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Klimawandel beeinflusst Weihnachtsbaum-Markt

Einige britische Baumschuler bezweifeln, dass der Klimawandel den Weihnachtsbaummarkt auf den Britischen Inseln beeinflussen wird. Trotzdem rechnen einige Experten bei weiterhin warmen Wintern in den kommenden Jahren mit einer Verlagerung, weg von der beliebten Nordmanntanne hin zur in den Staaten populären und nadelfesten Pinus contorta (Drehkiefer), um das Problem des Nadelfalls zu umgehen.

Ein Botaniker der Kew Gardens bezeichnet allerdings nicht die Temperatur, sondern die Tageslänge als wichtigsten Einflussfaktor auf das Wachstum der Weihnachtsbäume und ihren Eintritt in die Winterruhe. Möglicherweise verursachte der frühe Schnitt in der Saison 2007 das Problem mit dem vorzeitigen Nadelfall. Betroffen waren Bäume aus Schottland, Deutschland, Großbritannien und Irland, wo 30 Prozent der Bäume in einigen Paletten verstärkt nadelten. Die Emerald Group hat Lieferungen zurückgewiesen. Bis zu 15 Prozent der Bäume waren in Mitleidenschaft gezogen nach einem nassen Sommer, einem trockenen Herbst sowie einem bisher nicht da gewesenen, von den Gartencentern geforderten frühen Liefertermin ab 23. November. Zu diesem Zeitpunkt waren die Bäume noch nicht in Winterruhe. Die Anbauer und Großhändler fürchten allerdings um das Image des Natur-Weihnachtsbaumes und argumentieren, man könne die gleiche Anzahl Bäume auch in der ersten Dezemberwoche verkaufen. Immerhin weise der Nadelfall bei zur Unzeit geschlagenen Bäumen darauf hin, dass es sich um ein lebendes Produkt handele. Der britische Anbauerverband bevorzugt einen Einschlagbeginn ab der letzten Novemberdekade. Es sollten nicht mehr als sechs Wochen zwischen Ernte und Verkauf liegen, insbesondere wenn die Bäume eng stehen und nicht weiter versorgt werden. Entsprechende Informationen und Bitten des Verbandsgeschäftsführers Roger Hay hätten die Einzelhändler aber ignoriert. Verändert habe sich auch die Einstellung der Verbraucher zum Weihnachtsbaum. Vor zehn Jahren kaufte jedermann eine Picea abies, und es war normal, dass die bis Neujahr kahl war. Jetzt bauen fast alle Produzenten Nordmanntannen an, um den gestiegenen Bedarf zu decken, und ernten immer früher, um sich das Geschäft nicht entgehen zu lassen. Mit der Einführung der Nordmanntanne galten diese als etwas besonderes, heute will jeder nur noch eine Nordmanntanne haben und bezahlt dafür 25 Pfund, umgerechnet knapp 34 Euro. Es könnte aber einen erneuten Trend zum Wechsel geben. In 25 Jahren, so der erwähnte Botaniker, könnte beispielsweise die Wollemi Kiefer der angesagteste Weihnachtsbaum sein. Kiefern allgemein sind nadelfester.