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Gewächshaustechnik: LED fördert Blühen von Phalaenopsis

Phalaenopsis können unter LED-Licht in bestimmten Wachstumsphasen schneller und besser zum Blühen gebracht werden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der niederländischen Untersuchungseinrichtung Plant Research in Wageningen. Kultiviert wurden Phalaenopsis unter Vollspektrum-LED-Lampen des finnischen Herstellers Valoya (Helsinki). 

Phalaenopsis-Versuche in Wageningen unter Vollspektrum-LEDs. Foto: Plant Research

Die Versuchspflanzen erbrachten um 23 Prozent bessere Blühergebnisse als unter herkömmlichen Natriumhochdruckdampflampen, so das Ergebnis.

Praxisübliche Kultur erfolgt in drei Phasen
Die Phalaenopsis-Kultur unterteilt sich nach Aussagen von Marcel van Twist vom niederländischen Jungpflanzenbetrieb Anthura (NL-Bleiswijk), der die Untersuchungen kulturtechnisch begleitete, in drei Phasen: Eine an die In-vitro-Vermehrung anschließende Wachstumsphase in Trays (Phase 1), eine Kulturphase in 12er-Töpfen bis zum Erreichen eines Vier- bis Fünfblattstadiums mit vier beziehungsweise fünf voll entwickelten Blättern (Phase 2). In Phase 3 wachsen die voll entwickelten Pflanzen bei abgesenkten Temperaturen, um zu induzieren.

Plant Research testete den Einfluss der LED-Belichtung in allen drei Phasen und kam zu folgenden Ergebnissen: LED-belichtete Phalaenopsis bildeten unter LED-Licht in der Kulturphase 3 signifikant mehr Blütenrispen als unter Natriumhochdruckdampflampen, unabhängig von der Art der Lichtgaben in Phase 2. Laut Plant Research ein eindeutiger Effekt des Lichtspektrums. Speziell eine Belichtung mit der Valoya-Lampe AP67 führte zu 23 Prozent mehr Blütenrispen und zu 22 Prozent mehr Blütenknospen.

Vollspektrale LEDs können Energie einsparen
Plant Research kommt zu dem Schluss, dass Phalaenopsis unter dem verwendeten vollspektralen LED-Licht energieeffizienter kultivierbar sind – die Versuchsergebnisse betonen noch weitere Vorteile des untersuchten LED-Lichtes. Danach kann der LED-Einsatz in der Phalaenopsis-Kultur Energie einsparen. Denn in der Regel bekommt diese Kultur in der Praxis in den lichtärmeren Monaten eine Tagesverlängerung mit Natriumhochdruckdampflampen, die durch ihren Infrarotanteil aber zu einer besonders in der kühleren Kulturphase 3 unerwünschten Erwärmung der Blatttemperatur führen. Der LED-Einsatz würde hier Kühlenergie einsparen, so Gonçalo Neves, Technikmanager für Valoya in den Niederlanden.

Auch die Anzahl der unter LED-Licht in Phase 1 gebildeten Blätter war unter der Lampe AP67 signifikant höher als unter herkömmlichen Lampen, so die Ergebnisse. Ein Effekt, der durch LED-Licht in Phase 2 nicht zu beobachten war. Laut Plant Research-Senior-Versuchsleiter Ron Galiart ein Beweis dafür, dass die Pflanzen im früheren Wachstumsstadium (Phase 1) anders auf das Lichtspektrum reagieren als im ausgewachsenen Stadium.

Der Aufwand für eine Vorselektion ist reduzierbar
In der Phalaenopsis-Kultur erfolgt nach der Phase 2 eine Selektion der Pflanzen nach Größe, bevor diese in Phase 3 gebracht werden. Diese Selektion erhöht die Chance, ausreichend entwickelte Pflanzen mit mindestens zwei Blütenrispen zu bekommen.

Die Versuche ergaben nun, dass mit den AP-Lampen belichtete Pflanzen zu mehr als 70 Prozent ausreichend Blütenrispen aufwiesen, auch ohne Vorselektion. Im Vergleich dazu lag dieser Prozentsatz unter herkömmlichen Lichtquellen bei 50 Prozent. Auch in diesem Fall kann also LED Kosten einsparen, weil es aufwendige Selektionsprozesse reduziert. (kla)