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Indega: Plattform für hiesige Gewächshaustechnik-Industrie

Die Gewächshaustechnik spielt bei den Mitgliedsunternehmen der Indega (Interessenvertretung der deutschen Industrie für den Gartenbau) traditionell eine ganz wesentliche Rolle. Ein Großteil der Unternehmen ist dem Bereich Gewächshausplanung, Gewächshausbau und Ausstattung der Gewächshäuser zuzuordnen. Insofern sieht sich die Indega durchaus als Plattform der deutschen Gewächshaustechnik-Industrie. 

Der Plattformgedanke kommt dabei laut Indega mehrfach zum Tragen. Es ist zum einen die individuelle Verbindung der Unternehmen untereinander, die es einfacher mache, bei Neuentwicklungen auch daran zu denken, dass die Komponenten untereinander kompatibel sind. Das große Plus der Indega-Unternehmen sei ja, dass sie zu den Innovativen der Branche gehören, somit immer wieder daran arbeiten, dem Gartenbau nicht nur in Deutschland modernste Technik zur Verfügung zu stellen.

Hier auf dem Laufenden zu bleiben, heißt für die Interessenvertretung auch, im regelmäßigen Austausch mit der Wissenschaft und Forschung zu stehen und diesen aktiv zu suchen. Auch spielen die Indega und ihre Mitgliedsbetriebe auf zwei Ebenen. Zum einen bringt die Organisation interessierte Unternehmen und Forscher zum Meinungsaustausch zusammen, wie etwa beim jährlich stattfindenden UnternehmerForum oder gesonderten Gesprächsrunden.

So fand in diesem Jahr im April ein gut besuchtes Treffen mit den Zineg-Forschern statt. Zum ersten Mal erfuhren dort Unternehmer aus erster Hand, welche Themen wo bearbeitet werden und wie weit Erkenntnisse für die weitere Entwicklungsarbeit zur Verfügung stehen. Bei dem intensiven Austausch habe sich sehr schnell erkennen lassen, welche Unternehmen an welchen Stellen Ansatzpunkte für ihre Arbeit sehen.

Die zweite Ebene ist der ebenfalls intensiv betriebene direkte Kontakt zu den Forschungs- und Versuchseinrichtungen durch die einzelnen Unternehmen. Da in der Indega in der überwiegenden Mehrzahl kleinere und mittlere Firmen zusammengeschlossen sind, ist deren eigene Forschungskapazität erfahrungsgemäß begrenzt. So ist es wichtig, sich durch Gespräche mit Wissenschaftlern in geeigneter Form in laufende Projekte einzubringen, um gemeinsam zügig praxisreife Lösungen anbieten zu können.

Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit ist RAM aus Herrsching. Die im Hause RAM entwickelte Software für die 2D-Darstellung von Temperatur- und Feuchtigkeitsprofilen in Gewächshäusern ermöglicht dem Produktionsleiter einen Überblick über die Verteilung von Temperatur- und Feuchtigkeitsmesswerten im Gewächshaus. Der Gärtner kann mit diesem Instrument unter sämtlichen Umweltbedingungen das Temperatur- und Feuchtigkeitsverhalten in seinem Gewächshaus flächendeckend untersuchen. Da sich auch Schwachstellen in einem Gewächshaus leicht lokalisieren und anschließend beheben lassen, ist von einer langfristigen Energieeinsparung auszugehen, was die Konkurrenzfähigkeit steigert.

Ein weiteres Netzwerk, zu dem die Indega sowohl als Organisation als auch durch Einzelunternehmen aktiven Kontakt hält, ist WEGA. Auch wenn hier viele Fragen aus dem Bereich der Grundlagenforschung bearbeitet werden, mache es an vielen Stellen Sinn, Betriebe frühzeitig einzubeziehen. Insbesondere an der Schnittstelle Innovations- und Wissenstransfer sieht die Indega ihre Funktion als Bindeglied. Beispielsweise halten bekanntlich innovative Regelstrategien recht zögerlich in den gärtnerischen Alltag Einzug.

