TASPO GartenMarkt

IVG: sicherheitsrelevante Mängel bei Billig-Sägen

Der Industrieverband Garten (IVG) fand bei einer Untersuchung von zehn Motor-Kettensägen aus dem Preiseinstiegssegment gravierende sicherheitsrelevante Mängel. Geprüft wurden jeweils die günstigsten Maschinen im Angebot von zehn unterschiedlichen Anbietern (Offline/Online).

Mängel bei Billig-Motorsägen entlarvte eine vom IVG beauftragte Untersuchung. Foto: IVG

Die Preise der Sägen lagen dabei zwischen 69,99 und 129,99 Euro. Sechs von zehn Geräten waren nicht CE-konform. Zwei wiesen nach dem Test sogar Brüche an Bauteilen auf. „Mit unserer Überprüfung möchten wir ein Signal an die Marktüberwachung geben, um stärker als bisher Billiggeräte hinsichtlich ihrer Sicherheit für den Verbraucher zu überprüfen“, so Johannes Welsch, IVG-Geschäftsführer.

Die Deutsche Prüf- und Zertifizierungsstelle für Land- und Forsttechnik GbR (DPLF) wurde vom IVG damit beauftragt, die zehn Motor-Kettensägen aus dem Preiseinstiegssegment zu prüfen und dabei die CE-Konformität und die allgemeine Qualität der Produkte zu bewerten. Geprüft wurde auf Grundlage der DIN EN ISO 11681–1: 2011. Die Auswahl der geprüften Modelle erfolgte allein über die Preispositionierung. Für 2015 plant der Industrieverband Garten gemeinsam mit anderen Verbänden eine breiter angelegte Untersuchung, um die Marktsituation zu sondieren und in der Folge den Endverbraucher vor nicht CE-konformen Produkten zu schützen.

Vor allem sollte die erste Untersuchung ermitteln, wie hoch der Anteil zu beanstandender Ware im Handel in einer Produktkategorie ist. „Aufgrund der Ergebnisse werden wir nun mit unseren Mitgliedern darüber diskutieren, welche Produktgruppen zukünftig in welchem Umfang untersucht werden sollten“, so Welsch zur Frage, ob die Prüfungen wiederholt werden. Einen Bedarf für Untersuchungen dieser Art sieht der IVG insbesondere bei motorgetriebenen Garten- und Rasenpflegegeräten.

Im Mittelpunkt steht die Einhaltung des Produktsicherheitsgesetzes im Sinne des Verbraucherschutzes. Damit ist die CE-Konformität das richtige Kriterium zur Prüfung, so Welsch zur Frage, ob auch andere Prüfungsmethoden geplant sind. Entsprechende Prüfungen auf CE-Tauglichkeit finden seitens der zuständigen Überwachungsbehörden statt.

Diese seien verpflichtet, bei Verstößen gegen die CE-Kennzeichnungspflichten erforderliche Maßnahmen zu treffen. Diese richten sich, so Welsch, ganz im Sinne des Grundsatzes der „Gefahrenabwehr an der Quelle“, vorrangig an die Inverkehrbringer, also in erster Linie Hersteller, dessen Bevollmächtigte oder Importeure, die die sicherheitstechnischen Eigenschaften des Produktes im Detail kennen oder kennen müssten.

„Als Bindeglied zwischen Hersteller und Verbraucher muss aber auch jeder Händler mit dazu beitragen, dass nur sichere Produkte in Verkehr gebracht werden“, so Welsch zur Frage, welchen Part der Handel in der Sicherheitsfrage hat. Dies geschehe in der Praxis zumindest auf der Basis von Stichproben und Bewertungen, auch der CE-Kennzeichnung selbst.

Liegen dem Händler auf diesem Wege gewonnene Erkenntnisse aufgrund von Beschwerden, Informationen und Anhaltspunkte vor, die auf eine mögliche Gefährdung von Verbrauchern durch das in Verkehr gebrachte Produkt schließen lassen, sei er verpflichtet, mit den zuständigen Stellen der Marktaufsicht zusammen zu arbeiten und diese entsprechend zu unterrichten.

Der Handel habe deshalb schon von Gesetzes wegen, aber auch aus Gründen eigener Qualitätsanforderungen, gerade im Hinblick auf die Kundenzufriedenheit ein eigenes Interesse, nur sichere, richtlinienkonforme Produkte zu vertreiben. Hinzu komme der Umstand, dass in vielen Fällen Produkte zum Beispiel aus Fernost importiert werden und der Hersteller nicht ohne Weiteres für Überprüfungen angesprochen werden kann. „Hier ist für die Behörden der Händler der direktere Ansprechpartner“, erklärt der IVG-Geschäftsführer.

Mit dem CE-Zeichen bringe der Hersteller selbst zum Ausdruck, dass seine Produkte den grundlegenden Sicherheitsanforderungen genügen. Es handele sich also quasi um eine Selbstzertifizierung. Die Überprüfung erfolge dann durch Marktaufsichtsbehörden. Das könne zum Beispiel das Gewerbeaufsichtsamt im Handel sein. Es werde in der Regel stichprobenartig überprüft.

„Der Umfang der Überprüfung erscheint uns jedoch in vielen Fällen zu gering. Hat der Handel den begründeten Verdacht, dass nicht CE-konforme Ware geliefert wurde, kann er die Behörden der Marktaufsicht informieren und prüfen lassen. Auch sollte CE-Konformität Bestandteil der Einkaufsbedingungen sein.“ (ts/rve)