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Marketing-Idee: Im Gartencenter fliegen die Schmetterlinge

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Sommerflaute in den Ferien muss nicht sein: Das Gartencenter Meier in der Schweiz lockt Besucher bis zum 9. September erneut mit einem „Schmetterlingshaus“ voller bunter Falter und tropischer Pflanzen. Und auch im Gartencenter Löwer wird derzeit auf Hochtouren an einer Schmetterlingsschau am neuen Standort in Goldbach/Aschaffenburg gearbeitet.

Besucher können sich im Schmetterlingshaus frei zwischen tropischen Pflanzen und umherfliegenden Faltern bewegen. Foto: Gartencenter Meier

„Wir arbeiten nun seit 2003 mit Schmetterlingen und sehen es als eine gute Maßnahme an, um auch in der Ferienzeit zusätzlich Besucherfrequenz zu schaffen“, sagt Christian Rauser, Marketing-Chef bei Meier. Die Schmetterlinge locken Familien und naturinteressierte Besucher an. Der eigentliche Wert der Aktion liege nicht im Abverkauf, sondern in der Imagebildung bei Themen wie Natur, Familie, Knowhow, Kompetenz und Erlebnis. „Einen direkten Zusammenhang zum Absatz bestimmter Pflanzenarten stellen wir nicht fest – wohl aber zu den Warengruppen Insektenhäuser, Schmetterlingszubehör, entsprechende Dekorationsartikel und Literatur“, berichtet Rauser.

Umbau und Pflege sind aufwändig

Für die sommerliche „Flugshow“ betreibt das Gartencenter einen nicht unerheblichen Aufwand: Das Eventgewächshaus wird dafür mit Netze ausgekleidet und der Eingang gesichert. Zwei Mitarbeiter sind einen Tag lang damit beschäftigt. Drei weitere Arbeitstage werden für die Ausstattung verwendet, das dekorieren mit Pflanzen und das installieren von Wasserspielen. Den Gärtnern die Grundlagen der Schmetterlingshaltung zu vermitteln, kostet ebenfalls Zeit. Darüber hinaus investiert das Gartencenter Meier in Kommunikation und Werbung. „Denn ohne entsprechendes Marketing würde sich die Aktion nicht lohnen“, sagt Rauser. Dazu zählen Anzeigen und Pressemitteilungen, Meldungen für den Newsletter, die eigene Website und Social Media. Außerdem bietet das Meier-Team naturinteressierte Gruppen und Schulklassen Führungen an und ruft einen Kinderwettbewerb aus.

Live beim Schlüpfen zuschauen

Die Sachkosten sind hingegen eher gering. Zwar werden während des gesamten Zeitraumes immer wieder neue Puppen eingekauft. Doch die angehenden Schmetterlinge schlagen lediglich mit rund 3500 Franken (gut 3200 Euro) zu Buche. Hinzu kommen als Futter zehn bis 15 gefressene Pflanzen wie Bananenstauden, Bitterorangen, Passionsblumen und Obst. Dafür können die Besucher mit etwas Glück live erleben, wie aus einer unscheinbaren Puppe ein schillernder Schmetterling schlüpft. Die dafür verwendeten Schmetterlinge werden in den Tropen gezüchtet und sind nicht artgeschützt. Das Gartencenter legt hier Wert auf Transparenz. So wird den Besuchern erklärt, dass die nachhaltige und umweltschonende Zucht pro Farm bis zu 15 Familien ein bescheidenes Einkommen ermöglicht.

Schmetterlinge kommen im Paket

Abgewickelt wird der Kauf über eine Agentur aus London, die jeden Montag ein Päckchen mit Puppen per Flugzeug nach Zürich geschickt, von wo sie umgehend nach Dürnten gefahren werden. Dort kümmert sich ein Team um Gärtnerin Stefanie Landolt um den Schmetterlingsnachwuchs. Bei einer neuen Lieferung gilt es, die Puppen schnell auszupacken. Auf einer Fläche von knapp einem Quadratmeter werden sie in Reih und Glied zum Schlüpfen aufgehängt. Meistens vormittags lässt sich beobachten, wie die Häute oder Kokons aufbrechen, zerknitterter wirkende Falter herauskrabbeln und ihre Flügel innerhalb von Minuten entfalten. Etwa eine Arbeitsstunde täglich verwenden die Mitarbeiter zudem täglich, das Schmetterlingshaus in Schuss zu halten. Dazu zählt, Temperatur und Feuchtigkeit zu kontrollieren und zu steuern, Futter auszulegen, sauber zu machen und die Pflanzen zu pflegen.

Medieninteresse inklusive

Mit der Aktion lockt das Gartencenter Meier nicht nur Kunden an, sondern sorgt auch für Interesse bei der Presse. Die Zürcher Oberland Medien berichten ausführlich über das Ereignis. So heißt es in einem Bericht: „In Meiers Schmetterlingshaus ist es 28 Grad warm, bei einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. Leichter Nieselregen setzt ein und verhüllt die exotische Szenerie mit einem feuchten Schleier. Filigrane Schönheiten flattern von Pflanze zu Pflanze, von Blüte zu Blüte. Sie stammen aus Asien, Afrika und Südamerika. Je nach Vorliebe lassen sich die zarten, zerbrechlich wirkenden Falter auf Zitrusgewächsen oder Bananenstauden nieder, verirren sich auch mal auf die Schulter eines Besuchers oder nähren sich an gepflückten Früchten.“ Viel besser kann Marketing für ein Gartencenter im Sommer eigentlich nicht klingen.