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GKL-Tagung: Bund fördert Neu- und Umbau von Gewächshausanlagen

Ein lang ersehntes Förderprogramm der Bundesregierung zu Neubau und Modernisierung von Gewächshausanlagen tritt jetzt in Kraft . Erklärtes Ziel ist die Einsparung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Thomas Hölscher von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Bonn), die auch für die Durchführung zuständig ist, erläuterte Einzelheiten bei der Tagung der Gesellschaft für Kunststoffe im Landbau (GKL) vergangene Woche im Landwirtschaftszentrum in Haus Düsse in Nordrhein-Westfalen. Das Programm des Bundeslandwirtschafts- und Bundesumweltministeriums (BMELV und BMU) ist Teil der Klimaschutz-Initiative und soll helfen, CO2 einzusparen und die Wettbewerbsfähigkeit des Gartenbaus zu stärken. Aufgelegt ist das Programm bis 31. Dezember 2012, also etwa dreieinhalb Jahre und dafür stehen 28 Millionen Euro zur Verfügung. Für das Programm ist keine Prosperitätsschwelle festgelegt. Bisher ist die Richtlinie für energiesparende Investitionen in Gewächshäuser und Verkaufsgewächshäuser freigegeben worden. Erstattet wird das Geld erst nach Vorlage der Rechnungen.

Gefördert werden Investitionsmaßnahmen in Deutschland, die der Erzeugung landwirtschaftlicher oder gartenbaulicher Produkte dienen oder die der Verarbeitung oder Vermarktung gartenbaulicher Produkte dienen, wie Verkaufsgewächshäuser, und zu einer signifikanten Energieeinsparung gegenüber dem heutigen Stand der Technik führen.

Gefördert werden:

•Modernisierung bestehender gartenbaulicher Produktionsanlagen, also Nach- und Umrüstung vorhandener Anlagen;

•Modernisierung von Gewächshaus-Altanlagen durch Gewächshaus-Neubau, wobei nur die Größe der alten, abzureißenden Fläche gefördert wird;

•Bau von Niedrigenergie-Gewächshäusern, wobei die Flächengröße keine Rolle spielt.

Wer kann gefördert werden?

Unternehmen der Landwirtschaft und des Gartenbaus jeder Rechtsform, die eine Niederlassung in der Bundesrepublik Deutschland haben. Keine Förderung ist möglich, wenn bei Unternehmen die Kapitalbeteiligung der öffentlichen Hand mehr als 25 Prozent des Eigenkapitals des Unternehmens beträgt.

Gezahlt werden anteilige Zuschüsse bis zum maximal förderungsfähigen Investitionsvolumen von zwei Millionen Euro. Dabei beträgt die Mindestinvestitionssumme 10.000 Euro. Gewährt wird ein maximaler Zuschuss von 400.000 Euro. Mit anderen öffentlichen Fördermitteln (Ausnahme AFP) bis zur Höhe von 40 Prozent der Investitionssumme kann aufgestockt werden.

Welche Ausgaben werden gefördert?

•Errichtung, Erwerb oder Modernisierung von Bauten und baulichen Anlagen;

• Kauf von neuen Maschinen oder Anlagen, einschließlich notwendiger Computersoftware;

•allgemeine Aufwendungen wie fachliche Bestätigungen, Architekten- und Ingenieurleistungen sowie Fachberatungen bis zu einem Höchstsatz von insgesamt zwölf Prozent der förderfähigen Ausgaben;

•unter Umständen der Abriss von Gewächshaus-Altanlagen (Neubau auf dem selben Standort oder Beheizung mit erneuerbaren Energien, Abwärme oder Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung, KWK);

•als Gewächshaus gilt die unmittelbar der Erzeugung, Verarbeitung oder Vermarktung gartenbaulicher Produkte zurechenbare Gewächshausfläche;

•Regeltechnik zur Einbindung sowie die Transportnetze zur Verbrauchsstelle, wenn in eine Energiebereitstellung mit erneuerbaren Energien, Abwärme oder KWK-Wärme investiert wird.

Nicht gefördert werden der Leasingkauf von Maschinen und Anlagen, der Kauf von gebrauchten Maschinen und Anlagen, Anlagen zur Energieerzeugung, Investitionen in Kaltgewächshäuser unter zwölf Grad, die Umsatzsteuer und unbare Eigenleistungen.

Voraussetzung für eine Förderung ist die Teilnahme am Betriebsvergleich des ZBG der Universität Hannover für drei Jahre, und der Empfänger muss sich verpflichten, entsprechende Unterlagen oder Informationen zur Verfügung zu stellen zur Evaluierung des Bundesprogrammes. Mehr dazu in der TASPO 41/2009. Infos und Anfragen gehen an das BLE im Internet: www.ble.de/energieeffizienz oder E-Mail: energieeffizienz@ble.de.