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MegaPellet Maxi: Alternative zu Hackschnitzeln

Zwischen Köln und Aachen, in der Rureifel gelegen, produziert die MegaPellet Energy GmbH Biomassebrennstoffe – vorzugsweise in Form von Holzpellets. Um brennstoffbedingten, wiederkehrenden Problemen bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Holzhackschnitzelheizungen zu begegnen, machte sich das Unternehmen Gedanken über einen Alternativ-Brennstoff für diese Anlagen. „Herausgekommen ist der innovative MegaPellet Maxi“, so Geschäftsführer Tom J. Eggemann. 

Heizen mit Pellets ist eine Alternative zu Hackschnitzeln. Werkfoto

In Hürtgenwald-Vossenack betreibt die MegaPellet Energy GmbH das Bioenergiezentrum Rureifel. Eine Biomasseaufbereitungsanlage zur Produktion von Holzpellets und hochwertigen Holzhackschnitzeln sowie ein Biomasseheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeerzeugung sind wesentliche Bestandteile der Anlage.

„Das Biomasseheizkraftwerk, in welchem ausschließlich naturbelassene nachwachsende Rohstoffe gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz zum Einsatz kommen, erzeugt Wärme, welche der Trocknung des Holzes für die Holzpelletierung und Hackschnitzelaufbereitung dient. Der erzeugte Strom wird in das Netz des Energieversorgers eingespeist“, erklärt Eggemann.

Die Biomasseaufbereitungsanlage habe eine technische Kapazität zur Produktion von 40.000 Tonnen Holzpellets pro Jahr. Darüber hinaus werden den Angaben zufolge in der Anlage hochwertige Holzhackschnitzel für Heizzwecke, als Fallschutz oder zur Bodenabdeckung produziert. Neben Brennstoffpellets (MegaPellet Classic) und Hackschnitzeln produziert und vertreibt die MegaPellet Energy auch Tiereinstreu in Form von Pellets (MegaPellet Hippo) und Mulch sowie diverse Rinden- und Humusprodukte.

Für die Landwirtschaft und den Gartenbau werden mit der MegaPellet Terra Produktgruppe Bodenhilfsstoffe und Dünger hergestellt. Die MegaPellet Energy deckt ein breites Spektrum von der Beschaffung der Biomasse im Forst und bei der Landschaftspflege über die Aufbereitung und Produktion der verschiedenen Produkte bis hin zur Projektentwicklung und Betriebsführung von Biomasseanlagen zur Energieerzeugung ab.

„Wiederkehrend stießen wir in der Vergangenheit bei einer nicht zu unterschätzenden Anzahl von Hackschnitzelheizungen auf nicht unerhebliche Probleme im Anlagenbetrieb“, erläutert Eggemann. „Grund ist häufig eine nicht zusammenpassende Anlagentechnik beziehungsweise eine ungeeignete Hackschnitzelqualität“, führt Matthias Schlieter, Stoffstrommanager bei der MegaPellet Energy, näher aus.

Aufgrund dieser Erfahrungen war der Wunsch entstanden, den Anlagenbetreibern einen Brennstoff anzubieten, der die potenziellen Probleme bei Hackschnitzeln – wie falscher Wassergehalt, ungeeignete Stückigkeit oder Störstoffhaltigkeit – verlässlich ausschließt und somit einen störungsfreien, effizienten Anlagenbetrieb ermöglicht.

Die Idee war, aus Waldrestholz oder Kapphölzern der Region, die nicht in Konkurrenz zur stofflichen Nutzung stehen, ein Produkt als Hackschnitzelersatz zu produzieren, welches ganzjährig definierte und belastbare Qualitätsparameter aufweist, gesicherte Lieferfähigkeit bietet sowie eine höhere Anlagenverfügbarkeit sicherstellt und dadurch zu einem verlässlichen Anlagenbetrieb führt.

Die Berücksichtigung von Aspekten wie Förderfähigkeit in Hackschnitzel- anlagen und Verbrennung auf Vorschubrosten führte letztlich zur Entwicklung des MegaPellet Maxi. Bei diesem handelt es sich um einen Holzpellet mit zwölf Millimetern Durchmesser, hergestellt aus naturbelassenen Resthölzern. Von besonderer Bedeutung war bei MegaPellet Energy, sich an messbaren Qualitätsparametern messen zu lassen.

Es wurde bewusst darauf verzichtet, einen wie auch immer gearteten und undefinierten „Industriepellet“ zu produzieren. Der MegaPellet Maxi misst sich laut Eggemann an der DIN EN 14961–2, Qualitätsklasse B und weicht lediglich hinsichtlich seines Durchmessers davon ab. Zukünftig sei auch eine Zertifizierung nach ENplus für die EN B-Pellets denkbar, sofern kundenseitig die Nachfrage besteht, stellt Schlieter in Aussicht.

„Bestärkt in unseren Bemühungen haben uns Aussagen wie die einer Betreiberin einer Hackschnitzelheizung, die nach eigener Aussage noch nie so günstig geheizt hätte wie mit Hackschnitzeln. Grund für die Kostenersparnis war hier jedoch leider nicht ausschließlich der kostengünstigere Brennstoff, sondern maßgeblich auch die Störanfälligkeit der Hackschnitzelheizung und die damit bisher nicht mehr möglichen Urlaubsfahrten der Familie“, so Eggemann. Durch die bessere Fließ- und Fördereigenschaften seien ein störungsfreier Betrieb und die Wärmeversorgung trotz Abwesenheit der Heizungseigentümer gewährleistet.

Im Gegensatz zu Holzhackschnitzeln treten bei Holzpellets keine Probleme mit Geruchsbelästigung und Schimmelbildung auf. Der genormte Brennstoff habe einen Energieinhalt von etwa 4,8 bis 4,9 MWh pro Tonne und damit die vierfach höhere Energiemenge wie Holzhackschnitzel bei gleichem Raumvolumen. Durch die höhere Energiedichte reduziere sich der Anlieferverkehr.

Diesen und weitere spannende Beiträge rund um das Thema Energie und wie sich die Kosten dafür wirkungsvoll reduzieren lassen, lesen Sie auf 5 Seiten in unserem großen Sonderteil Energietechnik in der aktuellen TASPO Ausgabe 20/2012. (ts)