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Messefazit Baumschultechnik 2012: viel schaffen mit wenig Manpower

Die Baumschultechnik 2012 war am 23. und 24. August das Messe-Mekka für Technik in der Baumschulbranche. Die Fachausstellung lockte über 8.000 Besucher (2006: 10.500 Besucher) aus dem In- und Ausland auf das Gelände des Gartenbauzentrums in Ellerhoop. Unter dem Motto „Mensch – Zukunft – Innovation“ präsentierten mehr als 320 Hersteller und Handelsunternehmen (2006: 315) aus zehn Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen, darunter etliche Weltneuheiten. 

Ein Blick über das Gelände der Baumschultechnik vom Dach des Gartenbauzentrums in Ellerhoop. Foto: Dirk Bartels

Die Baumschultechnik hat sich parallel zum Strukturwandel in den vergangenen Jahrzehnten rasant entwickelt. Die Betriebe werden größer und die Produktion intensiver. Gemäß der Devise „Mit wenig Manpower viel schaffen“ müssen sich Maschinen und Geräte heute mehr denn je an ihrer Effizienz messen lassen.

Die Ausstellung machte deutlich, dass zurzeit alles gefragt ist, was den Betriebsablauf und die interne Logistik beim Kunden wirtschaftlicher macht. Nur Produkte, die sich für den Gärtner in den Punkten Zeit- oder Kostenersparnis rechnen, haben Chancen am Markt. Bei so hohen Anforderungen sind Innovationen und Pioniergeist gefragt, die sich vor allem in den Messeneuheiten widerspiegelten.

Viele der neu vorgestellten Geräte wurden auf Initiative von und im Auftrag für Baumschulen zusammen mit Maschinenbauern und oft über Grenzen hinweg entwickelt. Dazu zählten die automatische Sortiermaschine für Gehölze der Firma Gejo, der Multifunktionale Container Porter MCP 80 von Pazzaglia für systematisches und rationelles Arbeiten in Containerbaumschulen, der 5-Reihenklemmbandroder für Gehölze der Firma Fobro, der Ballenstecher von Dutchman Industries sowie das mobile Dampfgerät der Firma Mobildampf.de für Freiland-Dämpfung auf Injektionsbasis.

Ein weiterer Ausstellungsschwerpunkt war das Thema „Steuerungssysteme für Gärtner“. Die GPS-Technik wurde dieses Jahr als neuer Punkt ins Messeprogramm aufgenommen, weil die spezifischen Anforderungen für einen Einsatz von GPS in Baumschulbetrieben erstmals erfüllt werden. So zeigte die Firma Ezendam aus den Niederlanden einen GPS-gesteuerten automatischen Pflanzenschneider und die Firma Raussendorf ein GPS-Maschinensystem für Pflege- und Erntemaßnahmen im Wein- und Obstbau. Autofarm, AG Leader, Agri Con, Claas, Clemens, John Deere, SBG und TeeJet boten GPS-Systeme zum Einsatz mit dem Schlepper an.

Insgesamt 25 neue Maschinen wurden täglich auf der Demonstrationsfläche des Ausstellungsgeländes live vorgeführt. Auf dem 0,5 Hektar großen Vorführgelände waren Pflanzen in den baumschultypischen Abständen zu finden. Damit konnten die Maschinen genau wie später im realen Arbeitsprozess präsentiert werden. „Gerade die Maschinen- und Gerätevorführungen sind für die Besucher besonders attraktiv“, weiß Messeorganisator Dr. Heinrich Lösing vom Versuchs- und Beratungsring.

Technik zum Anfassen und ein breites Themenspektrum trugen erheblich zum Erfolg der zehnten Baumschultechnik bei. „Wir sind eine reine Technikmesse. Zurzeit gibt es in ganz Europa keine vergleichbare Veranstaltung“, so Lösing, der den Erfolg der Messe mit dem bewährten Fünf-Jahres-Rhythmus, der Möglichkeit zum intensiven Erfahrungs- und Informationsaustausch sowie dem immer stärkeren Fokus auf Internationalität erklärt. (ck)