TASPO GartenMarkt

Gartenmarkt: Erwartungen 2017 nicht erfüllt

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Ein Null-Wachstum brachte das Jahr 2017 dem Gartenmarkt. Die Erwartungen seien nicht erfüllt worden, sagte Branchenexperte Klaus Peter Teipel (research & consulting) auf dem 17. IVG-Medientag in Köln zu den mit Spannung erwarteten brandaktuellen Marktzahlen. Grund dafür war das „extrem schwache zweite Halbjahr“. Insbesondere eingebüßt habe das Lebende Grün.

Konsolidierung statt Wachstum sagte Klaus Peter Teipel auf dem 17. IVG Medientag in Köln für den Gartenmarkt 2018 voraus. Foto: Renate Veth

Markttendenz positiv

Rund 18,4 Milliarden Euro wurden 2017 für Produkte des Gartenmarktes in Deutschland umgesetzt. Rund 83 Prozent entfielen davon auf den Umsatz mit Privatverbrauchern, die übrigen 17 Prozent auf gewerbliche Abnehmer. Mit einer schwarzen Null gehöre der Markt sicherlich nicht zu den Konsumgüter-Marktfeldern mit einer ausgeprägten positiven Dynamik, doch zeige er eine grundsätzlich positive Entwicklungstendenz.

Wachstumstreiber in den Warengruppen war der biologisch-chemische Bedarf mit plus 3,7 Prozent. Gartenhartwaren schafften es mit  0,4 Prozent knapp ins Plus. Gartengeräte und Maschinen, in den vergangenen Jahren Wachstumstreiber, waren erstmals seit Jahren im Minus, sie gingen leicht zurück. Der Grillbereich liege mit 1,6 Prozent immer noch auf Wachstumskurs, habe damit aber nicht mehr die hohen Zuwächse wie zu Anfang des Grillbooms, erklärte der Marktexperte.

Gartenmarkt lebt von der Pflanze

„Der Gartenmarkt lebt im Wesentlichen auch davon, wie sich das Lebende Grün entwickelt“, unterstrich Teipel. 56 Prozent des Marktes – knapp zehn Milliarden Euro – entfallen auf diese Warengruppe. Bei der Wahl der Einkaufsstätte für Gartensegmente hätten Baumärkte im vorigen Jahr verloren, Fachgartencenter hingegen konnten Kunden wieder hinzugewinnen. Wie Teipel weiter auswies, können Fachgartencenter zudem besonders in den oberen Einkommensklassen einen hohen Teil ihrer Kundengruppen rekrutieren.

Größere Dynamik komme im Gartenmarkt jedoch aus anderen Bereichen. So legten der Möbelhandel und der Distanzhandel (Versand und Internet-Pure-Player) den Erhebungen zufolge um acht Prozent zu. Beim E-Commerce sei auch weiter mit hohen Wachstumsraten zu rechnen. Die Online-Nachfrage werde in der Summe immer ganzjähriger, besonders die Hartwarensegmente würden online nachgefragt.

Druck durch die Digitalisierung

Der Druck durch die Digitalisierung werde zu einer gravierenden Veränderung der gesamten Handelslandschaft auch im Gartenbereich führen, prognostiziert der Experte. Schon jetzt stamme das Wachstum im stationären Verkauf überwiegend aus Cross-Channel-Effekten, also der Verknüpfung von Online- und Offline-Kanälen.

Auch im laufenden Jahr dürfte ein kleiner Zuwachs von 0,3 Prozent zu erwarten sein. Der Trend zum grünen Wohnzimmer halte weiter an. Die Botschaft lautet: Konsolidierung statt Wachstum. Die gute Nachricht: „Fachgartencenter können von einem Plus oberhalb der Zwei-Prozent-Marke ausgehen.“ Das Wachstum im DIY-Gartenbereich wird auf ein bis 1,3 Prozent geschätzt.

54 IVG-Mitglieder stellten aus

Auf dem IVG Medientag stellten in diesem Jahr 54 Mitglieder aus und präsentierten ihre Produkt-Highlights und Innovationen für 2018 einem breiten Presse-Publikum. Mehr zu den Ausstellungs-Highlights lesen Sie im nächsten TASPO GartenMarkt, der am 9. März erscheint.