TASPO GartenMarkt

Interview: „Wir halten an Glyphosat fest“

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Keine Frage – Glyphosat spaltet. Während Kritiker davon ausgehen, dass es wahrscheinlich krebserregend ist, argumentieren Befürworter mit der Sicherung der Welternährung und folglich mit Glyphosat als Lebensretter. Im aktuellen TASPO GartenMarkt nehmen Dr. Thoralf Küchler, Monsanto, und Bettina Wenger, Scotts Celaflor, Stellung zu dem umstrittenen Herbizid.

Viele Baumärkte haben glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel ausgelistet – nicht zuletzt auf Druck der öffentlichen Meinung. Sie wollen trotz der Diskussionen aber weiter an dem Wirkstoff festhalten?

Bettina Wenger: Der DIY hat grundsätzlich kein fachliches Problem. Doch um nicht am Pranger zu stehen, haben sich viele Baumärkte zur Auslistung entschieden. Wir sehen aber die Signale aus dem Handel: Wenn die Wiederzulassung durch ist, wird der eine oder andere wieder zurückkommen.

Was passiert aber nach 18 Monaten, sollte die Zulassung nicht verlängert werden?

Dr. Thoralf Küchler: Weil parallel zum Zulassungsverfahren von Glyphosat auf EU-Ebene das chemikalienrechtliche Verfahren durch die ECHA für Glyphosat lief, war die Kommission der Auffassung, die Entscheidung der ECHA abzuwarten, um dann in 18 Monaten erneut darüber abzustimmen, ob Glyphosat für weitere 15 Jahre verlängert werden kann.
Ich gehe davon aus, dass wir in 18 Monaten eine langfristige Verlängerung des Wirkstoffs Glyphosat bekommen werden.

Was bringt Sie zu dieser Überzeugung?

Dr. Küchler: Die Ausgangssituation der Diskussion war, dass die EFSA auch nach Bewertung der Unterlagen der IARC abschließend zu einer positiven wissenschaftlichen Bewertung des Wirkstoffs gekommen ist. Die EU-Gesetzgebung sieht vor, dass die Mitgliedstaaten gemeinsam mit der EU-Kommission auf Basis der wissenschaftlichen Bewertung eine Entscheidung zu treffen haben. Diese wissenschaftliche Bewertung führte die Kommission zunächst zu dem Vorschlag, für 15 Jahre zu verlängern. An diesen positiven wissenschaftlichen Fakten hat sich nichts geändert.

Sie geben Glyphosat beziehungsweise das Produkt Roundup also noch nicht auf?

Dr. Küchler: Ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass die Marke keinen Schaden erlitten hat. Der Nutzen des Produkts ist klar. Es ist das einzige Herbizid mit systemischer wurzeltiefer Wirkung. Es gibt auch keinen zweiten Wirkstoff mit diesem toxikologischen Umweltprofil. Wenn Klarheit und Sicherheit durch die langfristige Zulassung wieder da sind, wird auch die Nachfrage wieder kommen.
Und das ist auch notwendig. Denn es ist relativ unwahrscheinlich, dass man noch einmal einen Wirkstoff mit solchen einzigartigen Eigenschaften entdeckt. Die Landwirtschaft braucht Glyphosat und der Hobbygärtner auch. Wir haben keinen Wirkstoff in der Pipeline, der Glyphosat ersetzen könnte. Wir halten an Glyphosat fest.

Das komplette Interview zum Thema Glyphosat lesen Sie im TASPO GartenMarkt 37/2016, der am 16. September erschienen ist.