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Kleine Gehölze für die Grabbepflanzung

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Ältere Gräber zeugen davon, dass viele dort gepflanzte Gehölze auf Dauer nicht wirklich klein bleiben. Weil sich durch den Trend zum sehr kleinen Garten und der Tatsache, dass viele Menschen nur noch über Balkon oder (Dach-)Terrasse verfügen, auch das Gehölzsortiment angepasst hat, stehen inzwischen aber auch für die Grabbepflanzung sehr viel mehr echte Mini-Sträucher und Zwergkoniferen zur Verfügung.

Kleine Rhododendren (nicht nur) fürs Grab

Die leuchtende Blütenfarbe in Blau- und Violett-Schattierungen ist das Erkennungsmerkmal von Rhododendron impeditum, einem immergrünen, dicht belaubten Zwergstrauch, der breit kissenförmig wächst und nach zehn Jahren nicht höher als 40 Zentimeter ist. Im Mai begeistert diese Art mit unzähligen violetten Blüten, sodass der Begriff „Blütenkissen“ keineswegs übertrieben ist.

Leuchtend blau sind die Blüten von Rhodendron russatum, und hier sei besonders ‘Compactum’ genannt. Ab April ist das blaue Blütenwunder zu bewundern, Rhododendron calostrotum ‘Enrico’ hingegen öffnet ab Mitte Mai seine Knospen, die im Ausblühen zwischen Blau und einem intensiven Lila changieren.

In zartem Hellviolett erstrahlt Rhododendron keleticum, während Rhododendron keiskei für rosarote Ansichten sorgt. Ein echter Winzling ist dabei die Sorte ‘Wee Bee’, die auch nach vielen Jahren lediglich 20 Zentimeter hoch wird und sich als dichtes Kissen präsentiert. Mit Rhododendron ludlowii kommt auch die Blütenfarbe Gelb ins Sortiment der Rhodo-Zwerge, und Rhododendron repens hat einige Sorten von intensiv roter Blütenfarbe in petto.

Immergrüne als Kombi-Partner für kleine Rhodos

Die kleinen Rhodos lassen sich sehr schön mit anderen Immergrünen kombinieren, zum Beispiel mit der ebenfalls im Frühjahr blühenden Japanischen Lavendelheide (Pieris japonica), die wie die Rhododendren zur Familie der Heidekrautgewächse gehört und die gleichen Ansprüche an Boden und Standort hat.

Auch im Sortiment der Traubenheiden (Leucothoe) hat sich etwas getan. Die Sorte ‘Little Flames’ dieser immergrünen Blattschmuckgehölze zeichnet sich durch eine spektakuläre rote Blattfärbung an den jungen Trieben aus. Der gleichmäßig kompakte Wuchs mit einer Höhe nicht über 50 Zentimeter macht ‘Little Flames’ zur ersten Wahl.

Mit 80 Zentimetern wird ‘Curly Red’ schon etwas höher, wächst aber sehr langsam und bleibt dabei recht schmal, sodass man diese Sorte durchaus empfehlen kann. Das Besondere an ihr sind die in sich gedrehten glänzenden Blätter, die der Pflanze ein leicht bizarres Aussehen geben. Auch hier erfolgt der neue Blattaustrieb in einem kräftigen Rot.

Zwergige Laubgehölze für die Grabbepflanzung

Weitere kleinbleibende Sträucher mit immergrünem Laub sind unter den japanischen Spindelsträuchern (Euonymus japonicus) zu finden. Die Sortenvielfalt mit unterschiedlichsten Laubzeichnungen ist groß, weil die Gattung offenbar zu Spontanmutationen neigt.

Mit einem goldgelben und lange haltenden Austrieb wartet beispielsweise ‘El Dorado’ auf. Einzige Bedingung dafür ist ein sonniger Standort. Ganz ähnlich gefärbt, aber mit schmaleren Blättern, ist ‘Happiness’. Falls die Pflanzen mit der Zeit doch zu hoch werden, kann man sie problemlos zurückschneiden. Auch durch einen Formschnitt büßen sie nichts an ihrer Wirkung ein.

Laubabwerfende Gehölze: Berberitzen und Spiräen

Nach den vielen Immergrünen sollen noch einige Laub abwerfende Gehölze vorgestellt werden. Berberitzen (Berberis thunbergii) sind vor allem als Heckenpflanze bekannt, aber mit der kugelig wachsenden ‘Lutin Rouge’ steht auch eine Zwergform zur Verfügung, die als Solitär oder in kleinen Gruppen eingesetzt werden kann. Der feuerrote Austrieb macht sie sehr attraktiv, später dunkelt das Laub nach und präsentiert sich im typischen Braun-Ton.

Eine interessante Gruppe sind auch die Spiräen (Spiraea), wobei die meisten schon durch Schnittmaßnahmen auf das gewünschte Maß gestutzt werden müssen, am besten im Frühjahr. Spiraea betulifolia ‘Thor Gold’ und Spiraea japonica ‘White Gold’ zeichnen sich beide durch helles, im Austrieb gelbgrünes Laub aus. Im Sommer zeigen sich weiße Blüten in flachen Doldenrispen.

Ein echter Zwerg ist hingegen Spiraea bullata. Sie wird nur 50 Zentimeter hoch und wächst recht kugelig, die dunkelrosa Blüten erscheinen im Juli. Auch die beliebten Fingersträucher wurden in den letzten Jahren immer kleiner gezüchtet.

Noch mehr kleine Gehölze für die Grabbepflanzung finden Sie im kompletten Artikel, der in der Friedhofskultur 4/2018 erschienen ist.