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Grüne Branche macht Bienenschutz zum (Marketing-)Thema

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Bienenschutz ist in aller Munde, und 70 Prozent der Bundesbürger freuen sich laut einer aktuellen forsa-Umfrage, wenn es im Garten oder auf dem Balkon von Insekten wimmelt. Die Beet- und Balkonpflanzen-Saison und der heutige Weltbienentag bieten der Grünen Branche beste Gelegenheiten, das Trendthema für sich aufzugreifen – vom bienenfreundlichen Pflanzensortiment über Insektenhotels bis hin zu gratis verteilten Saatgut-Tütchen.

Um Bienen und anderen Bestäubern ausreichend Nahrung zu bieten, sind neben pollen- und nektarreichen Blumen und Stauden auch Bäume und Sträucher wichtig. Foto: Pixabay

Blume 2000 verteilt kostenlose Saattüten

So startete etwa Blume 2000 bereits Ende März mit der bundesweiten Initiative „Deutschland blüht auf“. Das erste Ziel der Initiative: eine Million Quadratmeter Blühwiesen in Deutschland zu initiieren. Dafür erhielt unter anderem jeder Blume-2000-Kunde kostenfrei mindestens eine von insgesamt 400.000 Saattüten mit überwiegend heimischen Wildblumen. Auch für Großflächen bot das Unternehmen die Möglichkeit, kostenlos Saatgut zu bestellen.

Bereits vor Veröffentlichung der aktiven Kundenansprache und Verteilaktion in den Filialen hätten die Reaktionen auf die Initiative sehr überrascht, sagt Blume 2000: Unternehmen, Veranstaltungsorganisatoren und Bürgergemeinschaften hätten für den Erhalt größerer Mengen Saattüten der Initiative gespendet, um sie an ihre Mitarbeiter, Kunden oder Mitglieder zu verteilen.

Selbst floristische Wettbewerber hätten die Saattüten in ihren Läden verteilt. „Mit einem derartigen Run auf die kostenlose Saat haben selbst die Initiatoren nicht gerechnet“, heißt es.

Landgard dehnt „Die Biene Maja“-Sortiment aus

Auch Landgard thematisiert den Schutz von Bienen und wertvollen Bestäubern und baut sein Sortiment von im Rahmen der Lizenzkooperation „Die Biene Maja“ vermarkteten bienen- und insektenfreundlichen Blühpflanzen unter anderem mit Gaillardia, Salvia, Verbena, Delosperma und Sedum weiter aus.

Landgard Kunden aus der Grünen Branche konnten die reich blühenden Pflanzen und Stauden bereits im Vorfeld des Weltbienentags der Vereinten Nationen am 20. Mai in den Cash & Carry Märkten der Erzeugergenossenschaft erwerben. Dank neuer Sortenetiketten im Biene-Maja-Look seien die Produkte im Handel unmittelbar als Bienenfutter zu erkennen, wie Landgard betont.

Darüber hinaus garantiere die „Biene Maja“-Lizenzkooperation durch die kompromisslose Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften in puncto Bienenschutz und den Verzicht auf bienengefährdende Wirkstoffe auch Sicherheit für Honigbienen und ihre Artverwandten, wie die Erzeugergenossenschaft versichert.

Ergänzend dazu bietet Landgard seinen Fachhandelskunden zum Weltbienentag ein Bienenhotel inklusive Lavandula angustifolia an und verschenkt in Zusammenarbeit mit Quedlinburger Saatgut am 20. Mai rund 10.000 Samentüten mit bienenfreundlichen Blumenmischungen.

Medienkooperation von Dehner: „Bayern 3 Bienen-Blüten“

Eine ähnliche Aktion veranstalteten Anfang April auch Dehner in Kooperation mit dem Rundfunksender Bayern 3. 10.000 Samentütchen mit insektenfreundlichen Blumenmischungen stellte die Gartencenter-Kette für die „Bayern 3 Bienen-Blüten“ zur Verfügung, die an Radiohörer verteilt wurden, die im Aktionszeitraum in einer der 40 bayerischen Dehner Filialen an der Kasse das richtige, vom Sender regelmäßig kommunizierte „Codewort“ nennen konnten.

„Das Thema ‚Artenvielfalt‘ im Hausgarten spielt für engagierte Hobbygärtner eine immer größere Rolle. Wir nehmen das bei Dehner ernst und passen bestimmte Sortimente an diese Nachfrage an. Dabei wollen wir auch durch unsere Beratung sowie mit speziellen Infomaterialien unterstützen“, erklärt Anne Hahnenstein, Bereichsleiterin Marketing bei Dehner. Die reichweitenstarke Kooperation mit Bayern 3 habe dabei die Gelegenheit geboten, zusätzlich auf die Bedeutung des Gartens für die Förderung von Bienen und Schmetterlingen aufmerksam zu machen.

BdB: „Bienen brauchen auch im Frühjahr und im Herbst Nahrung“

Dass dem Bienenschutz allein Wildblumenwiesen noch längst nicht ausreichend Genüge getan ist, darauf weist zum Weltbienentag der Bund deutscher Baumschulen (BdB) hin – vielmehr komme es auf einen guten Pflanzenmix aus Bäumen, Sträuchern, Stauden und Blumen an.

„Bienen brauchen auch im Frühjahr und im Herbst Nahrung, nicht nur im Sommer, wenn die meisten Blumen blühen. Und sie brauchen mehr als Wildblumen, um wirklich satt zu werden. Nur ein Mix aus verschiedenen Pflanzen liefert genügend Nektar und Pollen für die fleißigen Bestäuber“, so Gärtnermeister Oliver Fink vom BdB.

Geachtet werden sollte dabei auf eine übers Jahr verteilte, lange Blühzeit im Garten oder auf dem Balkon – angefangen etwa bei Winterjasmin, der oft schon mitten im Januar und im Februar blüht, über Obstgehölze wie Kirsch- oder Apfelbäume bis hin zum Halbstrauch Ysop. Reichlich Pollen und Nektar liefert im August und September beispielsweise auch Euodia.