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„Gezonde Kas“ der Öffentlichkeit präsentiert

Vier Jahre intensive Forschungsarbeit tragen nun Früchte: Das Interreg-Projekt „Gezonde Kas“ (Gesundes Gewächshaus) ist eine niederländisch-deutsche Koproduktion und hat ein völlig neues ganzheitliches Pflanzenschutzkonzept hervorgebracht. Nun wurden die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert.

Das gesunde Gewächshaus („Gezonde Kas“) arbeitet mit 25 verschiedenen technischen Bausteinen wie zum Beispiel einer Kamera, die die Pflanzen nach Schädlingen absucht. Foto: Gezonde Kas

Viele Ehrengäste aus den Niederlanden und Deutschland waren angereist. Sie nahmen gerne die Gelegenheit wahr, sich im Versuchszentrum Gartenbau, das im niederrheinischen Straelen liegt, das Konzept des gesunden Gewächshauses genauer erklären zu lassen. Experten beantworteten während einer Live-Demonstration Fragen rund um das neuartige ganzheitliche System.

Aller Anfang... Analyse des Grundproblems
Folgendes Grundproblem stellte sich den Forschern: In den vergangenen Jahren wurden Produktionssysteme im modernen Unterglas-Gartenbau immer größer und spezialisierter. Für Kultivateure war es in der Folge zunehmend schwieriger, Pflanzenkulturen täglich zu kontrollieren und so qualitativ hochwertig sowie punktgenau zu produzieren.

Das Interreg-Team forschte an den Beispielkulturen Tomaten und Cyclamen und hob ein völlig neues, in sich geschlossenes System aus der Taufe. „Die unterschiedlichen Komponenten greifen nahtlos ineinander – und ermöglichen so innovativen Pflanzenschutz auf dem neuesten Stand der Technik“, sagt Projektleiterin Dr. Carolien Zijlstra vom niederländischen Wageningen University & Research Centre.

„Gezonde Kas“ umfasst über 25 technische Bausteine
Das Gezonde-Kas-System umfasst über 25 technische Bausteine und sorgt in drei Schritten für ein gesundes Gewächshaus. Im ersten Schritt werden die Pflanzen und die Umgebung (Wasser, Luft, Substrat) schon beim Eintreffen im Gewächshaus gescannt und auf mögliche Schaderreger untersucht.

Darauf folgt ein Monitoring: zunächst auf der Makroebene über den Pflanzenbestand. Bei Bedarf wird dann auch auf der Mikroebene der einzelnen Pflanze nachgeprüft, wo der eventuell anwesende Schaderreger entdeckt und erkannt wird.

Entscheidungshilfen und Empfehlungen für Kultivateure
Nun deutet „Gezonde Kas“ die Ergebnisse und leitet Entscheidungshilfen und Empfehlungen für den Kultivateur ab. So kann dieser im letzten Schritt Maßnahmen ergreifen, die sehr gezielt und wirkstoffsparend die erkannten Krankheiten bekämpfen.

Davon profitieren alle: die Kultivateure, die Kunden und nicht zuletzt die Pflanzen und die Umwelt. Anschließend beginnt das System wieder von vorn und setzt das Monitoring fort. Im Rahmen des Projektes „Gezonde Kas“ haben zehn Forschungseinrichtungen und 22 Unternehmen aus dem deutschniederländischen Grenzgebiet geforscht. Dabei wurden sie mit einem Budget von rund zehn Millionen Euro von der Europäischen Union sowie von nationalen und regionalen Financiers gefördert. (ts)