TASPO GartenMarkt

Gartenmarkt: Digitalisierung konstant unterschätzt

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Im Gartenmarkt wird der Wettbewerb „härter und bunter“. Wachsender Druck kommt unter anderem aus dem Online- und Versandhandel. Die größte Herausforderung aber ist das Wachstum von Amazon.

Der Wettbewerb im Gartenmarkt wird „härter und bunter“, zeigte Klaus Peter Teipel (research & consulting) beim 8. IVG Forum Gartenmarkt auf. Foto: Renate Veth

Heute ist eigentlich alles digital, eröffnete Anna Hackstein, Geschäftsführerin Industrieverband Garten (IVG), das 8. IVG Forum Gartenmarkt. Das Thema Digitalisierung begegnet einem überall – häufig ist es mit Angst belegt – mit der Angst, den Anschluss zu verlieren. „Deshalb ist es uns als Verband so wichtig, das Thema Digitalisierung an einem Tag wie heute in den Fokus zu stellen.“

Distanzhandel wächst bei Gartenprodukten überdurchschnittlich

Tatsächlich wächst der Distanzhandel (Internet und Versand) bei Gartenprodukten mit neun Prozent pro Jahr überdurchschnittlich. „Diese Dynamik im Distanzhandel ist ausgesprochen stärker als das, was auf den klassischen Einzelhandelsvertriebskanälen in diesem Markt generiert wird“, warnte Klaus Peter Teipel, research & consulting. Seit 2005 habe sich im stationären Gartenfachhandel nicht viel bewegt, er hält konstant einen Marktanteil von ungefähr einem Drittel des Marktes.

Neben dem E-Commerce sorgen besonders branchenfremde Akteure dafür, dass es über alle Vertriebswege hinweg „härter und bunter als jemals zuvor“ wird, so Teipel. Auch der LEH generiere ein überdurchschnittliches Wachstum. Gartencenter versuchten ihrerseits, ihr Angebot in Richtung in Food zu erweitern.

Amazon umschließt immer mehr die Wertschöpfungskette

„Wir machen den Fehler, dass wir das Wachstum und die Entwicklungen in der Digitalisierung konstant unterschätzen“, konstatierte Adrian Hotz von der gleichnamigen E-Commerce-Beratung. Die größte Herausforderung sei das Wachstum von Amazon. Der Online-Anbieter umschließe immer mehr die Wertschöpfungskette, verbinde sie punktuell miteinander und dehne sich immer weiter aus.

Von Jahr zu Jahr gehen die Haushalte seltener einkaufen, darauf wies Martin Langhauser (GfK) hin. Auch der Gartenmarkt könne sich diesem Trend nicht entziehen: Um 3,7 Prozent ging in den vergangenen drei Jahren die Einkaufshäufigkeit im stationären Handel zurück, während sie Online um 18,4 Prozent stieg. „Eine geschickte Zusammenstellung der Sortimente führt zu deutlich verbesserter Frequenz über das Jahr“, riet er.

Vertriebskanal Online gewinnt im Gartenmarkt

Laut GfK Consumer Panel wächst der Gartenmarkt bei einem Volumen von zwei Milliarden Euro aktuell um 2,7 Prozent und damit deutlich stärker als der Non-Food-Bereich mit 0,6 Prozent. Vor allem der Vertriebskanal Online gewinnt demnach im Gartenmarkt, der LEH hält immerhin knapp 20 Prozent des Marktes. Aber auch Baumärkte konnten laut GfK Consumer Panel zulegen.

Mehr zu diesem Thema sowie zum 8. IVG Forum Gartenmarkt lesen Sie im neuen TASPO GartenMarkt und in der TASPO 46/2017, die am 17. November erscheinen.