Ladenbau: natürlich, wohnlich, effizient

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Ein echter Blickfang im Verkaufsraum: ein sechs Meter langer Fichtenstamm, der eigens dafür geschlagen wurde. Foto: Aichinger

Pandemie und Klimakrise haben eines gemein: Sie wirken sich inzwischen auf die unterschiedlichsten Bereiche aus – auch auf den Ladenbau. Umweltfreundliche Naturmaterialien, Recycling-Produkte und Energieeffizienz bestimmen die Trends.

Material Holz steht für Nachhaltigkeit

In Gartencentern bestimmt in den letzten Jahren vor allem Holz das Interieur der Verkaufsgewächshäuser und Außenfassaden. Es passt einerseits zum natürlichen Warenangebot. Andererseits vermittelt es den Kunden ein Gefühl von Authentizität in Bezug auf Natur und Umwelt sowie von Wohnlichkeit. In Kombination mit warmen, naturverbundenen Farben, aber auch mit den Materialien Metall und Beton, die für ein modernes, eher industrielles Ambiente sorgen, steht das Material Holz für „Nachhaltigkeit“ schlechthin. Insbesondere in den Gastronomie-Bereichen sowie in den Verkaufsräumen, beispielsweise für Obst, Gemüse, Feinkostprodukte oder Delikatessen, sind Holzelemente mittlerweile unverzichtbar.

Sechs Meter langer Fichtenstamm als Blickfang im Gartencenter

„Bodenbeläge, Wandverkleidungen und dunkles Holz in Kombination mit Pflanzen, Lounge-Möbeln und Kunstgegenständen sorgen für Wohnlichkeit, die zum Verweilen einlädt“, erklärt Ladenbau-Expertin Claudia Horbert, Leiterin des Forschungsbereichs Ladenplanung + Einrichtung beim Handelsinstitut EHI (Köln). Um die Aufenthaltsqualität für Besucher zu steigern, wurde im Gartencenter Gartenwelt Schacherl im österreichischen Bruck an der Mur unter anderem deswegen zum Beispiel eine Gartenlounge samt Genussladen geschaffen – Anfang 2021 realisiert mit vielen Holzelementen. Blickfang und funktionales Präsentationselement ist der sechs Meter lange Fichtenstamm, der eigens im Wald der Familie Schacherl geschlagen wurde.

Doch nicht nur die Optik bestimmt, ob ein Unternehmen beim Kunden authentisch und ehrlich ankommt. Auch die Effizienz und Energiebilanz, zum Beispiel für Kühlgeräte mit Direktverkaufsfunktion, sind ausschlaggebend. Der in Wendelstein ansässige Ladenbauspezialist Aichinger, renommierter Hersteller von Kühltheken und -möbeln, der auch den Genussladen bei Schacherl als emotionale Fresh-Food-Erlebniswelt plante und verwirklichte, kennzeichnet seine Geräte mit einem standardisierten Energielabel. Aus diesem ist direkt die Energieeffizienzklasse ersichtlich.

Nachhaltigkeit und Natürlichkeit auch in anderen Branchen

Dass Natürlichkeit und Nachhaltigkeit nicht auf die Grüne Branche beschränkt sind, zeigen mittlerweile auch Beispiele anderer Branchen – und diese lassen manche „grünen“ Verkaufsräumlichkeiten nahezu „blass“ aussehen. Einen Supermarkt mit Dachfarm und viel Holz hat Rewe in Wiesbaden-Erbenheim im Mai 2021 eröffnet. Rund 1.100 Kubikmeter dieses Rohstoffs wurden verbaut. Auf dem Marktdach wächst Basilikum, in einer Fischfarm wird Barsch gezüchtet. Mit der Holzsäulen-Architektur sollte ein Marktplatzambiente geschaffen werden. Die Säulen tragen das gläserne Gewächshaus auf dem Dach, durch dessen Fenster viel Tageslicht in den Innenraum fällt.

Ebenfalls im Mai eröffnete Betten Reiter einen neuen Flagship-Store in Wien Vösendorf. Mit über 2.250 Quadratmetern Verkaufsfläche ist es die bisher größte Filiale des oberösterreichischen Experten für Heimtextilien. Gemeinsam mit dem Ladenbau-Unternehmen Umdasch wurden in allen Produkt-Bereichen besondere Mehrwerte für den Kundenbesuch ausgearbeitet: So ragt im Zentrum der interaktiven Showfläche ein Turm aus Eichenholz mit einem Durchmesser von über zwei Metern bis hinauf zur Decke – von wo er mit einer begrünten Moos-Oberfläche die Blicke auf sich zieht.

► Mehr über Entwicklungen und Trends im Ladenbau lesen Sie im Branchenbuch GartenCenter 2022.

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