf den einschlägigen Messen und Einkaufstagen um, sei es auf der Gafa oder der Spoga, der Ambiente oder der Maison & Objet in Paris, der Christmas World oder der Early Bird in Hamburg. Diese intensive Marktbeobachtung und langjährige Erfahrung, gepaart mit dem Einblick in die Sortimente so vieler Hersteller, kurz gesagt das Expertentum, schätzen nicht nur die Kunden. Weil Gudewer und sein Team genau wissen, wo die Vorzüge, aber auch die Schwachpunkte der diversen Produkte versteckt sind, wurden sie schon von Herstellern gefragt, ob sie nicht bei der Möbelentwicklung mitmachen wollten. Das wäre dann aber doch ein Spielfeld zu viel gewesen.

Die konsequente Entwicklung eines eigenen Firmenprofils verfolgt Gudewer verstärkt seit einigen Jahren. Nach einer mehrjährigen „Einarbeitungszeit“, in der er gemeinsam mit seinen Eltern das Geschäft führte, übernahm der Groß- und Außenhandelskaufmann 2000 allein die Geschäftsleitung. Vor sechs Jahren gehörten noch Rasenmäher zum Programm und eine Werkstatt für das Schleifen der Messer. Zeitweise war die Firma auch Mitglied bei „Einfach sagenhaft – Bellandris“. Das Konzept war Gudewer aber einerseits zu allgemein gehalten, andererseits zu sehr reglementiert. Er wollte auf keinen Fall Gefahr laufen, ein Kettenimage zu entwickeln, sondern suchte ein eigenes Profil mit Alleinstellungsmerkmal und Individualität.

So kam es zwangsläufig zu den Fragen: „Was erwartet der Kunde von uns? Warum kommt er überhaupt hierher und was sucht er an Besonderheiten?“ Die Antwort lautete Möbel, Accessoires und Pflanzen – und ein gewisses Service-Sortiment in Form von Spaten, Dünger, Pflanzenschutzmitteln, Gießkannen, Gummistiefeln und einige mehr. Wichtig dabei: Das gesamte Sortiment hat ein einheitliches, gehobenes Qualitätsniveau.

Zum vielfältigen Dekorations- und Boutique-Bereich gehören auch große, aufwendig gestaltete Weihnachts- und Ostermärkte, eine wichtige Säule des Unternehmens und attraktiver Anziehungspunkt mit großer Strahlkraft in die Umgebung.

Seine Ehefrau Natascha Gudewer kümmert sich seit Herbst 2010 um das Marketing und die Mediaplanung. Den beiden steht ein Team von zwölf Voll-Arbeitskräften sowie mehreren Saisonkräften zur Seite. Eine Erweiterung ist erforderlich und in Arbeit, denn die Geschäftsentwicklung ist vielversprechend. Schon vor Beginn der Renovierungsarbeiten 2010 verzeichnete das Unternehmen nach eigener Aussage zweistellige Umsatzsteigerungen. Auch dies ein Indiz dafür, dass die Konzentration auf das Kompetenzsortiment genau der richtige Weg war.

 


Pflanzen im Kofferraum-Format

Die Pflanzen werden in zwei großen, angebauten Glasgewächshäusern (kalt und warm) präsentiert. Die „kräftige „Gärtnerware“, kommen aus den Vierlanden und der Umgebung. Gudewer legt hier Wert auf eine enge Lieferantenbindung. Dazu gehört beispielsweise die Information über Abverkäufe und auch Absprachen, um den Produzenten ein gewisses Maß an Planungssicherheit zu geben. Wichtiges Kriterium bei den Pflanzen und auch bei den Gehölzen: Sie sollten weitestgehend kofferraumfähig sein.

 

(Liebgard Jennerich)