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Hagebau übernimmt 16 Märkte von Max Bahr und Praktiker und flaggt 15 Obis um

Hagebau übernimmt insgesamt 16 Standorte der insolventen Baumarktketten Praktiker und Max Bahr, meldet die Hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG. Für die beständig wachsende Hagebau ist dies nach der Umflaggung von 15 Märkten der Heimwerkermarkt Verwaltungs GmbH (HEV) in München und Oberbayern bereits die zweite große Erweiterung in diesem Jahr. 

Insgesamt 15 Obi-Märkte wurden in München und Oberbayern umgeflaggt, hier die Filiale in Erding. Foto: Hagebau

Nach dem Bekanntwerden der Insolvenzen von Praktiker und Max Bahr im Juli habe die Hagebau-Zentrale in Soltau ihre Gesellschafter bei den Verhandlungen über die Übernahme beziehungsweise den Kauf von Standorten als Vermittler vor Ort unterstützt. So sei es zum erfolgreichen Kauf der ehemaligen Max Bahr-Immobilien an folgenden Standorten gekommen: Rostock, Neumünster, Lübeck-Lohmühle sowie Hamburg-Altona, Hamburg-Rahlstedt, Hamburg-Winterhude und Bürostandort Hamburg Hammer Steindamm.

Berthold Brinkmann, Insolvenzverwalter der Vermietungsgesellschaft Moor Park, äußerte sich nach Angabe der Hagebau erfreut über den erfolgreichen Kauf durch Hagebau-Gesellschafter: „Wir haben nach dem Verkauf der ersten Immobilien an Bauhaus intensive Gespräche mit Interessenten an den weiteren Standorten geführt. Dass wir so kurze Zeit danach jetzt weitere Standorte verkaufen können, ist ein bedeutender Baustein für den Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen.“

Auch Joachim von Schorlemer, Deutschlandchef der Royal Bank of Scotland, bekundete seine Freude darüber, nach so kurzer Zeit weitere positive Schritte bekannt geben zu können. „Wir arbeiten aktiv daran, auch für andere Standorte und damit für möglichst viele Arbeitnehmer Lösungen zu finden“, so von Schorlemer.

Wie die Hagebau mitteilt, wurde zusätzlich die Übernahme der folgenden ehemaligen Praktiker-Standorte erfolgreich verhandelt: Brandenburg, Dachau, Deggendorf, Pfarrkirchen, Rheinberg und Stade sowie drei bâtiself-Märkte von Praktiker in Luxemburg. Die Hagebau-Gesellschafter stünden zudem über weitere Praktiker- beziehungsweise Max Bahr-Standorte mit den jeweiligen Insolvenzverwaltern in Verhandlung.

„Ziel der Hagebau und ihrer Gesellschafter ist es, Wachstumspotenziale zu nutzen und weiße Flecken auf der Landkarte zu schließen“, erklärt Heribert Gondert, Geschäftsführer und Sprecher der Hagebau Gruppe. „Durch die neuen Märkte werden wir aller Voraussicht nach ein zusätzliches Verkaufsvolumen von 100 Millionen Euro erreichen, wenn wir dies nicht sogar übertreffen können.“


15 Obi-Märkte in München und Oberbayern umgeflaggt

Bereits zum 1. Oktober 2013 wechselten sieben HEV-Baumärkte im Großraum München von Obi zu hagebaumarkt. Zum 4. Dezember folgten weitere acht von der HEV geführte Märkte. Hintergrund ist laut Hagebau, dass Obi Ende vergangenen Jahres die auslaufenden Verträge der HEV gekündigt und neue angeboten hatte, die jedoch mit deutlich stärkeren Einschränkungen für die HEV verbunden waren. Die HEV-Gruppe habe sich daraufhin entschlossen, die mehr als 30-jährige Zusammenarbeit zu beenden und zur Hagebau zu wechseln. Damit ist laut Information der größte jemals in Deutschland durchgeführte Franchisewechsel eines Baumarktbetreibers erfolgt.

Ein weiterer Hagebaumarkt der HEV werde derzeit in Sendling errichtet. Mit dem Wechsel der gesamten HEV-Gruppe sei die Hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG mit ihrer Vertriebslinie Hagebaumarkt zum Marktführer im Großraum München und Bayern aufgestiegen.

Im Rahmen der Umflaggungswelle – die mehr als ein Jahr intensive Organisation und Vorbereitung gekostet habe – sei eine logistische Meisterleistung vollbracht worden: In jeweils nur 84 Stunden und mit Hilfe von rund 300 Personen pro Standort wurden insgesamt rund 7.000 Tonnen Ware bewegt, etwa 800.000 Artikeletiketten getauscht und rund 160 Kassensysteme neu installiert, so die Information.

Folgende HEV-Standorte sind der Hagebau beigetreten: Brunnthal, Eching, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Germering, Haar, München (Meglinger Straße, Westendstraße, Lerchenauer Straße), Penzberg, Pfaffenhofen, Starnberg, Unterföhring und Unterhaching. (ts)