TASPO GartenMarkt

Interview: Benefits durch Raritäten

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Das Besondere ist gefragt, Individualität beim Reisen, vegane Kleidung, Minimalismus in allen Lebensbereichen – und auch bei Pflanzen wird das Einzigartige gesucht. Gartencenter können den Trend nun besser bedienen, indem sie eine Kooperation mit Spezialgärtnereien oder Nischen-Produzenten eingehen. Beim Züchter Lubera tut sich in dieser Hinsicht etwas Neues.

Markus Kobelt, Obstzüchter und Inhaber der Pflanzen-Plattform „Lubera – lustvoll gärtnern“. Foto: Lubera

Markus Kobelt, Obstzüchter und Inhaber der Pflanzen-Plattform „Lubera – lustvoll gärtnern“, sieht einen Bedarf das Angebot an essbaren Pflanzen zu vergrößern. „Es gibt eine Lücke bei fast allen essbaren Pflanzen“, sagt er im Interview mit TASPO GartenMarkt zum Thema, wie man mit Raritäten und dem besonderen, überraschenden Sortiment jenseits des Mainstreams beim Kunden punkten kann. Wir haben uns mit dem Züchter und Online-Vermarkter von essbaren Pflanzen für den Hobbygartenbau dazu unterhalten.

Herr Kobelt, Sie haben Ihr Sortiment auf viel Essbares – also auf „Edibles“ – darunter besonderes Gemüse wie Oca, Erdmandel oder Wildtomate erweitert. Warum?

Der erste Grund ist ein emotionaler: Unsere Liebe geht durch den Magen. Der zweite ist ein geschäftlicher: Wir sehen eine Lücke bei fast allen essbaren Pflanzen. Wenn es Züchtung und Selektion gibt, ist sie meist auf den Erwerbsanbau bezogen. Wir züchten und selektieren dezidiert für den Garten.

Ist die Nachfrage nach Obst- und Gemüse-Neuheiten gestiegen?

Es ist auffällig, dass innerhalb unseres Online-Sortiments von 5.000 Pflanzen unsere selbst produzierten, teilweise auch selbst gezüchteten essbaren Pflanzen (Obst, Beeren, Gemüse) ihren Anteil eher ausbauen.

Glauben Sie, dass Kooperationen von Gartenhändlern mit Züchtern und Produzenten das Thema vorantreiben könnten? Wenn ja, was braucht es dafür?

Wir arbeiten in einer Kette: Züchter – Jungpflanzenanbieter – Pflanzenproduzent – Händler – Kunde. Dank unseres Online-Kanals nehmen uns Kunden wahr und sind für unsere Produkte und die Marke sensibilisiert. Dies hilft dem Pflanzenproduzenten und auch dem Händler.

Liefern Sie auch an Gartencenter oder könnten Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen?

Unsere eigenen Produktionsbetriebe in Bad Zwischenahn und in der Schweiz produzieren unsere Sortimente vorwiegend für den eigenen Direktabsatz via online und für einige wenige Großhandelspartner. Die Firma Mayer in Strullendorf bei Bamberg bietet aber eine große Anzahl von Jungpflanzen aus unseren Sortimenten an. Ab dem 1. Juli 2018 werden die Firma Mayer und wir unsere Aktivitäten im Jungpflanzen-Verkauf in der Firma Lubera Edibles zusammenlegen und sehr schnell das Jungpflanzen-Angebot ausbauen.

In welche Richtung?

Das Strauchbeeren-Sortiment wird breiter, umfasst mehr Stachelbeeren und Johannisbeeren und wird um speziellere Obstarten ausgebaut. Obstbäume zum Eintopfen kommen hinzu.

Was bedeutet das für Gartencenter konkret?

Wenn sie Lubera-Pflanzen von ihrem bevorzugten Produzenten beziehen (die ihrerseits Jungpflanzen bei Lubera Edibles kaufen) können sie von der Markenbekanntheit von Lubera profitieren. Das breitere Sortiment des Jungpflanzen-Angebots wird ab Frühling 2019 sichtbar werden. Gartenbaumschulen können selbstverständlich auch selber produzieren.

Welche besonderen Sorten oder Sortimentsbereiche werden dem Fach-Einzelhandel dann schwerpunktmäßig zur Verfügung stehen?

Neben dem breiten Himbeer- und Brombeer-Sortiment sind dies alle anderen Strauchbeeren, neu auch alle Lubera Erdbeersorten inklusive der neuen Double Pleasures-Serie mit roten Blüten, und schließlich auch Lubera Obstbaumsorten.

Wie kann die Zusammenarbeit mit Gartencentern also konkret aussehen?

Um die oben erwähnte Kette kurz zu schließen (Kunden kennen Lubera von Videos oder vom Online-Marketing, kaufen aber in ihrem Gartencenter), werden wir ab Frühling 2019 auch eine stark mit Lubera gebrandete Etikettenlinie für unsere Pflanzen anbieten. Selbstverständlich gibt es wie gehabt auch weiterhin neutralere Etiketten.

Mehr Beispiele zum Thema „Benefits durch Raritäten“ lesen Sie in der nächsten Print-Ausgabe von TASPO GartenMarkt, die am 6. Juli erscheint.