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IVG-Jahrbuch 2012: Nutzgarten im Fokus

Das Jahrbuch 2012 des Industrieverbandes Garten (IVG) liegt vor. „Der Nutzgarten macht entgegen früheren Zeiten heute wieder Spaß“, erklärt Johannes Welsch, IVG-Geschäftsführer den Titel „Nutzgarten 2.0“. Noch vor wenigen Jahren wurde man belächelt, so Welsch im Grußwort, wenn man über seinen Nutz- oder Kleingarten sprach. Heute sei der Nutzgarten eine Gegenbewegung zum Internet, eine Renaissance des aktiven Gärtnerns in Richtung Selbstversorgung. 

Titel IVG-Jahrbuch 2012. Quelle: IVG

Vorgestellt werden etwa der Küchengarten auf Schloss Ippenburg oder der Gemüsegarten Michelle Obamas im Weißen Haus. Ein Kapitel widmet sich dem Easy Gardening, etwa dem Gärtnern in mobilen Beeten. Ausführlich behandelt das Jahrbuch darüber hinaus Daten und Fakten zum Gartenmarkt. Kernaussagen dazu von Klaus Peter Teipel, IFH Retail Consultants (Köln) stellen wir hier zusammen:

Der private Gartenmarkt umfasste im Jahr 2011 ein Volumen von knapp 14,9 Milliarden Euro (2010: 14,8 Milliarden Euro). Der urbane Bereich rückt dabei zunehmend in den Blickpunkt der Branche: Insbesondere der Balkon soll künftig noch mehr als Erholungsraum und Erweiterung des Wohnzimmers dienen. Die Mehrzahl der Marktteilnehmer glaubt in diesem Zusammenhang, dass sich insbesondere im hochwertigen Segment ein großes und starkes Wachstumspotenzial verbirgt. Dennoch ist ein niedriger Preis für 54 Prozent der Haushalte beim Kauf von Produkten für den Garten das wichtigste Entscheidungskriterium.

Der Markt für Indoor Grün erweist sich trotz eines stärkeren Ausschlags im Krisenjahr 2009 als konstant. Verlierer sind die Hydrokulturen, Zimmerpflanzen konnten leicht zulegen. Bei Schnittblumen fällt auf, dass neben der Bedeutung des LEH inzwischen jeder zehnte Euro über die elektronische Ladentheke des World Wide Web wandert. Um 10,7 Prozent gewachsen ist der Markt für Garten Outdoor im Zeitraum von 2000 bis 2011. Mit einem Marktanteil von 42 Prozent stellen Beet- und Balkonpflanzen das wichtigste Segment dar.

Die Bau- und Heimwerkermärkte besitzen mit einem Marktanteil von derzeit 26 Prozent die führende Position im Vertrieb von Produkten rund um den Garten, die Terrasse und den Balkon. Mit aktuell 16 Prozent belegen die Gärtnereien einschließlich des Blumenfachhandels dank ihres hohen Marktanteils bei der umsatzstarken Warengruppe Grün Indoor den Rang zwei im Gartenmarkt. Als dritter wichtiger Vertriebskanal im Gartenmarkt fungieren die Fach-Gartencenter (durchschnittlich zwölf Prozent). Im Vergleich zum Gesamtmarkt besitzen die Fach-Gartencenter eine überdurchschnittliche Bedeutung in den Warengruppen Grün Outdoor und beim biologisch-chemischen Gartenbedarf.

Nach Jahren des Wachstums (bis 2007) stagniert die Anzahl der Gartencenter deutscher Betreiber im Inland. Die im Inland existierenden 3.478 Gartencenter besitzen eine Verkaufsfläche von rund 6.899.000 Quadratmetern. Im Vergleich zu dem eminenten Verkaufsflächenwachstum der Bau- und Heimwerkermärkte sind bei den Gartencentern kaum Zuwächse bei den durchschnittlichen Betriebsgrößen zu erkennen. Die Umsatzentwicklung der Fachgartencenter hingegen ist überaus erfreulich. Im Betrachtungszeitraum (2000 bis 2010) konnten die Fachgartencenter ein Plus von annähernd 19 Prozent im Gartenmarkt verbuchen. Nach dem Rekordjahr 2010 (plus 5,3 Prozent) sieht die Prognose bis 2016 ein jährliches Wachstum zwischen 1,5 und zwei Prozent vor. (ts/rve)

(Quelle: Daten und Fakten im Gartenmarkt von IFH Retail Consultants Köln im IVG-Jahrbuch 2012, www.ivg.org)