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Mähroboter gegen Benzinrasenmäher: LWG Veitshöchheim macht den Praxistest

Mähroboter gegen Benzinrasenmäher: Rainer Berger von der Bayerischen Gartenakademie und Nikolai Kendzia von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim testeten beide. Ihr Fazit: Der Roboter mäht leiser, öfter und auf Wunsch vollautomatisch. Doch Kinder und Haustiere sollten beiden Geräten aus Sicherheitsgründen fern bleiben. 

Mähroboter gegen Benzinrasenmäher: Rainer Berger (l.) und Nikolai Kendzia testeten beide. Foto: LWG

Die Rasenexperten haben im Zuge des Tests die unterschiedlichen Leistungsfähigkeiten von Mährobotern firmenunabhängig zusammengefasst. Sie geben Montagetipps und bieten eine Checkliste, mit der Gartenbesitzer vor einer Kaufentscheidung ihre individuellen Ansprüche an einen Mähroboter abfragen können.

„Vor allem Senioren und Berufstätige können von den Maschinen profitieren, wenn sie das für ihren Garten und ihre Bedürfnisse richtige Modell ausgewählt haben. Und wenn es korrekt installiert wurde.“ In diesem Punkt sind sich die Gartenplaner und Rasenexperten Nikolai Kendzia und Rainer Berger einig. „Ein regelmäßig vom Roboter gepflegter Rasen wird eher dicht und grün sein – und im Sommer weniger Dünger brauchen“, weiß Berger. „Das regelmäßige Schneiden fördert die Verzweigung der Gräser, unliebsamer Aufwuchs wird vom Gras verdrängt. Das lästige Leeren des Fangkorbes entfällt.“

Ihre Energie beziehen die kabellosen Mäher aus Batterien. Ein Strom führender Signaldraht begrenzt in der Regel das Arbeitsgebiet, das modellabhängig 50 bis tausend Quadratmeter und größer sein kann. Software regelt ihre Arbeitsweise – oft nach dem Zufallsprinzip. „Die meisten Mähroboter können – einmal programmiert – ihre Arbeit vollautomatisch mehrmals in der Woche verrichten. Arbeitszeiten und Ladedauer sind dabei modellabhängig“, erklärt Kendzia. „Viele Geräte besitzen Regensensoren, die sie daran hindern, nasses Gras zu schneiden, Stoßsensoren, die sie vor einem Hindernis wenden lassen, und Hebesensoren, die das Rotieren der Mähmesser stoppen, sobald der Roboter vom Boden abhebt.“

Eine einzige, ebene, trockene, von Hindernissen freie, nicht allzu große, rechteckige Rasenfläche halten eigentlich fast alle Mähroboter problemlos kurz. „Die Schwierigkeiten beginnen erst bei anspruchsvollen Gärten mit komplizierten und verwinkelten Flächen“, sagt Kendzia. Rund um Büsche, Bäume und Beete müssen die Gartenbesitzer oft aufwendig Signaldrähte ziehen. Sonst köpft der Mähroboter auch Stauden und Gemüse.

An schwer zugänglichen Ecken, Möbeln, Spielgeräten und vor Mauern zum Beispiel bleiben je nach Gerät bis zu zehn Zentimeter breite Streifen hohen Grases stehen, die von Hand entfernt werden müssen. Fallobst auf dem Gras kann manchen Roboter lahmlegen. „Der Traum vom faulen Nichtstun im Liegestuhl stimmt oft nur zum Teil“, betont Landschaftsarchitekt Berger.

Der Rasenexperte von der Bayerischen Gartenakademie rät generell: „Wer Haustiere und kleine Kinder hat, sollte den Mähroboter niemals unbeaufsichtigt arbeiten lassen!“ Auch sollte man sich schon vor dem Kauf ausführlich über die Sicherheitsstandards des gewünschten Gerätes informieren. Denn die Messer sind sehr scharf und rotieren sehr schnell. „Wer unter das laufende Mähwerk greift oder seinen Fuß oder die Pfote darunter schiebt, kann je nach Modell erheblich verletzt werden“, warnt er.

Wer ein Hanggrundstück besitzt, sollte gut auf die Herstellerangaben achten. Unebenheiten und schwach geneigte Flächen bewältigen fast alle Mähroboter, wenn sie sich nicht auf rutschigem Untergrund befinden. Wirklich steiles Gelände mähen nur wenige Geräte präzise. (ts/lwg)

Tipps der beiden LWG-Rasenexperten zum Thema Montage sowie eine Checkliste zum Kauf eines Mähroboters finden Sie in der TASPO 35/14.