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Klaus Kölle: Gärtner aus Leidenschaft

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Zum 85. Geburtstag von Klaus Kölle haben sich die Mitarbeiter von Pflanzen-Kölle für ihren Geschäftsführer etwas einfallen lassen. Eine Überraschungsparty ganz Corona-konform mit Livezuschaltungen in alle 13 Gartencenter, in die Gärtnereien und in die Verwaltung. Unter dem Motto „Klaus Kölle empfiehlt“ berichten die Mitarbeiter, was sie an ihrem Senior-Chef schätzen und was sie von ihm gelernt haben. Wir sprachen mit dem 85-Jährigen über seine Leidenschaft für das Familienunternehmen und das Kultivieren von Pflanzen.

Große Freude auf der Überraschungsparty von Klaus Kölle: Der Senior-Chef bekommt ein Diktiergerät in klassischem Kölle-grün geschenkt. Foto: Jacqueline Worch

Sie sind mit Pflanzen-Kölle aufgewachsen – inwiefern hat das Ihr Leben geprägt?

Klaus Kölle: Wir sind seit sieben Generationen Gärtner, und es war schon früh klar, dass ich mal eine Baumschul-Lehre absolviere. Das hat mich schon geprägt, trotz der vielen anderen Berufe, die ich mir in den anschließenden Jahren angeeignet habe, vom Zierpflanzengärtner bis zum Gartencenter-Manager. Das waren lange Lehrjahre.

Sie sind mit 85 Jahren immer noch im Unternehmen tätig – was ist das für ein Gefühl?

Klaus Kölle: Das ist ein Geschenk, und ich bin dem Schöpfer jeden Tag dankbar, dass ich noch so fit bin. Es ist auch ein Privileg des Mittelstandes, bis ins hohe Alter noch in verantwortlicher Position tätig sein zu dürfen.

Was bedeutet Ihnen das Unternehmen heute?

Klaus Kölle: Unser Familienunternehmen beansprucht fast mein ganzes Denken. Ich bin mit Herzblut Unternehmer und kann mich für viele Dinge im Unternehmen begeistern. Für Erfolge natürlich mehr, aber auch dafür, aus Niederlagen Siege zu machen. Das habe ich bei vielen Gelegenheiten gelernt, dass oft ein Unglück, wie beispielsweise ein schwerer Hagelschaden, im ersten Moment sehr schlimm ist, sich dann aber durch zusätzliche Investition in Modernisierung als Chance und Schritt in die Zukunft erweist.

Vor zwei Jahren haben Sie das 200-jährige Bestehen von Pflanzen-Kölle gefeiert – wie war das für Sie und Ihre Mitarbeiter?

Klaus Kölle: Da sind wir natürlich alle sehr stolz drauf und auch dankbar, dass wir das Familienunternehmen im Sinne unserer Altvorderen weiterführen können. Denn immerhin steckt bereits das Herzblut von sechs Generationen Kölle drin, und auch die siebte Generation ist als Gesellschafter schon mit eingebunden. Und wir engagieren uns täglich, um die Substanz für die nächsten Generationen zu erhalten und weiter auszubauen.

Was denken Sie, erwartet Pflanzen-Kölle in den nächsten Jahren?

Klaus Kölle: Wir werden uns in den nächsten Jahren weiter den besonderen Herausforderungen von Nachhaltigkeit, klimaschonenden Sortimenten in den Gartencentern, umweltschonender Bewirtschaftung unserer Gärtnereien und Feldkulturen zu stellen haben. Ein ganz wichtiges Thema bleibt die Digitalisierung. Hier konnten wir beispielsweise durch den Versand von Newslettern unsere gedruckten Prospekte bereits um 30 Prozent reduzieren und damit Papier und auch Werbekosten einsparen.

Haben Sie in diesem Zusammenhang auch festgestellt, dass die Kunden vermehrt nach nachhaltigen Produkten fragen?

Klaus Kölle: Ja, das zeigt sich besonders bei den Bio-Produkten. Wir haben in unseren Gärtnereien vor über zehn Jahren bereits auf Bio-Gartenkräuter umgestellt und sind aktuell dabei, unser Staudensortiment auf Bio umzustellen und testen einige Baumschulkulturen auf mögliche Biokultur. Das geht jedoch nur, wenn wir dabei keine Qualitätsabstriche machen. Denn wir fühlen uns unseren Kunden verpflichtet: Wo Kölle draufsteht, muss auch Kölle-Qualität drin sein!

Was genau die Kölle-Qualität ausmacht und wie Klaus Kölle den Einfluss der Corona-Pandemie auf die Grüne Branche bewertet, lesen Sie in unserem kompletten Interview mit dem Unternehmer in TASPO 39/2020.

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