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Lohnt die Investition?

Die Finanzierung von Technik in Baumschulen
Anforderungen der Betriebe und technischer Fortschritt haben dazu geführt, dass das Angebot von Technik größer, spezieller und kostenintensiver geworden ist. Entsprechend wachsen die Ansprüche an das Management für den Technikeinsatz und dessen Finanzierung.

Zwischen Wohlstand, Produktivität und Technik gibt es einen direkten Zusammenhang. In Deutschland ist die Entwicklung des Wohlstandes mit technologischen Fortschritten und den daraus folgenden Produktivitätssteigerungen einhergegangen.

Dieser Zusammenhang besteht auch in den Betriebswirtschaften von Gartenbaubetrieben und Baumschulen. Die Produktivität steigern bedeutet, bei gleichem input mehr output zu erzielen. Das hat beispielsweise in den Baumschulen dazu geführt, dass eine Arbeitskraft mehr Fläche bewirtschaften kann. In den meisten Fällen geht der Produktivitätszuwachs mit zunehmendem Technikeinsatz einher. Geht es um das Bereitstellen von Technik, heißt es für die Betriebsleitung, abzuwägen zwischen notwendigem Technikeinsatz und entsprechenden Investitionskosten auf der einen Seite und dem gewünschten Produktivitätszuwachs auf der anderen Seite.

Vielfach führt der richtige Technikeinsatz zu geringeren Stückkosten und damit höheren Gewinnchancen. Dann heißt die klassische Alternative: Man gibt den zusätzlichen Gewinn an die Kunden weiter, indem man die Preise senkt oder man behält den zusätzlichen Gewinn im Betrieb und zahlt höhere Löhne oder leistet sich weitere Technik.

Die Produktivität nimmt bei der Finanzierung von Technik eine sehr wichtige Rolle ein, auch wenn der Zusammenhang auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Unternehmen mit hoher Arbeitsproduktivität haben in der Regel höhere Gewinne. Kennzahlen weisen für Unternehmen mit einer um 30 % höheren Arbeitsproduktivität einen um 45 % höheren Gewinn aus. Nicht entnommene Gewinne sind praktisch das Eigenkapital, welches für die Finanzierung von Investitionen eingesetzt werden kann. Für die Betriebsführung gilt es daher, Investitionen in Technik auch unter Gesichtspunkten der Produktivitätsverbesserung zu prüfen und festzustellen, welche Kriterien im Betrieb notwendig sind, damit neue Technik zu einer Verbesserung der Produktivität führt.

Die Entwicklung der Arbeitsproduktivität in Baumschulen mit indirektem Absatz zeigt die Grafik. Das aus den Kennzahlen bekannte „erste Drittel“ der Betriebe weist eine um etwa 40 % höhere Arbeitsproduktivität aus als das Mittel der Branche.
Die schwarze Trendlinie verdeutlicht, dass sich die Produktivitätszuwächse verlangsamen. Damit verlangsamt sich momentan auch der Wohlstandszuwachs in der Baumschulbranche.

Jörg Fieseler
LK Schleswig-Holstein, www.lksh.de
Quellen: 1Kennzahlen für den Betriebsvergleich im Gartenbau, Hefte 34 bis 54; 2 Kennzahlen für den Betriebsvergleich im Gartenbau, Heft 53 und 54

Den ganzen Artikel mit weiteren Informationen finden Sie in der Ausgabe 07/ 2012 Deutsche Baumschule im Spezial Schleswig-Holstein.