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Max Bahr & Praktiker: Insolvenzverwalter wollen eng zusammenarbeiten

Der Geschäftsbetrieb der Max Bahr Märkte soll in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und den Beschäftigten aufrechterhalten werden. „Max Bahr bleibt geöffnet“, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder heute mit. Ebenso kündigte er eine enge Zusammenarbeit mit den vorläufigen Insolvenzverwaltern der Baumarkt Max Bahr Vertriebs GmbH und der Praktiker AG an. Ziel in den kommenden Wochen sei es, ein Restrukturierungs- und Sanierungskonzept zu erarbeiten. 

Die Insolvenzverwalter von Praktiker und Max Bahr wollen eng zusammenarbeiten. Werkfoto

„Max Bahr ist eine starke Marke und hat einen guten Ruf am Markt“, so Schröder. Er sei daher sehr zuversichtlich, positive Lösungen für alle Beteiligten zu finden. Um die Löhne und Gehälter der über 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicherzustellen, werde Schröder bereits am kommenden Montag die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes bei der zuständigen Arbeitsagentur beantragen.

Unterdessen teilte Christopher Seagon, vorläufiger Insolvenzverwalter der Baumarkt Max Bahr Vertriebs GmbH mit, dass die Insolvenzanträge für die Max-Bahr-Baumärkte insgesamt nichts an seiner Strategie bei den Praktiker-Baumärkten ändern würden. Wie Seagon ausführt, sei ein strukturierter Investorenprozess für die Max-Bahr- und die Praktiker-Einheiten sowohl im In- und Ausland in Vorbereitung.

„Max Bahr und Praktiker sind zwei bekannte Marken innerhalb des Praktiker Konzerns. Erfreulich ist die hohe Kundenfrequenz seit Stellung der Insolvenzanträge bei den Praktiker Gesellschaften,“ so Seagon. Er gehe daher davon aus, dass ebenso bei Max Bahr die Kunden dem Traditionsunternehmen die Treue halten. Das sei laut Seagon eine gute Basis für eine baldmögliche Investorenlösung.

Seagon arbeite derzeit mit seinem Team daran, den Geschäftsbetrieb bei den Praktiker-Baumärkten zu stabilisieren. Dieses Ziel verfolge er laut Information nun auch für die 54 sogenannten ehemaligen Praktiker-Märkte, die heute unter Max Bahr firmieren. „Wir sind bei der Stabilisierung des Geschäftsbetriebes auf einem guten Weg“, so Seagon. Die Gespräche darüber mit den Beteiligten verliefen äußerst konstruktiv und zielführend.

Ein strukturierter Investorenprozess für die Max-Bahr- und die Praktiker-Einheiten sowohl im In- und Ausland sei in Vorbereitung. Erste Interessensbekundungen von strategischen und auch von Finanzinvestoren habe Seagon bereits kurz nach Insolvenzantragsstellung erhalten. Im Investorenprozess sollen alle realistischen Interessenten die gleichen Möglichkeiten erhalten, um die Übernahme des Praktiker Konzerns im Ganzen oder von Teilen genau prüfen und auf dieser Basis Angebote abgeben zu können.

Die Max-Bahr-Geschäftsführung hat heute Insolvenzantrag für die Baumarkt MB Vertriebs GmbH gestellt. In dieser Gesellschaft sind die 54 Filialen, die im Zuge der Sanierung in Max-Bahr-Baumärkte umgeflaggt wurden. Die Gesellschaft der umgeflaggten Max-Bahr-Märkte ist in der gesellschaftsrechtlichen Struktur unter den Praktiker-Märkten angesiedelt. Zudem sind heute Insolvenzanträge für die Gesellschaften der 78 Max-Bahr-Baumärkte gestellt, die gesellschaftsrechtlich direkt unter der Holding stehen.

Bereits am 11. Juli 2013 wurden beim zuständigen Amtsgericht Hamburg die Anträge auf Eröffnung der Insolvenzverfahren für acht operative Gesellschaften von Praktiker gestellt. Das Amtsgericht hatte daraufhin Rechtsanwalt Christopher Seagon von der Kanzlei Wellensiek für alle acht Gesellschaften zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Folgende Gesellschaften des Konzerns mit Sitz in Hamburg haben am 11. Juli 2013 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt: Baumarkt Praktiker Deutschland GmbH, Baumarkt Praktiker DIY GmbH, Baumarkt Praktiker GmbH, Baumarkt Praktiker Online GmbH, Baumarkt Max Bahr Praktiker Einkaufs GmbH, Baumarkt Praktiker Warenhandelsgesellschaft mbH, Baumarkt Praktiker Vierte GmbH, Baumarkt Praktiker Services GmbH, Hamburg.

Der Vorstand hatte am 11. Juli 2013 zudem in Saarbrücken einen Insolvenzantrag für die Praktiker AG gestellt. Das Amtsgericht hatte daraufhin Rechtsanwalt Udo Gröner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. (ts)