Traditionelle Verfahren gelten als sicher, neue und noch dazu unkonventionelle, die auch das Vertrauen in neue Erkenntnisse erfordern, haben es schwer. Indega-Unternehmen arbeiten mit ihren Beratern und Kundendiensten direkt vor Ort in den Gärtnereien, können und müssen dort die Überzeugungsarbeit leisten, von denen letztlich auch die Wissenschaft und Forschung profitiert.

Teilweise bieten die Indega-Unternehmen inzwischen auch ganz gezielt Schulungsmaßnahmen im Hause an. Zielgruppe sind zum einen Gartenbaubetriebe, zum anderen aber auch Dienstleister und Berater, die sich mit den neuen Verfahren und Produkten vertraut machen können. Im Sinne der Zusammenarbeit kooperieren dabei unterschiedlich gelagerte Firmen, wie beispielsweise Lock und RAM, um gesamte Prozesse mit verschiedenen Komponenten fachkompetent darstellen zu können. RAM bietet gezielte Schulungen für seine Kunden mit dem Schwerpunkt, die Einstellungen verschiedener im Gartenbau üblichen Regelungsstrategien zu optimieren, um Energiekosten einzusparen, oder aber auch bestimmte Kulturziele zu erreichen.

Schon bei der Planung von Vorhaben könne auf die Kompetenz der Indega-Unternehmen gesetzt werden. Die vertretenen Planungsbüros sind laut Indega dabei nicht nur in der gartenbaulichen Praxis aktiv, sondern auch gefragte Partner, wenn es um die Umsetzung von Versuchsgewächshäusern bei öffentlichen oder privaten Forschungseinrichtungen geht.

Viele richtungsweisende Ergebnisse seien schon erarbeitet worden. „Natürlich wünschen wir uns aus Sicht der Indega zusammen mit den Wissenschaftlern manchmal ein konsequenteres Einhalten hoher Qualitätsstandards bei der Ausführung oder Auswahl einzelner Komponenten“, so die Interessenvertretung. Förder- oder Vergaberichtlinien könnten da bisweilen einschränkend wirken und notgedrungen zur billigen, aber nicht preiswerten Variante führen.

Die Kompetenz der Mitgliedsunternehmen setze sich auch beim Bau von Gewächshäusern fort. Das gelte sowohl für die Produktion von Zierpflanzen und Gemüse unter Glas als auch für den Bereich der Verkaufsgewächshäuser. Dabei sind gerade attraktive Verkaufseinrichtungen, von denen der gärtnerische Einzelhandel lebt, eine Spezialität der Mitgliedsunternehmen.

Neben den Glashäusern sind für viele Gärtnereien Foliengewächshäuser von der hochwertigen Konstruktion bis zum einfachen Überwinterungstunnel in den Baumschulen gesuchte Lösungen. Auch hier seien die Indega-Mitgliedsunternehmen die richtigen Ansprechpartner, die auf neue Erkenntnisse, wie beispielsweise Versuchsergebnisse zum Wachstum verschiedener Arten unter verschiedenen Folientypen, reagieren und die entsprechenden Angebote machen.

Führend sind Indega-Mitglieder in der Mess- und Regeltechnik, heißt es weiter, die das Herzstück eines modernen, ressourcenschonenden Gartenbaubetriebes bildet. Gerade hier kämen die guten Kontakte zur Wissenschaft zum Tragen, wenn es darum geht, vorhandene Programme und Strategien an die neuen Erkenntnisse anzupassen.

Alle wesentlichen Komponenten der Gewächshaustechnik, angefangen bei den Bedachungsmaterialien und Licht, den Heizungs- und Lüftungsanlagen, den Dünge- und Bewässerungseinrichtungen, den Tischsystemen bis hin zu den Energieschirmen, sind über die Indega-Mitglieder zu bekommen.

Bei der Entwicklung neuer Klimaregelstrategien unter dem Einsatz transparenter Tagschirme führe das Zusammenwirken verschiedener Experten aus der Gewebeproduktion sowie der Mess- und Regeltechnik zu einem optimalen Ergebnis.

Das deutsche Angebot in der Gewächshaustechnik hat nach Ansicht der Indega auch international ein anerkannt hohes Niveau. Das sei das Ergebnis einer kontinuierlichen und konsequenten Entwicklungsarbeit mit dem Ohr direkt an der Praxis. (ts)