TASPO GartenMarkt

GS1-Standards in der grünen Branche: Handel ist sensibilisiert

Wie bereits mehrfach in der TASPO berichtet, meldete die Organisation GS1 im Jahr 2011, dass sich in der grünen Branche nicht alle an die Lizenzvereinbarungen mit dem Zentralverband Gartenbau (ZVG) hielten und den Branchen-EAN-Code ohne Zahlung von Lizenzgebühren nutzten.

Elektronischer Produktcode EPC .Foto: GS1

GS1 Germany hat in den letzten Jahren über alle Branchen einen starken Anstieg bei der Nutzung von GS1 Standards verzeichnen können. Allein in 2012 haben im Schnitt 14 Prozent mehr Unternehmen das GS1 System genutzt. Eine starke Einflussgröße ist hier unter anderem das rasante Wachstum des Onlinehandels.

Auch bei Gartenbaubetrieben, Gärtnereien, Gartencentern und Baumschulen setzen sich laut Angaben von Rainer Harms, Abteilungsleiter Sales bei GS1 Germany, GS1 Standards immer mehr durch. Der EAN-Barcode spiele laut Harms in der Branche über die gesamte logistische Kette eine sehr wichtige Rolle.

Ab einer gewissen Größe nutzten Gartencenter und Betriebe für die Produktauszeichnung und für das Warenwirtschaftssystem die GS1 Standards: „Eine konkrete Unternehmensgröße, ab der GS1 Standards wie der Barcode angewendet werden, lässt sich nicht pauschal nennen. Auch viele kleine Betriebe, die den Onlinehandel für sich entdeckt haben, organisieren ihre Liefer- und Verkaufsprozesse immer häufiger mit unseren Lösungen.“

Im Jahr 2011 waren laut Harms 500 gärtnerische Nutzer mit einem Lizenzvertrag erfasst, 168 davon hatten den Vertrag abgeschlossen, die Hälfte der Nutzer war ihren Lizenzverpflichtungen nachgekommen. Über aktuelle Zahlen gibt GS1 Germany leider keine Auskunft. Basis für das Funktionieren des GS1 Systems sei aber, dass sich alle Nutzer an die Regeln halten. „Wir überprüfen dahin gehend regelmäßig alle Branchen. Auch in der grünen Branche wollen wir die Unternehmen überzeugen, am GS1 System ordnungsgemäß teilzunehmen, wenn die Standardartikelnummern genutzt werden.“

Der gesamte Handel – Einzelhändler, Baumärkte, Gartencenter – sei bezüglich dieses Themas sensibilisiert. Unternehmen, die ohne gültigen Lizenzvertrag die GS1 Standards nutzen, müssten beispielsweise damit rechnen, dass ihnen entstehende Kosten in Rechnung gestellt oder sie schlimmstenfalls ausgelistet würden.

Der EPC, der elektronische Produktcode, spielt laut Harms dagegen derzeit in der grünen Branche noch eine untergeordnete Rolle. Allerdings gebe es schon einige Pilotprojekte, bei denen die Radiofrequenztechnologie auf Basis des EPC zum Einsatz kam und das Potenzial gezeigt wurde: Im Container Centralen Projekt beispielsweise werden die Pflanzencontainer mit RFID getaggt.

Zudem wurden in einem anderen Projekt Weihnachtsbäume mit RFID-Tags versehen, um die Pflanzen automatisiert im Warenwirtschaftssystem erfassen zu können. Im Förderprojekt FISPace (vormals Smart Agri Food) werden aktive RFID-Tags verwendet in Verbindung mit Sensorik zur Überwachung der Prozesskette (Temperatur, Luftfeuchte). (kla)