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Knapp 80 Prozent der Einkäufe werden weiter bar bezahlt

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Die Deutschen bleiben beim Einkaufen dem Bargeld treu, ergab eine EHI-Studie. Allerdings stieg der Umsatz deutlich, den der stationäre Einzelhandel im vergangenen Jahr mit Kartenzahlung machte, wobei die girocard größter Treiber war. Kontaktloses Bezahlen spielt nach wie vor kaum eine Rolle.

Mehr als die Hälfte aller Einkäufe und knapp 80 Prozent des Umsatzes im stationären Einzelhandel werden weiterhin bar bezahlt. Grafik: EHI

Kartenzahlung verzeichnen 2016 einen deutlichen Zuwachs um 9,1 Milliarden Euro auf insgesamt 187 Milliarden Euro, ergab die Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2017“. Das entspricht einem Anteil von 45,6 Prozent (Vorjahr 44,5 Prozent) am Gesamtumsatz der Einzelhandelsgeschäfte in Höhe von 410 Milliarden Euro. Nachdem Gebühren EU-weit auf 0,3 Prozent für Kredit- und 0,2 Prozent für Debitkarten gedeckt wurden, verzeichnet das girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft nach einem leichten Rückgang im Vorjahr 2016 wieder einen deutlichen Umsatzzuwachs. Ihr Anteil liegt jetzt bei knapp einem Viertel (24,6 Prozent).

Am häufigsten mit PIN

Damit hat sich das girocard-Verfahren 2016 als stärkster Treiber etabliert. Jeder vierte Euro im Einzelhandel wird somit aktuell mit Debitkarte plus PIN umgesetzt. Das unterschriftbasierte SEPA-Lastschriftverfahren hingegen hat gegenüber dem Vorjahr 0,8 Prozentpunkte verloren und verzeichnet damit noch einen Anteil von 13,4 Prozent (Vorjahr 14,2 Prozent). Die Mehrheit (rund 70 Prozent) der befragten Händler halten dennoch eine Dualität von PIN- und Unterschriftverfahren nach wie vor für unverzichtbar.

Kreditkarte mit Zusatzgebühren

Seit der Gebührenliberalisierung Ende 2015 akzeptieren immer mehr Einzelhändler Kreditkarten, der Umsatzanteil ist um 0,4 Prozentpunkte auf insgesamt 6,1 Prozent gestiegen. Viele Händler beklagen allerdings, dass die Reduzierung der Interchange-Sätze durch eine massive Erhöhung diverser Zusatzgebühren (sog. Card-Scheme-fees), insbesondere bei MasterCard-Transaktionen, nach und nach ad absurdum geführt wird.

Beliebtes Bargeld

Im Zuge der diesjährigen Erhebung wurde erstmals auch der Anteil der Zahlungsmittel nach Bezahltranskationen ermittelt. Hier zeigt sich die enorme Bedeutung, die Bargeld im deutschen Handel immer noch hat. Zwar liegt der Umsatzanteil von Bargeld bei nur noch etwas mehr als der Hälfte (51,3 Prozent) des Gesamtumsatzes, der deutsche Kunde zahlt trotzdem nach wie vor die meisten (77,9 Prozent) seiner Einkäufe bar. Vor allem für geringfügige Beträge wird bevorzugt Bargeld eingesetzt.

Kontaktlos an der Kasse

Der weiterhin hohe Anteil an Bargeldzahlungen liegt zum Teil am Mangel an Alternativen, die eine breite Akzeptanz bei der Kundschaft finden und flächendeckend im deutschen Einzelhandel eingesetzt werden können. Das führende Kartensystem für kontaktloses Bezahlen, girocard, versucht diese Lücke allerdings seit diesem Jahr mit girocard kontaktlos (bis zu Beträgen von 25 Euro) zu schließen. Die aktuell noch sehr geringen Umsatzanteile von Lösungen wie Payback-Pay oder BlueCode zeigen, dass Mobile Payment noch in den Kinderschuhen steckt. Demzufolge sind mehr als zwei Drittel (71,7 Prozent) der Befragten der Ansicht, dass Bargeld für Beträge unter zehn Euro auch in den nächsten fünf Jahren die dominante Zahlungsart bleibt. Mit deutlichem Abstand folgen girocard kontaktlos (16,7 Prozent) und erst dann Mobile Payment (4 Prozent). Das EHI-Panel umfasst 493 Unternehmen mit rund 80.000 Betrieben aus 35 Branchen des Handels mit einem Bruttoumsatz (2016) in Höhe von 260,7 Millarden Euro.