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Interzoo: Regionalität und Nachhaltigkeit durchgängige Trends

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Regionalität und Nachhaltigkeit sind als durchgehende Trends auf der gestern gestarteten Interzoo sichtbar. Im Bereich Tierfutter nutzen viele Hersteller statt exotischer Fleischelemente verstärkt regionale Zutaten. Die Produzenten setzen zudem auf Natürlichkeit.

Regional geprägte Tiernahrung, gesunde Snacks, per App steuerbare Aquarien und orthopädische Betten für Hunde zählen zu den weltweit neuen Trends, die auf der Interzoo 2018 zu sehen sind. Foto: WZF/Thomas Geiger

„In den Napf kommen immer weniger Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel oder Farbstoffe“, erklärt Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF), der auch fachlicher Träger der Interzoo ist.

Funktional, nachhaltig und stylisch

Regional geprägte Tiernahrung, gesunde Snacks, per App steuerbare Aquarien und orthopädische Betten für Hunde zählen zu den weltweit neuen Trends, die auf der Interzoo 2018 zu sehen sind. Mit High Tech wolle die Branche zudem dazu beitragen, die Berufssituation und Mobilität von Tierhaltern mit der Haltung von Heimtieren leichter in Einklang zu bringen.

Moderne Applikationen helfen fortgeschrittenen Aquarianern und Terrarianern, aber auch Anfängern. Holthenrich: „Im Handel gibt es demnächst einfache, aber wirksame Lösungen wie Giftentferner fürs Aquarium, steuerbare Futterautomaten oder einen LED-Controller, der natürliche Biotope simuliert.“

Neu: Initiative für Nachhaltigkeit

Branchenvorreiter zertifizieren die nachhaltige Herkunft ihrer Produkte oder streben bereits für 2020 eine klimaneutrale Produktion an, andere suchen nach ersten Anregungen, wie sie sich dem Thema Nachhaltigkeit nähern können: Der Informationsbedarf der Heimtierbranche zu nachhaltigen Aktivitäten, Produkten und Dienstleistungen ist laut Messeveranstalter WZF (Wirtschaftsgemeinschaft Zoologischer Fachbetriebe GmbH) groß. Deshalb investiert die WZF in eine Interzoo Nachhaltigkeitsinitiative.

„Wir stellen fest, dass Aussteller auf der Interzoo 2018 verstärkt zum Thema Nachhaltigkeit berichten oder Branchenvertreter nach Informationen suchen“, erklärt Dr. Rowena Arzt, Bereichsleiterin Messen der WZF. Gleichzeitig wird deutlich: Praxisnahe Beispiele, wie Unternehmen der Heimtier-Branche das Thema angehen können, sind zu wenig bekannt und für viele Teilnehmer der Branche nicht hinreichend verfügbar.

Forschungsprojekt für die Heimtierbranche lanciert

Langfristiges Ziel der Interzoo Nachhaltigkeitsinitiative ist es, gemeinsam mit der AMS aus den Forschungsergebnissen ein Handbuch zum Thema Sustainable Development für die Heimtierbranche zu erstellen. Erste Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt von WZF und dem Sustainability Transformation LAB der AMS sowie weitere Informationen rund um das Thema Nachhaltigkeit werden bereits auf der Interzoo präsentiert.

Rund 2.000 Aussteller (2016: 1.818) präsentieren vom 8. bis 11.Mai auf der Weltleitmesse für Heimtierbedarf neueste Entwicklungen und Top-Trends. Dabei wächst das Interesse an der Messe sowohl im Inland als auch im Ausland. Die WZF erwartet zur Interzoo rund 40.000 Fachbesucher aus über 100 Ländern.  Wegen der günstigen Infrastruktur des Geländes erreichen Besucher dennoch alle Ausstellungshallen auf kurzen Wegen, unterstreicht der Veranstalter.

Artikel für Hund und Katze wachsen auf hohem Niveau weiter

Auch bei der Interzoo 2018 nehmen Artikel für Hunde und Katzen den mit Abstand größten Raum ein. Dieses Segment wächst auf einem hohen Niveau weiter an: 43 Prozent der Hersteller präsentieren in diesem Bereich ihre Produkte. „Bei der Heimtiernahrung bekommen die Snacks vermehrt einen Zusatznutzen, sie bieten mehr als nur guten Geschmack“, berichtet der Vorsitzende des Interzoo-Messeausschusses, Hans-Jochen Büngener.

Das Wachstum der Interzoo spiegelt die gute Entwicklung des internationalen Heimtiermarktes. Wie das Marktforschungsinstitut Euromonitor berichtet, erreichte der weltweite Markt für Heimtierbedarf im vergangenen Jahr ein Umsatzvolumen von 98,7 Milliarden Euro (2015: 92,9 Milliarden Euro). Die größten Märkte sind Nordamerika mit über 43,8 Milliarden Euro und der europäische Markt mit 30,8 Milliarden Euro Umsatz.

Deutsche an zweiter Stelle bei den Ausgaben

In Europa geben die Briten mit 5,3 Milliarden Euro am meisten für Heimtierbedarf aus, Deutschland folgt mit 4,8 Milliarden Euro an zweiter Stelle. Dabei bleibt der Gesamtumsatz im deutschen Fach- und Lebensmitteleinzelhandel stabil. Er erreichte im vergangenen Jahr 4,2 Milliarden Euro. Davon gaben Heimtierbesitzer knapp 3,2 Milliarden Euro für Heimtiernahrung und 987 Millionen Euro für Heimtierzubehör aus.

Darüber hinaus kauften Tierhalter nach Schätzungen des ZZF und des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) 2017 geschätzt für etwa 580 Millionen Euro Heimtierprodukte im Internet ein. Hinzu kommt ein Umsatz mit Wildvogelfutter von 98 Millionen Euro. Auch wenn das Internet für Heimtierprodukte zunehmend an Bedeutung gewinnt, bleibt der Fachhandel den Angaben zufolge in Deutschland erste Anlaufstelle für den Kauf von Heimtierbedarf.

Fast jeder zweite Haushalt mit Heimtieren

In Deutschland leben 34,3 Millionen Heimtiere. Hinzu kommen zahlreiche Zierfische und Terrarientiere. Insgesamt gab es im Jahr 2017 in 45 Prozent aller Haushalte in Deutschland Heimtiere. 65 Prozent aller Familien mit Kindern halten Heimtiere, vor allem Kleinsäuger, Zierfische und Hunde. Die Vorjahreszahl lag mit 61 Prozent leicht darunter. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Erhebung von IVH und ZZF.

Die Katze ist in Deutschland nach wie vor das Heimtier Nummer eins: Insgesamt lebten im Jahr 2017 13,7 Millionen Samtpfoten; an zweiter Position folgten 9,2 Millionen Hunde. Platz drei gehörte mit 6,1 Millionen den Kleintieren. Insbesondere bei Kaninchen und Meerschweinchen sind die Populationszahlen seit Jahren erstmals wieder gestiegen und die durchschnittliche Anzahl von Tieren im Haushalt entwickelt sich positiv. Das zeigt, dass gesellige Tiere wie Meerschweinchen mittlerweile auch so gut wie immer gesellig gehalten werden. Die Zahl der Ziervögel betrug im vergangenen Jahr 5,3 Millionen.

Zudem gab es im selben Zeitraum 2,1 Millionen Aquarien sowie 1,6 Millionen Gartenteiche mit Zierfischen. Die Zahl der Terrarien blieb im vergangenen Jahr erneut stabil: Es wurden 800.000 Terrarien in einem Prozent der Haushalte ermittelt.