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Interforst 2014: Akku-Sägen für Profis

Akku-betriebene Motorsägen sind der jüngste Entwicklungstrend am Markt für Forstgeräte. Jeder namhafte Hersteller hat sie mittlerweile im Angebot und die Absatzzahlen sollen steigen. Zur Interforst 2014 präsentieren viele Hersteller diese Neuentwicklungen. 

Fachlicher Austausch, spielerischer Wettbewerb und Präsentationen – Elemente der Interforst. Foto: Messe München

Aber wie ist es um die Praxistauglichkeit der Geräte bestellt und wo liegen die Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Sägen? Ist ein Einsatz in der professionellen Forstwirtschaft schon denkbar? Auf der Interforst 2014 bereitet das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) im Rahmen einer Sonderschau dieses Thema auf, beantwortet Fragen und gibt einen Überblick über den Markt sowie den Stand der Technik.

Im Moment sind Akku-Sägen noch nicht für alle Anwendungsgebiete geeignet. Andererseits kann auch nicht jede benzinbetriebene Motorsäge für jede Tätigkeit eingesetzt werden. Akku-Sägen sind dort eine sinnvolle Alternative, wo es nicht darum geht, möglichst viel Holz in möglichst kurzer Zeit zu sägen.

„Fuhrunternehmer schätzen eine Akku-Motorsäge. Wenn sie im Fahrzeug liegt, entwickelt sich kein Benzingeruch und sie ist sofort einsatzbereit, wenn unterwegs Stämme geschnitten werden müssen. Schnell und unkompliziert. Im Forst werden sie bisher hauptsächlich in Randbereichen eingesetzt, zum Beispiel beim Bau von jagdlichen Einrichtungen, Wald-Spielplätzen oder beim Zaunbau“, schätzt Michael Liehr, Abteilungsleiter Marketing Handel Stihl Vertriebszentrale, die aktuelle Bedeutung von Akku-Sägen in der Praxis ein. Aber auch in der Baum-, Garten und Landschaftspflege können sie gegenüber Benzinsägen punkten.

Akku-Sägen zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine Abgase abgeben, weniger Lärm produzieren und sofort einsatzbereit sind. Beim Starten fällt das mühevolle Anlassen der Motorsäge weg. Ein Vorteil, der besonders für ältere Menschen, Personen mit Schulterverletzungen und bei der Arbeit in engen Räumen, zum Beispiel in der Baumpflege, entscheidend ist.

Darüber hinaus sind die Unterhaltskosten der Akku-Geräte geringer und es fallen kaum Wartungsarbeiten wie das Reinigen des Luftfilter, der Kühlrippen oder des Zylinders an. Bei längerer Lagerung einer Benzinsäge greift der Kraftstoff die Gummiteile der Säge an. Diese Schäden können an der Akku-Säge nicht entstehen.

Es gibt bereits Modelle, deren Leistung mit einer zwei PS-Benzin-Motorsäge vergleichbar ist und die – bei der Auswahl der richtigen Kette – eine Kettengeschwindigkeit von 20 m/sek. erreichen. Den professionellen Einsatz in der Forstwirtschaft verhindert im Moment nur noch die Laufzeit der Akkus. 30 Minuten reine Sägezeit geben die Hersteller im Moment als Durchschnittswert an.

Dazu gibt es Akkus, die auf dem Rücken getragen werden können und in verschiedenen Größen erhältlich sind. Je nach Größe dieser Akkus kann man zusammen mit einem Schnell-Ladegerät im richtigen Einsatzgebiet einen ganzen Arbeitstag gestalten. Zukünftig werden die Hersteller an leistungsfähigeren Akkus arbeiten. Damit werden sowohl längere Laufzeiten als auch leistungsfähigere Sägen möglich.

Auf der Interforst 2014 kann man sich über den aktuellen Stand der Technik umfassend informieren. Alle großen Hersteller auf diesem Gebiet werden vertreten sein. Die Interforst 2014 findet als internationale Leitmesse für Forstwirtschaft und Forsttechnik mit wissenschaftlichen Veranstaltungen und Sonderschauen vom 16. bis 20. Juli 2014 zum zwölften Mal in München statt. (ts)