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Interview: Millenials wollen coole Ideen mit Blumen

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Für ihre Bachelor-Arbeit an der Cologne Business School in Köln hat Danja Cox das Kaufverhalten der 18- bis 36-Jährigen, der Generation Y, der Millennials bei Blumen untersucht. Denkanstöße dafür holte sie sich während eines Auslandssemesters in den USA. Die 22-jährige Tochter von Hans Gerd Cox (Gebrüder Cox) nahm mit ihrem Vater kürzlich den ersten Innovationspreis des Deutschen Blumen-, Groß- und Importhandels (BGI) entgegen.

Danja Cox (re.) untersuchte für ihre Bachelor-Arbeit das Kaufverhalten für Blumen und Pflanzen für junge Konsumenten. Foto: privat

Frau Cox, warum haben Sie sich die Millennials als Kundengruppe für Ihre Bachelorarbeit herausgesucht?

Ich gehöre ja selbst zu dieser Generation und weiß auch, dass meine Freunde eigentlich nicht zum Floristen oder ins Gartencenter gehen, um Blumen oder Pflanzen zu kaufen. Mein Vater hat mich oft gefragt, warum Leute meiner Altersklasse so schwierige Kunden sind. Also habe ich während meines Auslandssemesters in den USA Ideen für meine Bachelorarbeit gesammelt, wie man die Millennials begeistern kann. Ich halte es für sehr wichtig, das Interesse dieser Generation zu wecken. Sie stellt mittlerweile die größte Altersgruppe weltweit dar und ist deshalb in Zukunft auch für die Blumenbranche eine große potenzielle Kundengruppe.

Was wollten Sie mit ihrer Arbeit herausfinden?

Ich wollte herausfinden, inwiefern Vermarkter in der Blumenindustrie durch Marketing und Offline- sowie Online-Kampagnen das Interesse für florale Produkte wecken und somit den Verkauf von Blumen und Pflanzen an die Generation Y steigern können. Ziel war es hier, ein Verständnis für das Kaufverhalten zu entwickeln und Trends sowie Einflussfaktoren für das Kaufverhalten dieser Altersgruppe herauszufinden.

Was sind Ihre Ergebnisse?

Meine Ergebnisse zeigen, dass es durchaus eine Nachfrage für diese Produkte gibt, meist als Dekorationselement, als Geschenk sowie als Zutat zum Kochen. Allerdings bezeichnen manche der von mir befragten 419 Millennials viele Pflanzen als altbacken, als etwas, was die Oma mag. Ein auffälliges, trendiges Design würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein florales Produkt ins Auge sticht. Auf dem Markt sind zu wenig Artikel, um die herum eine Story erzählt wird. Eine Geschichte, die das Produkt trendy und catchy macht, also schick und einprägsam.

Überrascht hat mich, dass Millennials eher wenig Interesse haben, florale Produkte online zu kaufen. Sie informieren sich zwar online über Angebote, Tipps und Erfahrungsberichte, kaufen dann aber dennoch lieber offline – also im Laden – das Produkt ein. Kaufentscheidend für sie sind dabei die Qualität, der Preis und das Design der Pflanzen. Je auffälliger und moderner, desto besser. Die Befragen gaben außerdem an, generell nur wenig über florale Produkte zu wissen – häufig mit dem Zusatz, dass sie mehr Blumen und Pflanzen kaufen würden, wenn sie mehr über das Produkt wüssten.

Was bedeutet das für die Gartenbaubranche?

Wir haben es hier auf der einen Seite mit einer internet-affinen Generation zu tun. Auf der anderen Seite hat meine Befragung gezeigt, dass Blumen und Pflanzen nicht gerne bestellt werden. Deshalb ist die Kombination von Online- und Offline-Marketing sehr wichtig. Zum einen sollten Vermarkter stets präsent und aktiv auf allen Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram und Youtube sein, da die Altersgruppe dort sehr viel Zeit verbringt. Millennials teilen ihre Erfahrungen gerne online und suchen auch online (speziell auf Social-Media-Plattformen) nach Empfehlungen, Bewertungen und Infos. Auch so genannte „How-to-Videos“ sind beliebt, da die Altersgruppe generell zu wenig Produktwissen besitzt, wie die Studie zeigt.

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Das komplette Interview mit Danja Cox lesen Sie im aktuellen Gartenmarkt.