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Intratuin 3.0: Effizienteres Arbeiten im Gartencenter

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„Effizienteres Arbeiten“ ist eines der aktuellen Projekte der Fachhandelskooperation Intratuin. Auf der Jahrestagung vom 10. bis 11. Oktober in Münster stellte die Gruppe das neue Konzept den Mitgliedern näher vor. Es ist eingebunden in die Mehrkanalstrategie „Intratuin 3.0“.

Warenpräsentation aus Intratuin 3.0. Gezeigt wird eine Wohnraumeinrichtung. Buchenau: „Wir verbinden Hartwaren und Pflanzen miteinander, geben Inspiration und setzen Trends.“ Foto: Intratuin

Blaupause für bessere Strukturen im Gartencenter

Mit dem Projekt „Effizienteres Arbeiten“ entwickelt die Kooperation eine Blaupause für bessere Strukturen und Planungen in Gartencentern. „Unser Ziel ist es, den Output, die Leistung pro Arbeitsstunde in unseren Gartencentern zu steigern. Dabei wollen wir erreichen, dass die Personalkosten sinken, oder mehr Arbeitszeit zur Verfügung steht, um sich zum Beispiel besser um die Kunden kümmern zu können“, erklärt Thomas Buchenau, Intratuin Regionalleiter Deutschland.

Das Projekt des effizienteren Arbeitens befindet sich bei zwei Gartencentern in der Erprobungsphase. Unterstützt wird das Projekt durch spezialisierte Software, die die Arbeitszeiten und die Arbeitsabläufe sichtbar macht und Personal plant.

Retail-Manager von Intratuin begleiten Umsetzung des Projekts

„Einmal begonnen, ist das Projekt Blaupause ein fortlaufender Prozess“, weiß Buchenau. „Er endet nicht mehr und gibt dem jeweiligen Unternehmen eine neue Planungs-, Führungs- und Arbeitskultur. Unsere Retail-Manager begleiten die Umsetzung fortlaufend.“

Phase 1 der Umsetzung besteht in der Inventarisierung, der genauen Aufnahme, welche Arbeiten, wann und wo von welchen Mitarbeitern im jeweiligen Gartencenter ausgeführt werden. Diese Daten werden analysiert und es wird nach Optimierungsmöglichkeiten gesucht, auch anhand von Erfahrungen aus anderen Betrieben.

Diese optimierten Arbeitsschritte reifen dann in Phase 2 bis zum Beginn der Umsetzung. Diese startet in Phase 3 – die Arbeitsschritte werden angewendet. Der jeweilige Planungszeitraum beläuft sich auf zwei Wochen. Zum Ende des zweiwöchigen Schritts wird gemeinsam mit den Intratuin Planern analysiert und kritisch hinterfragt, was gut gelaufen ist, und was nicht.

Erste Erfahrungen in Pilotgartencentern positiv

Die ersten Erfahrungen in den beiden Pilotgartencentern sind sehr positiv, berichtet Buchenau. Das Projekt ist Bestandteil der neuen Strategie „Intratuin 3.0“. Hiermit will die Kooperation auf einen sich verändernden Markt reagieren. Was verändert sich genau? „Ein wichtiger Aspekt ist, dass die Kunden in der Regel, was das Gärtnern betrifft, weniger ‚Fachwissen‘ mitbringen“, so Buchenau.

Es rücken andere Faktoren in den Vordergrund, warum ein Kunde ein Fachgartencenter besucht und dort kauft. Hierzu gehören Erlebnis, Freizeit, Genuss und Spaß. „Alle diese Faktoren muss man heute bieten, um erfolgreich zu sein, zum Beispiel in einem Gartencafé, oder mit Events, oder mit kreativen Ideen“, weiß Buchenau.

Kunde kommt seltener als früher mit „Einkaufszettel“ ins Gartencenter

Der Kunde kauft spontaner, er ist impulsgesteuert. Er kommt viel seltener als früher mit einem „Einkaufszettel“ in die Gartencenter, einem Plan, was er braucht und den Grenzen im Kopf, was er ausgeben will. Das ist ein Nachteil, aber auch eine riesige Chance zugleich. „Verpackt“ man seine Ware heute gut, beispielsweise durch Marketing und Erlebnis, verkauft man heute viel besser, als noch vor etwa fünf Jahren. Bei einfacher, massenhafter Warenpräsentation geht der Erfolg kontinuierlich zurück, so die Erfahrungswerte.

Bei der anwendungsbezogenen Warenpräsentation müsse der Händler von heute sowohl stationär denken, als auch online. Das eine funktioniere ohne das andere nicht mehr ausreichend erfolgreich. Wer viele Pflanzen verkaufen will, sollte die Anwendungssituationen mit vielen Pflanzen ausstatten. „Wir bei Intratuin verstehen Pflanzen heute als wertvolles Einrichtungsgut. Das gilt für den Wohnraum, aber auch für den Garten.“

Der Online-Bereich unterstützt die Strategie des Inspirierens, nur sind die Gesetzmäßigkeiten im Web andere, und die Darstellungsformen unterscheiden sich: „Im Bereich von Social Media sind wir keine Verkäufer; wir treten vielmehr als Ideengeber und kompetenter Gesprächspartner auf.“ Auch ein Online-Kunde kann Intratuin-Ware erwerben. „Wir liefern bis vor seine Haustür“, erklärt Buchenau die Mehrkanal-Strategie.

Intratuin 3.0 will Kunden online und stationär inspirieren und informieren

Intratuin 3.0 steht für das Verweben von online und stationär. Auf jedem Kanal soll der Kunde inspiriert und informiert werden. „Atmosphäre erzeugen wir zum Beispiel in unseren neuen Abteilungen mit neuen Brands wie Leben Zuhause, Leben im Garten, Saison auf dem Tisch oder Essen im Naschgarten. Bei der Online-Komponente bauen wir Aktivitäten im Bereich Social Media aus und entwickeln unseren Online-Verkauf weiter.“

Aktuell sind der Intratuin Gruppe in den Niederlanden 53 Betriebe angeschlossen, fünf in Belgien und drei in Deutschland. Der vierte deutsche Markt ist in Vorbereitung.