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Gegen Spät- und Winterfröste: Windmaschine an!

Gegen Spät- und Winterfröste Spätfröste, ob nun Boden- oder die noch schlimmeren Luftfröste, haben in den letzten Jahren zu teilweise drastischen Schäden an den Austrieben der Nordmanntannen geführt, mit entsprechenden wirtschaftlichen Folgen. Der Schutz vor diesen Spätfrösten ist daher eine wichtige Frage. Gibt es andere Möglichkeiten als das kostenintensive Einrichten flächendeckender Beregnungsanlagen?

Im Obstbau sind Windpropeller schon länger als Frostschutz gebräuchlich. Werkfoto

Immer mal wieder ins Gespräch gebracht werden in diesem Zusammenhang Windmaschinen. Jan Bosmans (Firma Ghent Supply N.V. aus B-Eke) ist Ansprechpartner für die Orchard-Rite Windmaschinen. Die Firma ist nach eigener Aussage Weltmarktführer im Frostschutz und vor allem im Obstanbau bekannt.

Weihnachtsbaumkulturen wären ein neues Einsatzgebiet und es bedarf einer genauen Abwägung, ob die Orchard-Rite auch bei Weihnachtsbäumen wirkt, die mit ihrem kegelförmigen Aufbau einen vollkommen anderen Habitus haben als Obstbäume. Es käme also auf einen Versuch an. In den USA, so Bosmans, würden Forstbaumschulen seit 20 Jahren ihre Aussaaten mit Windmaschinen vor Frostschäden schützen.

Die Propeller aus Fiberglas sind sechs Meter lang, der Mast entsprechend höher. Der Propeller lässt sich optional durch ein spezielles Geräteteil auch neigen, damit auch hängiges Gelände optimal geschützt werden kann. Es gibt die Windmaschinen mit zwei Motoren, der Ford V10 kann mit Benzin, Propan oder Gas betrieben werden, der Caterpillar 6.6 mit Diesel-Kraftstoff. Die Propellerleistung liegt bei jeweils 170 PS.

Laut Firmenangaben lassen sich mit einem Propeller bis zu 6,8 Hektar vor Frost schützen. Der Orchard-Rite schützt im Frühling ebenso bei Frost wie im tiefsten Winter. Bei Inversionswetterlagen (unten kältere Luftschichten als darüber) im Frühjahr liegt die kritische Temperaturgrenze, bei minus 0,5 bis minus 1,0 Grad.

Ab plus 1,8 Grad empfiehlt der Anbieter, die Propeller in Gang zu setzen. Bei normalen Bodenfrösten schützt Orchid-Rite bis minus fünf Grad und selbst bei winterlichen Kahlfrösten bis minus 20 Grad sei der Einsatz noch sinnvoll.

Die Firma BSR-Freilandwind aus Erftstadt ließ ihre Windmaschine Typ BS 5 auf dem Feldtag im Anschluss an die Weihnachtsbaumbörse laufen. Das mobile Gerät schützt etwa fünf Hektar. (jen)

Mehr unter www.ghentsupply.com und info(at)bsr-freilandwind.de

Mehr zum Thema lesen Sie im TASPO extra Weihnachtsbaum der aktuellen TASPO Ausgabe 43/2013.